Während der Teig kurz ruht, kümmere ich mich um die Füllung. Dazu nehme ich den Saft der Pfirsiche und messe ab, wie viel es ist. Manchmal reicht es genau, manchmal gieße ich mit etwas Wasser auf, bis ich die Menge habe, die für den Pudding gebraucht wird. Das Puddingpulver verrühre ich mit etwas Saft, der Rest wird in einem Topf aufgekocht, dann rühre ich die Mischung ein und lasse alles kurz andicken. Wenn der Pudding cremig ist, gebe ich die saure Sahne dazu. Das gibt dem Ganzen eine herrliche Frische und macht den Kuchen später nicht zu süß.
Dann werden die Pfirsiche halbiert oder geviertelt – je nachdem, wie groß man die Stücke haben möchte – und auf dem Teig verteilt. Darüber kommt der Pudding, gleichmäßig verstreichen, sodass die Früchte schön eingebettet sind. Wenn ich an diesem Punkt bin, sieht der Kuchen schon fast fertig aus, und manchmal muss ich aufpassen, dass nicht einer meiner Kinder schon mit dem Löffel stibitzt.
Doch der Höhepunkt kommt erst noch: die Ei-Sahne-Mischung. Dazu schlage ich die Eier mit dem Zucker richtig schön schaumig, bis die Masse hell und luftig ist. Dann kommt die Sahne dazu, und alles wird vorsichtig untergehoben. Diese Mischung gieße ich über den Kuchen, und schon im Ofen verwandelt sie sich in eine goldgelbe, fluffige Decke. Ich backe den Kuchen bei 175–180 Grad (Ober-/Unterhitze) etwa 45 Minuten. Der Duft, der dabei durch die Wohnung zieht, ist jedes Mal ein kleines Fest.
Wenn der Kuchen fertig ist, lasse ich ihn gut abkühlen. Warm ist er zwar auch lecker, aber richtig kommt er zur Geltung, wenn er gekühlt ist. Dann setzt sich die Creme, die Pfirsiche bleiben saftig, und alles verbindet sich zu einem harmonischen Ganzen. Ich stelle ihn meistens über Nacht in den Kühlschrank, und am nächsten Tag ist er perfekt.
Natürlich gibt es immer wieder kleine Variationen. Manchmal streue ich gehackte Mandeln auf den Teig, bevor ich die Pfirsiche auflege. Oder ich gebe ein bisschen Zimt in die Puddingmasse, was gerade im Winter sehr gut passt. Manchmal verwende ich Aprikosen statt Pfirsichen, oder mische beides. Und einmal habe ich sogar Kirschen probiert – das war auch nicht schlecht, aber die Pfirsiche bleiben einfach unschlagbar.
Was diesen Kuchen für mich so besonders macht, ist die Kombination aus Vertrautheit und Überraschung. Jeder, der ihn probiert, sagt: „So ähnlich kenne ich das von meiner Oma“ – und doch schmeckt er nie langweilig. Es ist ein Kuchen, der Erinnerungen weckt und gleichzeitig neue schafft. Und wenn ich ehrlich bin, ist er auch ein kleines Allzweckwunder: für Familienfeiern, Geburtstage, Kaffeerunden, oder einfach für einen ganz normalen Nachmittag, wenn man Lust auf etwas Süßes hat.
Ich könnte jetzt noch seitenweise schwärmen, wie herrlich cremig die Ei-Sahne-Schicht wird, wie perfekt die Pfirsiche dazu passen, wie einfach der Teig gelingt. Aber das Beste ist, es selbst auszuprobieren. Denn kein noch so langer Text ersetzt den Moment, wenn man den ersten Bissen nimmt und spürt, wie süße Frucht, cremige Vanille und luftige Sahne zusammenkommen.
Und vielleicht, wenn du diesen Kuchen einmal bäckst, ergeht es dir wie mir damals bei meiner Tante: Du sitzt am Tisch, schaust auf das goldgelbe Stück vor dir und denkst: „Das sieht nach viel Arbeit aus.“ Und dann, wenn du den ersten Bissen genommen hast, weißt du: Es war jede Minute wert – und eigentlich gar nicht schwer.
