Das heißt allerdings nicht, dass man nur noch Wasser trinken sollte. Vielmehr geht es darum, bewusst auszuwählen.
Ich selbst habe nach und nach einige Gewohnheiten verändert. Morgens beginne ich den Tag inzwischen meist mit einem großen Glas Wasser. Zum Frühstück gibt es häufig ungesüßten Kräutertee oder schwarzen Kaffee ohne Zucker. Über den Tag verteilt stelle ich mir eine Karaffe mit Wasser und einigen Scheiben Zitrone, Gurke oder frischer Minze bereit. Das schmeckt angenehm frisch und hilft mir gleichzeitig, ausreichend zu trinken.
Auch grüner Tee oder ungesüßter Früchtetee sind gute Alternativen für alle, die etwas Abwechslung möchten. Sie enthalten keinen zugesetzten Zucker und lassen sich sowohl warm als auch kalt genießen.
Wer nicht ganz auf Saft verzichten möchte, kann ihn gelegentlich stark mit Mineralwasser verdünnen. Eine Saftschorle enthält deutlich weniger Zucker als reiner Fruchtsaft und ist besonders im Sommer angenehm erfrischend.
Natürlich spielt nicht nur das Trinken eine Rolle. Der gesamte Lebensstil entscheidet darüber, wie sich der Blutzucker entwickelt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und hochwertigen Eiweißquellen trägt ebenso dazu bei wie regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.
Interessant ist auch, dass viele Menschen ihren Flüssigkeitsbedarf unterschätzen. Wer zu wenig trinkt, fühlt sich oft müde oder unkonzentriert und verwechselt Durst manchmal sogar mit Hunger. Schon deshalb lohnt es sich, immer eine Wasserflasche griffbereit zu haben.
Ein kleiner Blick auf die Zutatenliste kann ebenfalls hilfreich sein. Begriffe wie Glukosesirup, Fruktosesirup, Saccharose oder Zucker weisen darauf hin, dass einem Getränk zusätzliche Süße zugesetzt wurde. Auch Produkte mit der Aufschrift „ohne Fett“ oder „natürlich“ können durchaus viel Zucker enthalten.
Besonders bei Kindern lohnt sich Aufmerksamkeit. Bunte Getränke mit Fruchtbildern oder Comicfiguren wirken oft gesund, enthalten jedoch teilweise ähnlich viel Zucker wie klassische Limonaden. Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorlen sind hier meist die bessere Wahl.
Ein weiterer Tipp, den ich selbst sehr hilfreich finde: Getränke nicht nebenbei konsumieren. Wer ständig an süßen Getränken nippt, nimmt häufig deutlich mehr Zucker auf, als wenn er bewusst ein Glas trinkt und anschließend wieder auf Wasser umsteigt.
Auch Kaffee muss übrigens nicht zum Problem werden. Schwarzer Kaffee oder Kaffee mit etwas Milch enthalten kaum Zucker. Erst große Mengen Sirup, Zucker oder gesüßte Kaffeespezialitäten machen daraus eine echte Zuckerquelle.
Letztlich geht es nicht darum, einzelne Lebensmittel oder Getränke zu verbieten. Viel wichtiger ist ein bewusster Umgang damit. Wer den größten Teil des Tages Wasser oder ungesüßte Getränke trinkt und süße Getränke nur gelegentlich genießt, kann seine Zuckeraufnahme oft deutlich reduzieren, ohne auf Genuss verzichten zu müssen.
Viele kleine Gewohnheiten summieren sich im Alltag. Genau deshalb lohnt es sich manchmal, nicht nur auf den Teller zu schauen, sondern auch auf das Glas daneben. Schon eine einfache Veränderung der täglichen Getränkeauswahl kann ein sinnvoller Schritt zu einer ausgewogenen Ernährung sein – ganz ohne komplizierte Regeln oder strenge Verbote.
