Zuerst die Zwiebeln und den Knoblauch fein würfeln, das Toastbrot entrinden und in der Milch einweichen. Petersilie klein hacken und bereitstellen. Das eingeweichte Brot ausdrücken und zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Senf und Salz zum Hackfleisch geben. Mit Pfeffer würzen und alles gründlich vermengen. Oma hat immer gesagt, man muss den Teig mit den Händen fühlen, damit er geschmeidig wird. Einen kleinen Probeklops in der Pfanne mit etwas Öl anbraten, um zu testen, ob die Würze stimmt – das ist ein Schritt, den man nicht überspringen sollte. Danach die Masse mit feuchten Händen zu gleichmäßigen Klopsen formen, bei mir wiege ich sie gerne ab, etwa 60 g pro Stück, dann werden sie alle schön gleich.
Einen großen Topf mit drei Litern Wasser und einem Teelöffel Salz aufsetzen. Die Klopse hineingeben und bei knapp siedender Temperatur etwa 20–25 Minuten gar ziehen lassen. Nicht sprudelnd kochen, sondern nur leise ziehen lassen, sonst zerfallen sie. Nach dem Garen vorsichtig herausheben und beiseitestellen.
Für die Soße die Butter und das Mehl verkneten – Oma hat das „Mehlbutter“ genannt – und in kleine Stückchen zerpflückt. Anderthalb Liter vom heißen Kochwasser abmessen, aufkochen und nach und nach die Mehlbutter unter ständigem Rühren darin auflösen. Es sollte eine cremige, sämige Soße entstehen. Dann die Kapern und die Sahne einrühren, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Maggi abschmecken. Zum Schluss die Klopse in die Soße geben und noch ein paar Minuten warm ziehen lassen.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Am besten schmecken die Königsberger Klopse mit Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree, weil die cremige Kapernsauce sich darin so wunderbar verteilt. Oma hat früher auch manchmal Rote Bete dazu gereicht – das bringt eine frische, leicht säuerliche Note, die das Gericht perfekt abrundet. Wer keine Kapern mag, sollte ihnen in diesem Gericht trotzdem eine Chance geben, sie gehören einfach dazu. Und falls etwas übrigbleibt: Die Soße am nächsten Tag ist fast noch besser, weil sich die Aromen dann richtig verbunden haben.
Das ist also das Rezept meiner Oma, so wie es bei uns seit Generationen auf den Tisch kommt. Vielleicht erinnert es dich auch an deine eigene Kindheit oder macht Lust, es zum ersten Mal auszuprobieren. Und sag mal, isst du deine Klopse lieber klassisch mit Kartoffeln oder probierst du sie auch mal mit Reis?
