Zutaten
1 kg Kartoffeln (mehlig kochend)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
10 g Butter
2 Eier
2 EL Kartoffelstärke
Salz und Pfeffer
Thymian
200 g Schmelzkäse
Öl oder Butterschmalz zum Braten
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Es gibt Gerichte, die haben einfach etwas Nostalgisches, etwas, das sofort Erinnerungen weckt. Kartoffeln gehören in Deutschland ohnehin zu den absoluten Klassikern, kaum ein Haushalt kommt ohne sie aus. Und dann gibt es die Frikadellen, die man in unzähligen Varianten kennt – mal klassisch mit Hackfleisch, mal vegetarisch, mal mit Reis, mal mit Brotbröseln. Aber Kartoffelfrikadellen gefüllt mit Schmelzkäse, das ist eine besondere Kombination. Außen knusprig, innen weich, und in der Mitte verbirgt sich der cremig schmelzende Kern, der beim Hineinbeißen sofort für dieses „Wow-Gefühl“ sorgt. Ein Gericht, das gleichzeitig sättigt, wärmt und das Herz höher schlagen lässt, weil es eben nicht nur einfach satt macht, sondern ein echtes Erlebnis ist.
Wenn man mit diesem Rezept anfängt, geht es zunächst ganz unspektakulär los. Man nimmt Kartoffeln, am besten mehlige, denn die sorgen später für die richtige Konsistenz. Festkochende funktionieren nicht so gut, weil die Masse dann eher klebrig bleibt. Also die Kartoffeln ab in den Topf, etwa zwanzig Minuten kochen, bis sie gar sind, dann abschrecken und schälen. Ich finde es immer schön, dass allein dieser Schritt schon so vertraut ist – wie oft hat man im Leben Kartoffeln gekocht, und doch ist es jedes Mal ein kleines Ritual.
Während die Kartoffeln kochen, kümmert man sich um die Zwiebel und den Knoblauch. Beides wird fein gewürfelt und in etwas Butter angedünstet. Es ist dieser Duft, der sofort die Küche füllt, dieses warme, leicht süßliche Aroma von Zwiebeln in Butter, das in Deutschland so typisch ist und zu fast jeder Hausmannskost gehört. Man könnte fast sagen: ohne Zwiebeln schmeckt hierzulande kaum ein Gericht. Der Knoblauch gibt eine kleine zusätzliche Würze, ohne dominant zu sein, er unterstützt die Kartoffelmasse eher dezent.
Jetzt kommt der spannende Teil: die Kartoffeln werden durch eine Presse gedrückt. Wer keine Presse hat, kann sie auch mit einem Stampfer zerdrücken, aber die Presse sorgt dafür, dass die Masse besonders fein und locker wird. Dazu kommen die Zwiebel- und Knoblauchwürfel, die Eier, die Kartoffelstärke und natürlich Salz, Pfeffer und etwas Thymian. Alles wird gründlich verknetet, bis eine homogene Masse entsteht. Das ist ein wichtiger Schritt, denn die Frikadellen müssen stabil genug sein, um die Füllung zu halten, dürfen aber auch nicht zu fest wirken. Ich habe schon öfter erlebt, dass jemand zu viel Stärke hineinmischt, und dann sind die Frikadellen fast gummiartig geworden – das will man natürlich vermeiden.
Und dann kommt der Käse. Für dieses Rezept nimmt man am besten Schmelzkäse, weil er beim Erhitzen richtig cremig wird und nicht einfach nur klumpig in der Mitte sitzt. Ich schneide den Käse in kleine Würfel, sodass man später jede Frikadelle mit einem Stück füllen kann. Hier kann man schon kreativ werden: anstelle von einfachem Schmelzkäse kann man auch mal Schafskäse probieren, oder einen kräftigen Bergkäse, wenn man es würziger mag. Aber der klassische Schmelzkäse sorgt für die schönste Cremigkeit, die beim Aufschneiden oder Hineinbeißen förmlich herausläuft.
Die Kartoffelmasse nimmt man nun in den Händen, formt daraus eine kleine Kugel, drückt in die Mitte eine Mulde, gibt den Käse hinein und verschließt das Ganze wieder sorgfältig. Es ist fast wie ein kleines Geheimnis, das man in die Kartoffelhülle einpackt. Wichtig ist, die Ränder gut zu verschließen, damit der Käse beim Braten nicht herausläuft. Ein kleiner Trick: die Hände zwischendurch leicht anfeuchten, dann klebt die Masse nicht so sehr.
In einer Pfanne erhitzt man Öl oder Butterschmalz – ich persönlich mag Butterschmalz, weil es nicht nur einen höheren Rauchpunkt hat, sondern auch diesen typischen Geschmack von deutscher Hausmannskost mitbringt. Dann werden die Frikadellen von beiden Seiten goldbraun gebraten. Außen bildet sich eine knusprige Kruste, innen bleibt die Kartoffelmasse weich und der Käse beginnt langsam zu schmelzen. Allein das Brutzeln in der Pfanne ist ein Erlebnis, der Duft steigt auf, und man weiß schon: gleich wird’s richtig gut.
Wenn die Kartoffelfrikadellen fertig sind, kann man sie direkt servieren. Sie schmecken allein schon fantastisch, aber man kann sie auch wunderbar kombinieren. Ein frischer grüner Salat passt hervorragend dazu, weil er die Schwere der Kartoffeln und des Käses ausgleicht. Auch ein Kräuterdip, vielleicht aus Joghurt und Schnittlauch, ergänzt das Gericht perfekt. Manche essen sie auch einfach mit einem Spiegelei, was den deftigen Charakter noch unterstreicht.
