Zubereitung:
Zunächst einmal die Eier aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen – das ist wichtig, denn kalte Eier können die luftige Konsistenz des Kuchens beeinträchtigen. Dann setzt ihr den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vor, denn der Kuchen mag es eher gemütlich und langsam im Ofen, damit er nicht innen zu trocken wird.
Als Erstes schlagt ihr die weiche Butter zusammen mit dem Zucker und Vanillezucker richtig cremig. Das bedeutet, mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine so lange rühren, bis die Masse hell und fluffig ist – dieser Schritt sorgt dafür, dass später der Käsekuchen locker wird und nicht klumpig. Es macht einen kleinen Unterschied, ob man hier gründlich arbeitet, also keine Eile.
Nun trennen wir die Eier. Die Eigelbe gebt ihr nach und nach zu der Butter-Zucker-Creme, während ihr weiter rührt. Dabei wird die Mischung noch cremiger und bekommt eine leichte, fast seidige Textur. Die Eiweiße werden in einer separaten Schüssel mit einer Prise Salz steif geschlagen. Das dauert einige Minuten, aber wirklich wichtig für die süße Leichtigkeit des Kuchens.
In einer großen Schüssel vermengt ihr jetzt den Quark mit der Speisestärke und dem Zitronensaft und -abrieb. Die Speisestärke hilft dabei, die Feuchtigkeit zu binden und verhindert, dass der Kuchen zu matschig wird. Weiter unterrühren solltet ihr den Quark, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind – je glatter, desto besser. Anschließend hebt ihr die Butter-Zucker-Eigelb-Masse unter den Quark, bis alles eine homogene Masse ergibt.
Jetzt kommt ein entscheidender Moment: Das vorsichtige Unterheben des Eischnees. Hier gilt es, die Luft so gut wie möglich zu erhalten. Mit einem großen Holzlöffel oder einem Silikonspatel hebt ihr den Schnee langsam unter die Quarkmasse, ohne zu stark zu rühren oder zu schlagen. Das verleiht dem Kuchen seine besonders zarte und luftige Struktur.
Zum Schluss wird die Sahne steif geschlagen und ebenfalls behutsam unter die Masse gehoben. Dieser letzte Schritt fügt noch mehr Cremigkeit und Volumen hinzu. Vorsicht: Nicht zu viel rühren, sonst verliert der Kuchen an Leichtigkeit.
Eine Springform mit einer Größe von ungefähr 28 cm Durchmesser wird nun sorgfältig eingefettet, damit sich der Kuchen später gut lösen lässt. Wer mag, kann den Boden mit etwas Mehl oder Semmelbröseln bestäuben, damit die Form zusätzlich geschützt ist – aber bei diesem Rezept ist das eigentlich nicht zwingend nötig.
Die fertige Käsekuchenmasse wird nun in die Form gegossen und glattgestrichen. Der Kuchen sollte nicht zu dünn sein, am besten wird die gesamte Masse gleichmäßig verteilt.
Im vorgeheizten Ofen backt der Kuchen nun für etwa 60 bis 70 Minuten, abhängig von eurem Backofen. Gegen Ende der Backzeit empfiehlt es sich, den Kuchen im Auge zu behalten: Die Oberfläche sollte goldgelb werden, aber nicht zu dunkel. Ein kleiner Tipp ist auch, nach etwa 50 Minuten den Backofen leicht herunterzustellen auf 150 Grad, wenn euer Ofen dazu neigt, zu heiß zu backen.
Nach dem Backen lasst ihr den Käsekuchen in der Form zunächst für etwa 20 Minuten abkühlen. Dann vorsichtig den Rand der Springform lösen, jedoch den Kuchen noch in der Form belassen, bis er vollständig Zimmertemperatur erreicht hat. Wer ihn zu früh herausnimmt, läuft Gefahr, dass er einreißt.
Am besten stellt ihr den fertigen Kuchen zum Abschluss für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank. So kann er richtig fest werden und schmeckt am nächsten Tag oft noch besser – die Aromen verbinden sich und die Textur wird wunderbar cremig.
Wenn ihr ihn dann anschneidet, seht ihr, dass der Kuchen ganz ohne Boden trotzdem eine tolle, gleichmäßige Struktur hat. Die Konsistenz ist saftig, nicht zu schwer und wunderbar mild mit einem angenehmen Zitronen-Kick.
Tipps und Varianten:
Dieses einfache, aber köstliche Rezept ist ein echter Schatz, wenn es schnell gehen soll und dennoch ein besonderer Genuss auf den Tisch kommen soll. Gerade wenn ihr mal keinen Boden da habt oder keine Zeit und Lust auf das Kneten und Backen eines Mürbeteigs, ist dieser Käsekuchen ohne Boden ideal.
Falls ihr den Kuchen etwas frischer und sommerlicher machen möchtet, könnt ihr gerne frische Früchte dazu servieren. Ein paar Erdbeeren oder Heidelbeeren passen hervorragend und zaubern eine fruchtige Note dazu. Wer es etwas verspielter mag, kann auch einen Klecks Fruchtpüree oder etwas Kompott darüber geben – das sieht nicht nur hübsch aus, sondern schmeckt auch toll zur cremigen Füllung.
Zucker lässt sich übrigens problemlos reduzieren, wenn ihr es nicht ganz so süß mögt. Achtet dann aber darauf, dass sich der Geschmack der Zitrone schön durchsetzen kann. Auch die Variante mit Vollmilchquark oder einem anderen Fettgehalt funktioniert – je nachdem, wie man es lieber hat. Für eine noch cremigere Version nehmt ihr Quark mit mehr Fett und eventuell etwas weniger Speisestärke.
Falls ihr keine Schlagsahne verwenden möchtet, ersetzt sie einfach durch Milch oder Joghurt – allerdings kann es dann sein, dass der Kuchen nicht ganz so voluminös und luftig wird. Die Sahne ist eben das Geheimnis, das den Kuchen besonders fluffig macht.
Den Kuchen solltet ihr definitiv nicht zu stark durchbacken, da er sonst trocken wird. Ein kleiner Trick ist die sogenannte „Stäbchenprobe“ aus dem Randbereich: Das Holzstäbchen sollte, wenn man es herauszieht, noch leicht feucht sein und nicht völlig trocken, denn der Kuchen soll innen saftig bleiben.
Zum Aufbewahren packt ihr den Käsekuchen am besten luftdicht ein und lagert ihn im Kühlschrank. So hält er sich locker 3 bis 4 Tage frisch. Am nächsten Tag schmeckt er meistens sogar noch besser, wenn er gut durchgezogen ist. Wer ihn wieder servieren möchte, kann ihn kurz auf Raumtemperatur kommen lassen – pur oder mit einem Klecks frischer Sahne.
Das Rezept eignet sich prima für alle möglichen Anlässe: Ob Familienkaffee, Geburtstag, Kaffeekränzchen mit Freundinnen oder auch zum Sonntagsbraten als Dessert. Besonders wenn die Gäste mal was anderes als den klassischen Käsekuchen mit Boden wollen, punktet dieser Kuchen mit seiner zarten Textur und dem milden Geschmack. Er ist unkompliziert zu machen, braucht keine Hektik und lässt mehr Zeit, um die Gesellschaft zu genießen.
Wenn ihr Lust auf ein bisschen Variation habt, könnt ihr auch eine dünne Schicht Frischkäse oder Mascarpone darunter mischen, was die Cremigkeit noch einmal intensiviert. Wer es etwas würziger mag, gibt eine Prise Zimt oder gemahlene Tonkabohne zur Masse – das passt überraschend gut und ist mal was Besonderes.
Ein letzter Tipp von mir: Solltet ihr den Kuchen auf einer Grillparty oder im Sommer draußen servieren, könnt ihr ihn auch gut in kleinen Portionen einfrieren. Daneben eignet sich die Masse auch toll als Grundlage für kleine Käsekuchen-Muffins im Mini-Format, die ihr in Silikonförmchen backt. So kann jeder schnappen, was er mag, und man hat ganz ohne Aufwand eine schöne Abwechslung.
Ich wünsche euch viel Freude beim Nachbacken und hoffe, dass Oma Rosis Käsekuchen ohne Boden auch bei euch zu einem Lieblingsrezept wird, das ihr immer wieder gerne hervorholt und mit anderen teilt!
