Währenddessen nehme ich mir die Sauce vor. Dafür schmelze ich in einem großen Topf die Butter zusammen mit dem Olivenöl. Das Olivenöl verhindert, dass die Butter zu schnell braun wird, und gibt gleichzeitig ein leicht fruchtiges Aroma. Dann kommt die fein gehackte Zwiebel hinein, die ich glasig dünste. Allein dieser Duft von Butter und Zwiebeln lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Nach ein paar Minuten gebe ich den Knoblauch dazu, ganz vorsichtig, damit er nicht verbrennt, denn nichts ist schlimmer als bitterer Knoblauch. Dann streue ich das Mehl darüber und rühre kräftig, bis eine schöne Mehlschwitze entsteht. Dieser Moment ist entscheidend, denn wenn man zu wenig rührt, gibt es Klümpchen, und wenn man es zu kurz macht, bleibt der rohe Mehlgeschmack in der Sauce. Also lasse ich das Ganze ein, zwei Minuten sanft mitziehen, bevor ich langsam die Milch und die Brühe zugieße.
Hier muss man wirklich Geduld haben und ständig rühren, sonst setzt sich das Mehl ab oder die Sauce wird ungleichmäßig. Aber wenn man es richtig macht, wird die Sauce in wenigen Minuten wunderbar cremig. Ich lasse sie etwa fünf bis sieben Minuten köcheln, bis sie die richtige Konsistenz hat, und dann kommt der große Moment: der Käse. Ich nehme den Topf vom Herd, rühre den geriebenen Käse ein, und das ist jedes Mal wie ein kleines Fest. Wie der Käse langsam schmilzt, Fäden zieht und sich mit der Sauce verbindet, das ist einfach herrlich. Wenn ich es besonders cremig haben will, gebe ich noch etwas Frischkäse dazu. Und für einen kleinen Kick mische ich manchmal einen Teelöffel Dijon-Senf hinein, der die Sauce leicht würzig macht. Am Ende würze ich mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss – letztere gehört für mich einfach in jede gute Käsesauce.
Jetzt ist alles vorbereitet, und es geht ans Schichten. Ich nehme eine Auflaufform, fette sie leicht ein und beginne damit, die Hähnchenstücke auf den Boden zu legen. Darüber verteile ich den Brokkoli, und dann gieße ich die cremige Sauce gleichmäßig über alles. Manchmal streue ich noch etwas Paniermehl darüber, das sorgt für eine extra knusprige Kruste. Dann kommt die Form in den vorgeheizten Ofen bei 180 Grad, und nach etwa 25 bis 30 Minuten ist das Meisterwerk fertig. Die Oberfläche ist goldbraun, der Käse blubbert und duftet, und man kann kaum abwarten, es endlich zu probieren.
Wenn ich den Auflauf aus dem Ofen hole, lasse ich ihn ein paar Minuten stehen, damit er sich setzt. Dann schneide ich ihn an, und die cremige Sauce verbindet sich mit dem saftigen Hähnchen und dem frischen Brokkoli zu einem perfekten Bissen. Dazu reicht mir meistens ein einfacher grüner Salat, manchmal auch etwas knuspriges Brot. Aber ehrlich gesagt braucht dieser Auflauf keine Beilage – er ist in sich komplett.
Ein Tipp von mir: Wenn ihr den Auflauf am Vortag vorbereitet, könnt ihr ihn auch kalt in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag nur noch überbacken. Das spart Zeit, wenn es schnell gehen muss. Außerdem schmeckt er auch am nächsten Tag noch hervorragend, manchmal sogar besser, weil sich die Aromen gesetzt haben.
Und noch etwas: Variiert ruhig! Statt Hähnchen könnt ihr auch Pute verwenden oder sogar Reste von gegartem Fleisch. Wer vegetarisch essen möchte, ersetzt das Hähnchen einfach durch mehr Gemüse – Blumenkohl, Zucchini oder Champignons passen wunderbar. Auch beim Käse könnt ihr experimentieren. Mit einem kräftigen Bergkäse bekommt das Ganze eine intensive Note, während Mozzarella für extra Cremigkeit sorgt.
Dieser Auflauf hat sich bei mir zu einem Lieblingsgericht entwickelt, weil er so vielseitig, so einfach und so köstlich ist. Er bringt Wärme auf den Tisch, macht satt und zufrieden, und er erinnert mich jedes Mal daran, wie schön es ist, wenn ein Rezept nicht perfekt geplant, sondern einfach „passiert“. Genau das sind die Rezepte, die man behält, die man immer wieder macht und gerne mit anderen teilt.
