13.10.2026

Ja, Backpulver kann Fliesen wieder sauberer aussehen lassen – so wird es richtig verwendet

Hier kann eine etwas dickere Natronpaste praktisch sein.

Sie wird direkt auf die Fugen gegeben und anschließend vorsichtig mit einer kleinen Bürste bearbeitet. Eine alte Zahnbürste eignet sich beispielsweise für kleine Bereiche sehr gut.

Dabei muss man nicht mit maximalem Druck schrubben. Lieber etwas länger einwirken lassen und anschließend vorsichtig arbeiten.

Zum Schluss werden gelöster Schmutz und Rückstände mit sauberem Wasser entfernt.

Gerade bei ursprünglich hellen Fugen kann der Unterschied überraschend deutlich sichtbar werden.

Bei Küchenfliesen steckt häufig Fett dahinter

In der Küche entsteht eine ganz andere Art von Verschmutzung als beispielsweise im Badezimmer.

Beim Braten gelangen winzige Fetttröpfchen in die Umgebung. Sie setzen sich mit der Zeit auf Fliesen und anderen Oberflächen ab. Darüber legt sich Staub – und irgendwann entsteht dieser leicht klebrige Film, der mit einem feuchten Tuch nur noch hin und her geschoben wird.

Auf geeigneten, unempfindlichen Keramikfliesen kann eine Natronpaste dabei helfen, solche Rückstände zu lösen.

Danach sollte die Oberfläche jedoch wieder gründlich mit klarem Wasser gereinigt und mit einem sauberen Tuch getrocknet werden.

Gerade das Trocknen wird häufig unterschätzt. Wer einen Boden nass wischt und einfach trocknen lässt, kann anschließend Wasser- oder Putzspuren sehen. Ein abschließendes Nachwischen kann deshalb einen großen Unterschied beim sichtbaren Glanz machen.

Backpulver und Essig zusammen – wirklich eine gute Idee?

Ein besonders beliebter Haushaltstipp besteht darin, Backpulver oder Natron mit Essig zu vermischen. Sobald beide zusammenkommen, beginnt die Mischung kräftig zu sprudeln.

Das sieht beeindruckend aus und vermittelt sofort den Eindruck einer besonders starken Reinigung.

Chemisch passiert allerdings etwas anderes: Ein basischer Stoff trifft auf eine Säure und beide reagieren miteinander. Nach der Reaktion ist deshalb nicht automatisch ein „Superreiniger“ entstanden.

Für bestimmte Anwendungen kann die mechanische Wirkung des Aufschäumens zwar nützlich sein. Wer aber einfach eine möglichst wirksame Reinigungslösung herstellen möchte, sollte nicht davon ausgehen, dass Natron und Essig grundsätzlich stärker werden, nur weil man sie miteinander vermischt.

Oft ist es sinnvoller, je nach Verschmutzung das passende Mittel einzeln einzusetzen.

Vorsicht bei empfindlichen Oberflächen

Der vielleicht wichtigste Punkt bei diesem Haushaltstrick: Nicht jede Fliese ist gleich.

Bei normalen glasierten Keramik- oder Feinsteinzeugfliesen ist die Reinigung vergleichsweise unkompliziert. Anders sieht es bei Naturstein aus.

Marmor, Kalkstein und andere säureempfindliche Materialien dürfen beispielsweise nicht einfach mit Essig behandelt werden. Auch bei beschichteten, polierten oder unbekannten Oberflächen sollte man nicht experimentieren.

Wer nicht genau weiß, welches Material verlegt wurde, testet das Mittel zunächst an einer kleinen, unauffälligen Stelle.

Das gilt übrigens auch für die Fugen. Besonders alte oder bereits beschädigte Fugen sollten nicht aggressiv geschrubbt werden.

Warum Fliesen nach dem Putzen manchmal trotzdem stumpf aussehen

Nicht jeder matte Boden ist tatsächlich schmutzig.

Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall: Es wurde zu viel Reinigungsmittel verwendet.

Bleiben nach jedem Wischen kleine Mengen Reiniger auf dem Boden zurück, kann sich mit der Zeit ein Film bilden. Die Fliesen wirken dann stumpf und bekommen schnell neue Laufspuren.

In diesem Fall bringt noch mehr Reiniger wenig.

Es kann helfen, den Boden anschließend ein- oder mehrmals nur mit sauberem Wasser zu wischen und das Wasser regelmäßig zu wechseln. Dadurch werden alte Rückstände nach und nach aufgenommen.

Danach den Boden trocknen lassen beziehungsweise bei Bedarf mit einem sauberen Mikrofasertuch nacharbeiten.

Manchmal ist genau das der Grund, warum ein vermeintlicher „Geheimtrick“ so spektakulär funktioniert: Nicht weil die Fliese plötzlich poliert wurde, sondern weil endlich der alte Film von ihrer Oberfläche verschwunden ist.

Weniger Reinigungsmittel reicht häufig völlig aus

Beim Bodenwischen gilt nicht automatisch: viel Reiniger = viel sauberer.

Eine zu hohe Dosierung kann Rückstände hinterlassen und sorgt manchmal sogar dafür, dass neuer Staub schneller auf der Oberfläche haftet.

Deshalb sollte man Reinigungsmittel grundsätzlich entsprechend der vorgesehenen Dosierung verwenden.

Für hartnäckige einzelne Stellen ist eine gezielte Behandlung meist sinnvoller, als den gesamten Boden mit einer hoch konzentrierten Mischung zu bearbeiten.

Genau dafür eignet sich auch der Natron-Trick am besten.

Statt mehrere Löffel ins Wischwasser zu kippen, kann man zunächst die wirklich verschmutzten Bereiche behandeln, anschließend alles gründlich entfernen und den Boden normal nachwischen.

Der einfache Trick kann tatsächlich einen sichtbaren Unterschied machen

Man braucht also nicht unbedingt einen ganzen Schrank voller Spezialreiniger, sobald Fliesen etwas stumpf oder Fugen schmutzig aussehen.

Bei geeigneten Oberflächen kann schon eine kleine Menge Natron mit Wasser ausreichen, um hartnäckige Rückstände gezielt zu bearbeiten.

Entscheidend ist jedoch die richtige Anwendung: sparsam verwenden, nicht aggressiv schrubben und anschließend gründlich mit klarem Wasser nachwischen.

Und bevor man irgendeinen Internet-Trick auf dem gesamten Badezimmer- oder Küchenboden ausprobiert, sollte man immer wissen, aus welchem Material die Fliesen bestehen.

Denn der beste Reinigungstrick ist am Ende nicht derjenige, der am stärksten schäumt – sondern derjenige, der den Schmutz entfernt, ohne die Oberfläche dabei zu beschädigen.