Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, als ich dieses Rezept zum ersten Mal entdeckt habe. Eigentlich war es gar nicht geplant, ein neues Brot auszuprobieren. Meine Familie wollte mal wieder etwas anderes als die üblichen Brötchen und das Standardweißbrot zum Abendessen. Ich war auf der Suche nach einem schnellen, unkomplizierten Rezept, das trotzdem gut schmeckt – am besten mit Zutaten, die man sowieso meistens zuhause hat. Beim Stöbern in einer alten, leicht vergilbten Rezeptmappe meiner Mutter bin ich dann auf genau dieses gestoßen: Einfach 450 Gramm Dinkelmehl mit 150 Gramm Joghurt vermischen, mehr brauchte es angeblich nicht für „das beste Brot ever“.
Der Name klang erst mal recht unspektakulär – dachte ich zumindest. Aber irgendwie hat mich die Mischung neugierig gemacht. Dinkel mag ich sowieso sehr gern, er ist nussig im Geschmack und verträgt sich besonders gut mit Sauerteig als auch mit Joghurt. Im Rezept stand nichts von Hefe oder aufwändigen Gehzeiten. Das fand ich gerade toll, denn beim Stress nach einem langen Arbeitstag oder wenn die Kinder mal wieder lauter sind als der Staubsauger, habe ich meistens weder die Zeit noch die Ruhe für komplizierte Backprojekte. Ich dachte mir: „Ein Brot, das ohne viel Schnickschnack auskommt, einfach zu mixen ist und trotzdem super lecker schmeckt – das klingt nach einem Backtraum.“
Also habe ich mich an einen gemütlichen Nachmittag ans Werk gemacht. Die Küche füllte sich sofort mit einem – ja, fast schon heimeligen – Geruch: warm, leicht säuerlich, und dieses typische Aroma, das mir sonst vor allem aus meiner Kindheit in den Sinn kommt, wenn in der Nachbarschaft frisch gebackenes Brot aus dem Ofen gezogen wird. Während ich den Teig zusammengerührt habe, fühlte ich mich fast ein bisschen wie in einer kleinen Bäckerei, die ihre Geheimtipps untereinander tauscht.
Das Brot ließ ich dann im vorgeheizten Ofen backen, und währenddessen konnte ich es kaum erwarten, es anzuschneiden. Als endlich die goldbraune Kruste knackte, als ich das Messer ansetzte, war ich total begeistert. Die Kruste war herrlich knusprig, fast so, als hätte ich Stunden lang den Teig kneten und gehen lassen. Und innen – weich, fluffig, mit einem feinen, wunderbar natürlich nussigen Geschmack.
Meine Familie war ebenfalls ganz begeistert. Die Kinder schnappen sich das warm duftende Brot Stück für Stück und ließen sogar den sonst heißgeliebten Aufstrich mal kurz beiseite, nur um die Brotkrume pur zu genießen. Selbst mein Mann belohnte mich mit einem breiten Grinsen, das für ihn wirklich selten ist, wenn es ums Brot geht. Ich war glücklich, denn ich hatte nicht nur etwas Leckeres, sondern auch etwas Einfaches gefunden, das das Alltagsleben in der Küche ein kleines bisschen schöner macht. Seitdem zaubere ich dieses Brot mindestens einmal pro Woche, mal abgewandelt, mal ganz pur, aber immer mit dem gleichen Glücksgefühl beim Backen.
Zutaten:
450 g Dinkelmehl (Typ 630 oder Vollkorn, je nach Geschmack)
150 g Naturjoghurt (am besten mit mindestens 3,5 % Fett)
1 TL Backpulver
1 TL Salz
1 EL Olivenöl oder geschmolzene Butter (optional für mehr Saftigkeit)
1 TL Honig oder Zucker (optional, für eine leichte Süße)
Etwas Wasser (nach Bedarf, maximal 50 ml)
Zubereitung:
Zunächst einmal: Wenn man sich vorgenommen hat, das Brot zu backen, macht es Sinn, alle Zutaten bereit zu stellen. So läuft die Zubereitung viel entspannter. Also erstmal das Dinkelmehl in eine große Rührschüssel geben. Darauf kommt das Salz, das Backpulver und wer mag, auch der Zucker oder Honig. Die kleinen Mehlbrösel mit Salz und Backpulver müssen wir ein wenig vermischen, damit sich das Backtriebmittel später gleichmäßig verteilt.
Jetzt gebe ich den Jogurt dazu. Der sollte weder zu flüssig noch zu fest sein, eben ein schöner, cremiger Naturjoghurt. Wenn der Joghurt zu wässrig ist, kann das den Teig beeinflussen – darum eignet sich ein handelsübliches Produkt aus dem Kühlregal am besten. Mit einem großen Löffel oder einem Holzstab wird das Ganze jetzt gut vermengt.
Ganz allmählich füge ich das Olivenöl hinzu, das macht das Brot später zarter und sorgt für ein angenehmes Mundgefühl. Wenn der Teig beim Mixen zu trocken wirkt, kann man kleine Schüsse Wasser dazugeben – aber wirklich nur ganz vorsichtig, damit der Teig nicht zu klebrig wird. Die ideale Konsistenz hat der Teig, wenn er sich gut vom Rand löst, aber noch leicht feucht ist. Er sollte elastisch, aber nicht matschig sein.
Sobald alle Zutaten zu einem glatten Teig verbunden sind, würde ich empfehlen, den Teig kurz mit den Händen durchzukneten. Das dauert nur ein paar Minuten und bringt noch einmal mehr Struktur und Konsistenz in den Teig, die sich beim Backen richtig gut bemerkbar macht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das Kneten meiner Geduld den Geschmack noch besser macht, vielleicht ist das Einbildung, wer weiß.
Jetzt geht es an das Backen. Ich heize den Ofen vor – am besten auf 200 Grad Ober/Unterhitze. Während der Ofen sich auf Temperatur bringt, fette ich eine kleine Kastenform mit Butter ein oder lege sie mit Backpapier aus. Der Vorteil des Backpapiers ist, dass man das Brot später leichter aus der Form bekommt, ohne dass die Kruste leidet. Den Teig drücke ich direkt aus der Schüssel in die Form, streiche ihn mit einem nassen Löffel glatt und schiebe ihn in den Ofen.
Das Brot braucht etwa 35 bis 40 Minuten, bis es schön gebräunt und durchgebacken ist. Bei mir ist es fertig, wenn die Kruste dunkelgolden und fest ist. Einen kleinen Trick, den ich gern verwende: Ich höre auf das Klopfen. Wenn man auf die Unterseite des Brotes klopft und es hohl klingt, ist das Brot durch und fertig zum Genießen. Wenn es noch dumpf klingt, braucht es noch ein paar Minuten.
Nach dem Backen lasse ich das Brot am besten mindestens 15 Minuten in der Form ruhen – so zieht es sich nicht zusammen und trocknet zugleich nicht aus. Erst dann nehme ich es heraus und lege es auf ein Gitter, damit die Luft zirkulieren kann. Der Duft in der Küche ist einfach himmlisch: leicht nussig, dezent säuerlich durch den Joghurt und warm.
Tipps und Varianten:
Das Schöne an diesem Rezept ist seine Einfachheit und Vielseitigkeit. Man kann es wunderbar durch kleine Veränderungen an die eigenen Vorlieben anpassen oder je nach Anlass variieren.
Wer es gerne etwas kräftiger mag, kann einen Teil des Dinkelmehls durch Vollkornmehl ersetzen. Das macht das Brot rustikaler und gibt ihm einen intensiveren Geschmack. Vorsicht nur: Dann eventuell etwas mehr Flüssigkeit zugeben, weil Vollkornmehl mehr Wasser aufsaugt.
Für alle, die es etwas süßer möchten, eignet sich eine Zugabe von ein bis zwei Esslöffeln Honig oder Ahornsirup wunderbar. Das harmoniert vor allem gut mit Fruchtaufstrichen am nächsten Tag.
Wenn man keine Lust auf die typische Kastenform hat, kann man den Teig auch zu einem runden Laib formen und auf dem Backblech backen. Das Ergebnis ist dann flacher, bekommt aber eine herrlich knusprige Kruste.
Wer Wert auf ein bisschen mehr Würze legt, kann dem Teig Kräuter wie Rosmarin oder Thymian unterkneten oder einen Esslöffel Leinsamen, Sonnenblumenkerne oder Haferflocken für den Crunch dazugeben. Gerade zur kalten Jahreszeit mag ich die kleinen Extras mit Nüssen sehr gern.
Was die Aufbewahrung betrifft: Das Brot hält sich gut in einem Brotkasten oder in einer Bäckertüte für zwei bis drei Tage frisch. Es schmeckt auch am zweiten Tag noch sehr gut, weil der Joghurt für eine angenehme Feuchtigkeit sorgt. Wer es länger aufbewahren will, schneidet es in Scheiben und friert die einzelnen Portionen ein. Bei Bedarf wird dann einfach eine Scheibe im Toaster oder Ofen aufgetaut und aufgebacken – fast wie frisch.
Zum Servieren passt natürlich Butter oder irgendein Lieblingsaufstrich hervorragend. Ich mag das Brot pur zum Frühstück mit ein bisschen Marmelade, zum Abendessen mit Käse oder Schinken und zwischendurch eignet es sich auch wunderbar als Beilage zu Suppen, Salaten oder Eintöpfen.
Und noch ein letzter wichtiger Tipp: Traut euch ruhig, dieses Rezept auch ohne große Vorkenntnisse auszuprobieren. Es ist wirklich unkompliziert, und selbst wenn der Teig am Anfang nicht perfekt aussieht, wird das Ergebnis bestimmt lecker sein. Durch das Backpulver müsst ihr nämlich nicht lange warten oder den Teig gehen lassen, das spart Zeit und Nerven. Außerdem ist Dinkelmehl eine tolle Alternative zu Weizenmehl, gerade für Menschen, die gerne mal etwas anderes ausprobieren möchten.
Dieses Brot ist also nicht nur „das beste Brot ever“ im Geschmack, sondern auch im Handling – und schützt euch vor schlechtem Backtag-Frust. Es ist mein kleiner Küchenliebling geworden, der immer wieder für strahlende Gesichter am Esstisch sorgt und sogar Freunde und Nachbarn ins Schwärmen bringt. Probiert es einfach aus, es lohnt sich wirklich!
