Es gibt Momente im Leben, in denen man etwas scheinbar ganz Einfaches entdeckt und sich fragt: Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Für mich gehört dazu das Brotbacken. Lange Zeit habe ich Brot einfach im Supermarkt gekauft, so wie die meisten Menschen. Man geht durch die Backabteilung, nimmt schnell ein Laib oder ein paar Brötchen mit, und fertig. Aber immer öfter hatte ich das Gefühl, dass das Brot zwar frisch aussieht, aber nach einem Tag schon trocken ist oder irgendwie fad schmeckt. Und wenn man sich die Zutatenlisten genauer anschaut, erschrickt man manchmal: Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Zusatzstoffe, die ich nicht einmal aussprechen kann.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Dann stieß ich zufällig auf Jamie Oliver’s berühmtes „3-Ingredient Bread“. Ich kannte Jamie Oliver natürlich schon lange als Fernsehkoch, aber dass er ein Brot-Rezept hat, das nur aus drei Zutaten besteht, hat mich überrascht. Brot – so dachte ich – braucht doch Geduld, Erfahrung, Sauerteig, am besten noch einen Backsteinofen und viel Fachwissen. Aber Jamie machte es so einfach: Mehl, Salz, Hefe – mehr braucht es nicht. Und ehrlich: seit ich dieses Rezept kenne, kaufe ich kaum noch Brot im Laden. Ich backe es selbst, meistens zweimal die Woche.
Zutaten
500 g Mehl (Weizenmehl, Dinkel oder Mischungen nach Wahl)
10 g Salz
7 g Trockenhefe (oder ca. 20 g frische Hefe)
ca. 325 ml lauwarmes Wasser
Zubereitung
Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermengen, Hefe dazugeben und mit dem Wasser zu einem klebrigen Teig verrühren. Den Teig mit den Händen oder einem Löffel kneten, bis er geschmeidig wird. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Dann auf ein bemehltes Blech geben, zu einem Laib formen, einschneiden und nochmal 30 Minuten ruhen lassen. Im vorgeheizten Ofen bei 220 °C ca. 30 Minuten backen, bis das Brot goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
Das klingt schnell und einfach, oder? Und genau das ist das Schöne: Brotbacken muss nicht kompliziert sein. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Versuch. Ich war skeptisch, ob es wirklich klappt, aber als ich das Brot aus dem Ofen holte, goldbraun, duftend, und dann diesen Klang hörte, wenn man unten draufklopft – dieses hohle, verheißungsvolle Geräusch – da wusste ich: das ist es.
Ich habe das Brot sofort angeschnitten, obwohl man es eigentlich ein bisschen abkühlen lassen sollte. Die Kruste war kross, innen war es weich und fluffig, und der Geschmack… ehrlich, es war wie eine kleine Offenbarung. Es war nicht nur ein Lebensmittel, es war ein Erlebnis.
Warum selbstgebackenes Brot so besonders ist
Wenn ich darüber nachdenke, hat selbstgebackenes Brot eine andere Energie. Es ist mehr als nur Mehl und Wasser. Es steckt ein Stück Zeit und Geduld darin. Man hat den Teig geknetet, gesehen, wie er aufgeht, gespürt, wie er sich verändert. Es ist fast ein bisschen wie Zauberei. Man nimmt etwas ganz Schlichtes, und am Ende entsteht daraus etwas, das nach Geborgenheit und Zuhause schmeckt.
Meine Kinder haben auch sofort den Unterschied gemerkt. Normalerweise essen sie Brot nur mit viel Belag: Nutella, Käse, Wurst. Aber dieses Brot haben sie pur gegessen, einfach so, noch warm, Stück für Stück abgebrochen. „Mama, das schmeckt ganz anders!“ haben sie gesagt. Und ja, es schmeckt nicht nur anders, es fühlt sich auch anders an.
Tipps aus der Praxis
Inzwischen habe ich das Rezept bestimmt schon 50 Mal gemacht, und dabei viele kleine Tricks gesammelt. Zum Beispiel:
