Hausbrot Rezept von Oma 100 Jahre alt ich kaufe sicher nie wieder – Kochen Mit Uns
Vorgeschichte:
Manchmal entdeckt man die wertvollsten Rezepte ganz unerwartet – so war es auch bei mir mit dem Hausbrot, das ich euch heute vorstellen möchte. Eigentlich war ich auf der Suche nach etwas ganz Einfachem, einem Brot, das man schnell zuhause backen kann, ohne viel Schnickschnack, ohne teure Zutaten und vor allem mit einem richtig echten, kraftvollen Geschmack. Beim Blättern durch eine alte Rezeptmappe, die ich von einer mittlerweile guten Freundin bekam, stieß ich auf dieses unscheinbare Rezept. Es trug keinen glitzernden Titel, keine hippen Food-Markenzeichen – nur die handschriftliche Überschrift „Hausbrot nach Omas Art, 100 Jahre alt“.
Schon das war ein Versprechen. Ein Brotrezept, das über Generationen hinweg bewährt war, ganz ohne die ganzen industriellen Zusätze, die man heute so oft in gekauftem Brot findet. Neugierig geworden, habe ich beschlossen, es sofort auszuprobieren. Und ich kann euch sagen: die erste Backaktion hat meine kleine Küche in ein Wunderland verwandelt. Das Aroma, das langsam aus dem Ofen zog, war warm, herzhaft und einladend – genau wie früher, als Oma noch den Holzofen schürte und man schon früh morgens vom Duft frisch gebackenen Brots geweckt wurde.
Die Familie war sofort begeistert. Die Kinder, die sonst wenig Lust auf selbstgebackenes Brot hatten, konnten vor Genuss gar nicht genug davon bekommen. Mein Mann, der abends gerne seine Butterbrote isst, meinte, dass so etwas Viktorianisches an diesem Brot sei – bodenständig, ehrlich und mit einer angenehmen Kruste, die beim Draufbeißen krachend knistert. Seitdem backe ich dieses Brot regelmäßig, manchmal sogar zwei Mal die Woche, weil es einfach nie langweilig wird und man es so wunderbar zu allen Mahlzeiten kombinieren kann. Hier teile ich nun dieses besondere Hausbrot-Rezept mit euch – ganz unkompliziert, ganz ohne Schnickschnack, dafür im ganz klassischen Stil, der seit 100 Jahren bewährt ist.
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Zutaten:
– 500 g Weizenmehl (Type 550)
– 200 g Roggenmehl (Type 1150)
– 1 Päckchen Trockenhefe (7 g) oder 21 g frische Hefe
– 1 TL Salz
– 1 TL Zucker oder Honig (optional, für die Hefe)
– 400 ml lauwarmes Wasser
– 2 EL Olivenöl oder geschmacksneutrales Pflanzenöl
– optional: 1 EL Joghurt oder Buttermilch für etwas mehr Feuchtigkeit
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Zubereitung:
Als Erstes bereitet ihr eine saubere, große Schüssel oder Rührschüssel vor. Dort siebt ihr das Weizen- und Roggenmehl zusammen hinein. Das Sieben hilft, kleine Klümpchen zu entfernen und macht den Teig lockerer. Anschließend mischt ihr das Salz gleichmäßig mit dem Mehl. Salz verhindert, dass die Hefe übermäßig schnell arbeitet, und sorgt für Geschmack.
In einer kleinen Tasse oder Schale löst ihr nun die Hefe im lauwarmen Wasser auf. Dieses Wasser sollte etwa handwarm sein, also circa 37 Grad – genau die Temperatur, die die Hefe liebt. Wenn ihr Zucker oder Honig verwendet, gebt ihn jetzt dazu, denn die Hefe freut sich über die zusätzliche Nahrung und die Aktivierung gelingt schneller. Lasst die Mischung fünf bis zehn Minuten stehen, bis sie anfängt zu schäumen. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass eure Hefe frisch und aktiv ist. Falls nichts schäumt, lieber eine frische Packung verwenden, da sonst das Brot nicht richtig aufgeht.
Jetzt gießt ihr die Hefemischung und das Öl zum Mehl. Mit einem Holzlöffel oder der Hand, wer mag, beginnt ihr langsam zu kneten, bis sich die Zutaten vermengen. Der Teig fühlt sich zunächst zäh und klebrig an – das ist vollkommen normal. Nun wird es Zeit, richtig durchzugreifen: Am besten nehmt ihr die Teigschüssel und knetet den Teig mindestens zehn Minuten gründlich von Hand. Dabei arbeitet ihr die Luft in den Teig ein, was später für ein lockeres Brot sorgt. Alternativ könnt ihr auch eine Küchenmaschine benutzen, die das Kneten für euch macht.
Wenn der Teig zu klebrig ist, könnt ihr noch ein wenig Mehl dazugeben, aber passt auf, dass er nicht zu trocken wird. Er sollte weich und elastisch sein und sich vom Schüsselrand lösen, aber nicht zu bröselig sein. Wenn ihr ihn mit einem Finger eindrückt, sollte die Brotoberfläche langsam zurückfedern.
Danach deckt ihr die Schüssel mit einem sauberen Küchenhandtuch ab und stellt den Teig an einen warmen Ort. Optimal sind etwa 24 bis 26 Grad Celsius. Dort darf er für mindestens eine Stunde gehen, besser sind anderthalb bis zwei Stunden – je nachdem, wie es euch zeitlich passt. Der Teig sollte sich in dieser Zeit deutlich vergrößern, am besten doppelt so groß werden. Das ist das Ergebnis der Hefetätigkeit, die den Teig locker macht und den Geschmack intensiviert.
Bevor das Brot in den Ofen kommt, wird der Teig nochmals kurz durchgeknetet, um die Luftblasen gleichmäßig zu verteilen. Nun formt ihr den Teig zu einem Laib – egal ob rund oder lang, wie ihr mögt. Legt den geformten Laib auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech oder in eine gut gefettete Kastenform. Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Oberfläche des Laibes noch leicht mit Wasser bestreichen. Das sorgt später für eine schöne, knusprige Kruste. Mit einem scharfen Messer schneidet ihr den Brotlaib drei bis vier Mal schräg ein. Das hilft dem Brot beim Backen, sich kontrolliert auszudehnen und reißt nicht unregelmäßig auf.
Der Backofen wird nun auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. WICHTIG: Der Ofen muss richtig heiß sein, damit das Brot eine perfekte Kruste bekommt. Sobald der Ofen fertig vorgeheizt ist, stellt ihr eine kleine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Ofenboden. Der Dampf sorgt für eine knusprige, glänzende Kruste, wie sie Oma immer gemacht hat. Sofort danach schiebt ihr das Brot in den Ofen.
Backt euer Hausbrot für 10 Minuten bei 220 Grad und reduziert dann die Temperatur auf 180 Grad. Weiter backen für ca. 40 Minuten, bis die Kruste goldbraun und schön knusprig ist. Wenn ihr unsicher seid, ob das Brot gar ist, klopft man auf die Unterseite des Brotlaibs. Klingt es hohl, ist das Brot perfekt durchgebacken. Ansonsten gibt man ihm noch ein paar Minuten mehr.
Nach dem Backen ist es sehr wichtig, das Brot auf einem Gitter abkühlen zu lassen. Frisch aus dem Ofen neigt das Brot dazu, sich innen noch zu setzen, und auf dem Gitter kann die Luft zirkulieren, sodass die Kruste schön knusprig bleibt. Wenn ihr das Brot sofort in eine Tüte packt, wird die Kruste feucht und labbrig – das wollt ihr ja ganz sicher nicht, gerade bei einem so guten Hausbrot.
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Tipps und Varianten:
Dieses Hausbrot ist wirklich ein echter Allrounder und kann auf viele Arten variiert werden. Wer es gerne mal etwas rustikaler mag, kann einen Teil des Weizenmehls durch Vollkornmehl ersetzen, zum Beispiel 200 Gramm, dann bekommt das Brot einen intensiveren, nussigen Geschmack und die Fasern sorgen für einen tollen Biss. Für eine glutenfreie Variante eignet sich das Rezept nicht so gut, da die Hefe und die Teigstruktur auf das Weizen- und Roggenmehl angewiesen sind.
Wer es würziger mag, kann gerne noch Kräuter wie Rosmarin oder getrocknete Thymianzweige in den Teig einarbeiten, das gibt dem Brot einen mediterranen Twist. Auch geröstete Nüsse, Saaten oder Körner, wie Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Sesam, können mit in den Teig oder auf die Oberfläche gegeben werden, bevor das Brot in den Ofen kommt. Das macht das Brot noch nahrhafter und optisch ansprechender.
Falls ihr keine frische Hefe zur Hand habt, funktioniert auch Trockenhefe wunderbar. Nur achtet darauf, sie vorher im Wasser aufzulösen – bei manchen Marken kann man sie direkt mit dem Mehl vermischen, aber dann besser genau die Anweisungen auf der Verpackung beachten.
Das Aufbewahren geht am besten in einem Brotbeutel aus Stoff oder einer Brotdose. So bleibt das Brot mehrere Tage frisch, ohne zu schimmeln oder auszutrocknen. Wer nur kleine Mengen braucht, kann das Brot auch in Scheiben einfrieren. Zum Aufbacken im Toaster oder im Backofen werden sie fast wie frisch gebacken.
Ich finde, dieses Brot ist perfekt für die ganze Familie, besonders am Wochenende, wenn man sich Zeit zum Kochen und Backen nehmen will und den Duft frisch gebackenen Brotes im Haus genießen möchte. Es passt zum Frühstück genauso gut wie zum Abendessen, zu Suppen, Aufstrichen oder einfach pur mit einem Stück Butter und einer Prise Salz. Es ist eben dieses ganz einfache, ehrliche Brot, das ohne viel Aufwand und spezielle Zutaten einen großen Glücksmoment schafft.
Über die Jahre habe ich viele Brotrezepte ausprobiert, aber dieses hier hat einen festen Platz auf meiner Lieblingsliste bekommen. Oma wusste eben, wie man ein Brot bäckt – ganz ohne Schnickschnack, aber mit ganz viel Liebe und Geduld. Sollte also jemand beim Lesen Lust bekommen haben, selbst den Ofen anzuwerfen: traut euch! Und genießt den Duft von Tradition, Wärme und Geborgenheit in eurem Zuhause.
Wer das Brot gelegentlich ein bisschen anders backen möchte, kann die Backzeit anpassen – zum Beispiel 5 Minuten länger bei etwas niedrigeren Temperaturen, dann wird das Brot etwas weicher im Inneren, aber mit der klassischen Kruste. Unbedingt auf den Dampf achten, denn das macht den Unterschied!
Mein letzter Tipp: Wenn ihr das Hausbrot mal verschenken wollt, verpackt es in ein schönes Leinen- oder Baumwollsäckchen, vielleicht mit einem kleinen handgeschriebenen Zettel dazu. So wird es zu einem ganz besonders liebevollen Geschenk, das von Herzen kommt und in Erinnerung bleibt.
Ich wünsche euch viel Freude beim Nachbacken und viele gemütliche Stunden mit diesem urigen Hausbrot!
