Es gibt Gerichte, die entstehen ganz spontan, aus dem, was gerade im Kühlschrank liegt, und werden dann so etwas wie ein Dauerbrenner in der Familie. Genau so war es bei meinem Gyros-Spätzle-Auflauf, den ich heute mit dir teilen möchte. Ein Rezept, das eigentlich gar nicht geplant war, sondern aus einem Rest Spätzle, etwas mariniertem Fleisch vom Metzger und einer Paprika entstand. Aber seit diesem Tag gibt es ihn bei uns immer wieder, manchmal sogar mehrmals im Monat, und meine Familie fragt schon ganz gezielt: „Mama, wann machst du wieder diesen Auflauf, der so lecker nach Gyros riecht?“
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, an dem ich dieses Gericht zum ersten Mal gekocht habe. Es war ein Freitagabend, ich kam spät nach Hause, der Kühlschrank war nicht gerade voll, aber die Kinder wollten etwas Warmes, Deftiges essen. Nudeln hatten wir schon die ganze Woche, Pizza hatten sie am Tag davor in der Schule, und ich wollte etwas, das schnell geht und trotzdem nach mehr aussieht. Im Kühlschrank lagen noch 250 Gramm Spätzle vom Vortag, ein Becher Schmand, etwas Sahne, eine rote Paprika, eine Zwiebel und ein Stück Gyrosfleisch, das ich eigentlich für Pfannengerichte vorgesehen hatte. Ich stellte alles auf die Arbeitsfläche und dachte: „Da muss man doch irgendetwas draus zaubern können.“
Die Idee kam mir fast wie ein Blitz – wieso nicht alles miteinander kombinieren, in eine Auflaufform geben, mit Käse bestreuen und ab in den Ofen? Das war der Beginn dieses Rezeptes, das inzwischen in meiner Familie Kultstatus hat.
Zutaten für 4 Personen
700 g Gyrosfleisch (fertig mariniert oder selbst mariniert)
250 g Spätzle (am besten frisch oder vom Vortag)
1 Becher Schmand (200 g)
1 Becher Sahne (200 ml)
1 rote Paprika
1 Zwiebel
150–200 g geriebener Käse (z. B. Gouda oder Emmentaler)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver nach Belieben
Zubereitung – Schritt für Schritt mit meinen Tipps
Zuerst stelle ich einen Topf mit Salzwasser auf und koche die Spätzle bissfest. Wenn du sie vom Vortag übrig hast, sparst du dir diesen Schritt, und ganz ehrlich – aufgewärmte Spätzle sind fast noch besser, weil sie nicht so weich sind und im Ofen schön Biss behalten. Währenddessen schneide ich die Zwiebel in feine Würfel und brate sie zusammen mit dem Gyrosfleisch in einer großen Pfanne an. Der Duft, der dabei entsteht, erinnert mich sofort an Urlaubsabende in Griechenland, als wir in einer kleinen Taverne am Meer saßen und der Grillduft durch die warme Abendluft zog. Das Gyros brät ich, bis es schön gebräunt ist, die Zwiebeln glasig werden und ein bisschen Röstaromen entstehen. Dann gebe ich die Paprika in Würfeln dazu, dünste sie kurz mit an, bis sie leicht weich, aber noch knackig ist.
Jetzt kommt das Schichten: In einer Auflaufform verteile ich zuerst die Spätzle, dann das Gyros mit Gemüse darüber. In einer Schüssel verrühre ich Schmand und Sahne – manchmal gebe ich noch einen Teelöffel Paprikapulver oder eine Prise Knoblauchgranulat dazu, je nachdem, wie würzig ich es haben möchte. Diese Creme gieße ich gleichmäßig über den Auflauf. Zum Schluss kommt der Käse: eine ordentliche Schicht, denn nichts macht so glücklich wie dieser goldbraune, geschmolzene Käse, der beim Überbacken Blasen wirft.
Bei 180 °C wandert die Form in den Ofen, und nach etwa 10 bis 15 Minuten ist das Gericht fertig. Es geht wirklich so schnell, dass man fast meint, es sei gezaubert. Der Duft lockt alle aus ihren Zimmern, und noch bevor ich den Auflauf aus dem Ofen hole, stehen die Kinder schon mit Tellern bereit.
