Es gibt Gerichte, die begleiten einen irgendwie das ganze Leben, auch wenn man sie manchmal gar nicht so bewusst wahrnimmt. Für mich gehört dieser einfache, aber unglaublich leckere Salat aus Gurke, Paprika, Weißkohl und ein paar frischen Kräutern genau dazu. Schon meine Mutter hat ihn oft gemacht, besonders im Sommer, wenn der Garten voll mit knackigem Gemüse war und man gar nicht wusste, wohin mit all den Gurken, Kohlköpfen und bunten Paprikaschoten. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind in der Küche saß, die Beine baumelten vom Stuhl, und ich den Geruch von frisch geschnittenem Kohl und Dill in der Nase hatte. Damals fand ich das ständige Schneiden, Hobeln und Rühren eher langweilig, heute liebe ich es, und manchmal denke ich, dass genau solche Gerichte einem ein Stück Heimat und Geborgenheit schenken.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Wenn ich heute den Salat mache, läuft es meistens ganz ähnlich ab: Ich komme vom Markt oder vom Supermarkt zurück, habe mir fest vorgenommen nur „das Nötigste“ zu kaufen, und lande doch mit einer vollen Tasche frischem Gemüse in meiner Küche. Irgendwie können mich knackige Gurken und bunte Paprikaschoten immer wieder verführen. Ich packe dann alles auf den Tisch, hole ein großes Schneidebrett hervor und lege los. Währenddessen läuft im Hintergrund oft leise das Radio, meistens irgendein Schlager oder alte Lieder, die ich schon auswendig mitsingen kann. Das Schnippeln ist für mich fast meditativ. Manchmal höre ich, wie mein Mann aus dem Wohnzimmer ruft: „Machst du wieder deinen Salat? Dann weiß ich schon, dass es was Gutes gibt.“ Er ist ein großer Fan davon und isst ihn am liebsten mit einem Stück Bauernbrot dazu.
Die Zutaten für meinen Salat:
½ Kopf Weißkohl oder Chinakohl, fein geschnitten
1 große Salatgurke, in Scheiben
1 rote Paprika, in Streifen
1 gelbe Paprika (für die Farbe, optional)
2–3 Frühlingszwiebeln, in Ringen
1 Bund Dill oder Petersilie, frisch gehackt
2 EL Olivenöl
2 EL Naturjoghurt oder Schmand
1 TL Senf, gerne körnig
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Natürlich, wie das bei uns Hausfrauen so ist, halte ich mich nie sklavisch an Rezepte. Manchmal habe ich keinen Joghurt im Haus, dann nehme ich nur Öl und Zitronensaft, manchmal mische ich auch etwas Essig darunter. Wenn die Kinder mitessen, lasse ich den Senf weg, weil sie ihn nicht so mögen. Dafür gebe ich gerne etwas Paprikapulver oder sogar ein paar Radieschen dazu. Es ist ein flexibles Gericht, das sich nach Lust, Laune und Vorratsschrank richtet.
Die Zubereitung ist wirklich unkompliziert, und genau das liebe ich daran. Ich fange immer mit dem Kohl an. Wenn ich Weißkohl habe, hobele ich ihn ganz fein und salze ihn leicht, damit er ein wenig Wasser zieht und weicher wird. Manchmal knete ich ihn kurz mit den Händen durch – das ist ein Tipp, den ich von meiner Mutter habe, und ich schwöre, er macht den Kohl gleich viel bekömmlicher. Dann kommen die Gurken dran, schön in dünne Scheiben geschnitten, damit sie sich später gut mit dem Dressing verbinden. Die Paprika schneide ich in feine Streifen – ich finde es wichtig, dass alles ungefähr die gleiche Größe hat, so sieht der Salat nicht nur schöner aus, sondern lässt sich auch besser essen. Zum Schluss die Frühlingszwiebeln und die frischen Kräuter. Dill gibt einen ganz besonderen, frischen Geschmack, aber wenn gerade nur Petersilie da ist, funktioniert das genauso gut.
Das Dressing mache ich meistens direkt im Salatschüsselchen: etwas Olivenöl, einen Löffel Naturjoghurt, ein Teelöffel Senf, ein Spritzer Zitronensaft, dazu Salz und Pfeffer. Alles kräftig verrühren, dann das Gemüse dazu, einmal durchheben – fertig. Und ich schwöre euch, schon nach ein paar Minuten zieht der Duft von frischen Kräutern und knackigem Gemüse durch die Küche.
