Wenn der Fasching naht und sich die Straßen mit bunten Kostümen, fröhlichen Gesichtern und der Vorfreude auf ausgelassene Feiern füllen, darf eines auf keinen Fall fehlen: Faschingskrapfen – auch als Berliner oder Pfannkuchen bekannt. Schon als Kind habe ich es geliebt, mit meiner Großmutter in der Küche zu stehen, wenn der Duft von frisch gebackenen Krapfen durch das Haus zog. Ihre Krapfen waren legendär – luftig, goldbraun gebacken, zart gefüllt mit Aprikosenmarmelade und leicht mit Puderzucker bestäubt. Dieses Rezept ist eine Hommage an ihre Kunst – und ich verspreche: Diese Krapfen sind so gut, dass man nie wieder welche vom Bäcker kaufen möchte.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Historischer und kultureller Hintergrund
Faschingskrapfen haben eine lange Tradition in der deutschsprachigen Küche. Ursprünglich wurden sie im Mittelalter zur Fastnacht gebacken – als süße Sünde vor der Fastenzeit. Besonders in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sind sie aus der Faschingszeit nicht wegzudenken. In Berlin heißen sie schlicht “Pfannkuchen”, während sie in Bayern und Österreich meist als “Krapfen” bekannt sind. Typischerweise werden sie mit Marmelade gefüllt, doch moderne Variationen reichen von Vanillecreme bis hin zu Nougat- oder Eierlikörfüllung.
Das Geheimnis der perfekten Krapfen
Was macht einen Faschingskrapfen wirklich perfekt? Die Antwort liegt im Detail. Ein luftiger Hefeteig, der Zeit zum Gehen bekommt. Kalte Milch, hochwertige Zutaten und Fingerspitzengefühl beim Frittieren. Hier ist Geduld tatsächlich eine Tugend – denn wer dem Teig genug Ruhe gönnt, wird mit einem leichten, fluffigen Ergebnis belohnt. Die Temperatur des Fettes ist ebenso entscheidend: Ist es zu heiß, werden die Krapfen außen dunkel, aber innen noch roh. Ist es zu kalt, saugen sie sich mit Fett voll und werden schwer und ölig.
Zutatenliste (für ca. 20–23 Krapfen)
- 550 g Weizenmehl (Type 550)
- 120 g weiche Butter
- 2 EL Zucker (gehäuft)
- 1 Päckchen echter Vanillezucker
- ½ TL Salz
- 16 g frische Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
- 2 Eier
- 3 Eigelb
- 1 EL Weißweinessig
- 240 ml kalte Milch
- 1 Liter Pflanzenöl oder Butterschmalz zum Frittieren
- Aprikosenkonfitüre zum Füllen
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung Schritt für Schritt
1. Der Vorteig
In einer kleinen Schüssel die Hefe mit 120 ml kalter Milch und dem Salz verrühren und etwa 1 Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dies fördert eine langsame Gärung und sorgt für besonders luftige Krapfen.
2. Der Hauptteig
Die Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Dann die Eier und Eigelbe nach und nach einarbeiten. Jetzt das Mehl dazusieben, den Vorteig, den Essig und die restliche kalte Milch hinzufügen. Alles in der Küchenmaschine zu einem weichen, glatten Teig verarbeiten. Der Teig darf ruhig etwas klebrig sein – das sorgt später für eine besonders zarte Krume.
3. Die Gehzeit
Den Teig zugedeckt an einem kühlen Ort etwa 2 Stunden gehen lassen, bis er sich mindestens verdoppelt hat. Nicht zu warm stellen, da sonst die Hefen zu schnell arbeiten.
