Viele moderne Fahrzeuge übernehmen das teilweise automatisch.
Sobald man die Defrost- oder Frontscheibenfunktion einschaltet, wird die Umluft bei manchen Modellen deaktiviert.
Das hat einen einfachen Grund: Frische beziehungsweise klimatisierte Luft hilft wesentlich besser dabei, Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu entfernen.
Das ist besonders im Winter wichtig.
Wenn vier Personen mit nassen Jacken in ein kaltes Auto steigen, bringen sie enorme Feuchtigkeit mit hinein.
Lässt man in dieser Situation dauerhaft Umluft laufen, bleibt diese Feuchtigkeit im Fahrzeug.
Die Folge:
Die Scheiben beschlagen noch schneller.
Deshalb ist die Umlufttaste im Winter kein Schalter, den man einfach ständig eingeschaltet lassen sollte.
Im Sommer dagegen kann sie vorübergehend sehr nützlich sein.
Gerade bei hohen Außentemperaturen ist es ein sinnvoller Ablauf, zunächst kurz zu lüften und anschließend einige Zeit mit Umluft zu kühlen.
Wenn der Innenraum angenehm geworden ist, kann man wieder auf normale Frischluftzufuhr umstellen.
So hat man einen guten Kompromiss zwischen schneller Abkühlung und ausreichendem Luftaustausch.
Interessant ist auch die Frage nach Pollen und Allergien.
Viele denken, dass man die Umluft bei Heuschnupfen dauerhaft einschalten sollte.
Kurzzeitig kann das durchaus helfen, weil weniger Außenluft ins Fahrzeug gelangt.
Noch wichtiger ist allerdings ein sauberer Innenraum- beziehungsweise Pollenfilter.
Denn im normalen Frischluftbetrieb wird die Außenluft bei vielen Fahrzeugen genau durch diesen Filter geleitet.
Wenn der Filter alt oder stark verschmutzt ist, bringt auch die beste Einstellung der Lüftung wenig.
Deshalb lohnt es sich, den Innenraumfilter regelmäßig kontrollieren beziehungsweise nach Herstellervorgabe wechseln zu lassen.
Ein weiterer Punkt betrifft Tunnel.
Hier ist die Umluftfunktion besonders praktisch.
Bevor man in einen längeren Tunnel fährt, kann man sie kurz einschalten. Dadurch gelangt weniger belastete Außenluft in den Innenraum.
Bei vielen neueren Fahrzeugen gibt es sogar automatische Systeme, die anhand der Luftqualität erkennen, wann vorübergehend auf Umluft umgeschaltet werden sollte.
Bei älteren Autos muss man das eben selbst machen.
Die Taste ist also keineswegs nutzlos.
Man muss nur wissen, wann sie sinnvoll ist.
Wann sollte die Umluft eingeschaltet werden?
Besonders praktisch ist sie in diesen Situationen:
bei großer Hitze, wenn der Innenraum schnell abgekühlt werden soll
im Stau oder hinter stark abgasenden Fahrzeugen
in Tunneln
auf staubigen Straßen
bei vorübergehend unangenehmen Gerüchen außerhalb des Fahrzeugs
wenn man kurzfristig weniger Pollen oder Außenluft in den Innenraum lassen möchte
Dabei würde ich sie aber eher als temporäre Funktion betrachten.
Nicht als Dauerstellung für die gesamte Fahrt.
Wann besser ausschalten?
Sobald die Scheiben beschlagen oder die Luft im Innenraum stickig wirkt, sollte man wieder auf Frischluftbetrieb wechseln.
Besonders wichtig ist das:
bei Regen
im Winter
bei hoher Luftfeuchtigkeit
wenn mehrere Personen im Auto sitzen
wenn die Scheiben anfangen zu beschlagen
wenn man längere Zeit unterwegs ist
Gerade nachts auf einer langen Fahrt ist gute Frischluftzufuhr ebenfalls angenehmer.
Die Luft wirkt sonst nach einiger Zeit schnell verbraucht.
Und was bedeutet das Symbol genau?
Das Symbol ist bei fast allen Fahrzeugen ähnlich.
Man sieht die Kontur eines Autos und darin einen gebogenen Pfeil.
Dieser Pfeil soll darstellen, dass die Luft im Innenraum zirkuliert, statt ständig von außen angesaugt zu werden.
Leuchtet die Kontrolllampe an der Taste, ist die Umluftfunktion normalerweise aktiviert.
Bei einigen Fahrzeugen gibt es jedoch mehrere Modi, beispielsweise automatisch oder manuell.
Deshalb lohnt sich bei Unsicherheit ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung des eigenen Autos.
Vor allem bei modernen Klimaautomatik-Systemen entscheidet das Fahrzeug teilweise selbstständig, wann Außenluft oder Umluft verwendet wird.
Dann muss man deutlich seltener manuell eingreifen.
Ein einfacher Merksatz
Ich merke es mir inzwischen so:
Heiß oder stinkend draußen = Umluft kurz einschalten.
Feucht oder beschlagen innen = Umluft ausschalten.
Damit liegt man im Alltag meistens richtig.
Und noch etwas:
Wenn die Klimaanlage an einem sehr heißen Tag scheinbar ewig braucht, um das Auto herunterzukühlen, sollte man nicht sofort denken, dass sie kaputt ist.
Ein Fahrzeug, das lange in der Sonne stand, kann sich extrem aufheizen.
Zuerst Fenster öffnen und die heiße Luft entweichen lassen.
Danach Fenster schließen, Klimaanlage einschalten und vorübergehend Umluft aktivieren.
So muss das System nicht gegen die komplette aufgeheizte Außenluft arbeiten.
Nach einigen Minuten kann man wieder auf normale Frischluftzufuhr wechseln.
Genau dafür ist diese kleine Taste gedacht.
Sie ist kein geheimnisvoller Schalter und auch kein Trick, den nur Polizisten oder Mechaniker kennen.
Aber richtig eingesetzt macht sie die Fahrt tatsächlich angenehmer.
Vor allem, wenn man bisher nie darauf geachtet hat.
Seit ich weiß, wann sie sinnvoll ist, benutze ich die Umlufttaste viel gezielter.
Nicht ständig.
Aber genau dann, wenn sie wirklich etwas bringt.
