Sobald draußen die Temperaturen deutlich steigen, beginnt in vielen Wohnungen jedes Jahr dieselbe Diskussion: Fenster auf oder Fenster zu? Dauerhaft lüften oder alles abdunkeln? Ventilator an oder lieber gar nichts machen? Gerade an sehr heißen Tagen wirkt vieles zunächst logisch, funktioniert in der Praxis aber genau andersherum. Ein geöffnetes Fenster fühlt sich zum Beispiel angenehm an, wenn etwas Luft durch den Raum zieht. Ist es draußen jedoch deutlich wärmer als drinnen, holt man sich mit diesem Luftzug gleichzeitig zusätzliche Wärme ins Haus.
Ich habe das selbst lange falsch gemacht. Sobald es morgens warm wurde, standen bei mir die Fenster offen. Ich dachte immer, frische Luft könne ja nur helfen. Am Nachmittag war die Wohnung dann trotzdem aufgeheizt und blieb selbst abends noch lange unangenehm warm. Erst als ich angefangen habe, konsequenter nach Außentemperatur und Sonnenstand zu lüften, wurde der Unterschied deutlich.
Der wichtigste Grundsatz ist eigentlich einfach: Lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen – schließen, wenn draußen die größere Hitze beginnt.
An heißen Sommertagen bedeutet das meistens, früh am Morgen möglichst gründlich durchzulüften. Ideal ist Querlüften: Fenster auf gegenüberliegenden Seiten öffnen, damit die kühlere Morgenluft schnell durch die Wohnung ziehen kann. Je nach Wetter reichen oft schon 15 bis 30 Minuten. Danach sollten die Fenster wieder geschlossen werden, sobald die Außentemperatur spürbar steigt.
Viele lassen aus Gewohnheit wenigstens ein Fenster gekippt. Genau das kann bei großer Hitze ungünstig sein. Über Stunden gelangt warme Außenluft hinein, während der eigentliche Luftaustausch trotzdem vergleichsweise langsam bleibt. Wenn es draußen 32 Grad und drinnen beispielsweise 25 Grad hat, möchte man diese heiße Luft eigentlich nicht permanent in die Wohnung holen.
Noch wichtiger als das Fenster selbst ist die Sonne. Besonders Fenster nach Süden und Westen können Räume innerhalb weniger Stunden stark aufheizen. Die Sonnenstrahlung trifft auf Boden, Möbel und Wände, diese speichern die Energie und geben sie später wieder als Wärme ab. Deshalb fühlt sich ein Zimmer teilweise noch lange nach Sonnenuntergang heiß an.
Am wirksamsten ist eine Beschattung, die außen vor dem Fenster sitzt. Rollläden, Außenjalousien oder Markisen halten einen Teil der Sonnenenergie ab, bevor sie überhaupt durch die Scheibe gelangt. Innenliegende Vorhänge helfen ebenfalls, sind aber meist weniger effektiv, weil die Wärme dann bereits hinter der Glasscheibe angekommen ist.
Wer Rollläden besitzt, muss die Wohnung übrigens nicht komplett in eine Höhle verwandeln. Häufig reicht es, die besonders sonnenexponierten Fenster rechtzeitig zu verschatten und die Rollläden nicht völlig lichtdicht zu schließen. Wichtig ist vor allem, die direkte Sonne vom Raum fernzuhalten.
