13.10.2026

Deftige Gulaschsuppe – ein Klassiker, der immer satt und glücklich macht ?

Beim Würzen halte ich mich zurück. Salz und Pfeffer kommen erst am Ende, weil die Brühe schon viel Geschmack bringt. Lieber langsam herantasten, als zu viel Salz auf einmal. Und dann ist sie da, die Suppe, kräftig, rotbraun, dampfend. Ich schöpfe sie in tiefe Teller, lege vielleicht ein Stück frisches Bauernbrot daneben, manchmal auch einen Klecks saure Sahne obendrauf. Und ich weiß, dass jeder am Tisch zufrieden sein wird.

Das Schöne an Gulaschsuppe ist auch, dass sie am nächsten Tag fast noch besser schmeckt. Alle Aromen haben dann Zeit gehabt, sich zu verbinden, das Fleisch ist noch saftiger, die Suppe noch kräftiger. Ich koche daher immer gleich eine große Menge, weil ich weiß, dass sie nicht nur heute, sondern auch morgen Freude bereitet.

Natürlich gibt es viele Varianten. Ich habe einmal eine Low-Carb-Version ausprobiert, ohne Kartoffeln, dafür mit Zucchini und Paprika. Sie war leichter, aber trotzdem kräftig, und überraschenderweise mochten sie sogar meine Kinder. Meine Freundin erzählte mir von der DDR-Version, wo Fleisch manchmal knapp war und man einfach mehr Gemüse oder Würstchen nahm – und trotzdem war es ein Festessen. Einmal probierte ich eine bayerische Variante mit einem Schuss Bier, die auch ihren Reiz hatte. Und in Ungarn bekam ich eine Suppe, die fast mehr ein Eintopf war, dick, würzig, mit kleinen Nockerln.

Für mich bleibt die klassische Version die beste, aber ich liebe es, mit solchen Geschichten zu experimentieren. Ich denke, genau das macht Gulaschsuppe aus: sie ist kein starres Rezept, sondern eine Grundlage, die man je nach Laune, Verfügbarkeit und Geschmack verändern kann. Manche geben Kümmel dazu, manche einen Spritzer Essig. Ich bleibe bei Majoran und Lorbeer, weil es für mich die authentische Kombination ist.

Am Ende ist es vor allem ein Gericht, das Menschen verbindet. Eine deftige Gulaschsuppe wird selten nur für eine Person gekocht. Man macht sie in einem großen Topf, für Familie, Freunde, Nachbarn. Man stellt den Topf auf den Tisch, jeder schöpft sich selbst, es wird gelacht, geredet, gegessen. Und wenn der Topf leer ist, bleibt dieses wohlige Gefühl im Bauch, satt und zufrieden. Für mich ist das wahre Glück – und genau deshalb koche ich immer wieder eine große Portion, wenn die Tage kälter werden.