Auberginenauflauf mit Kartoffeln
Vorgeschichte:
Es war an einem dieser oft verregneten Nachmittage im Herbst, als ich mich entschloss, etwas Neues in der Küche auszuprobieren. Eigentlich wollte ich nur ein Gericht zaubern, das nicht zu aufwendig war, aber trotzdem herzhaft genug für meine Familie. Die Kinder wollten etwas Warmes nach der Schule, und mein Mann hatte auf Arbeit schon angekündigt, dass er Hunger mitbringen würde. Zwischen den vielen Rezepten, die ich immer mal wieder aufschnappte – sei es aus Zeitschriften, von Bekannten oder aus dem Internet – blieb mein Blick an einem Rezept hängen, das ich schon lange nicht mehr gesehen hatte: Auberginenauflauf mit Kartoffeln. Irgendwie klang das ganz bodenständig, vielleicht sogar ein bisschen altmodisch, aber genau das hat mich neugierig gemacht.
Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie ich damals, bevor ich das Rezept ausprobierte, über die Auberginen in der Küche stand und mich fragte, ob meine Familie das überhaupt mögen würde. Auberginen sind ja nicht immer jedermanns Sache. Doch ich dachte mir: „Warum nicht mal etwas ausprobieren, das mit Kartoffeln kombiniert wird? Das ist ja fast wie ein Auflauf, der sättigt und warm macht.“ Also habe ich alle Zutaten zusammengetragen, die ich zu Hause hatte, und den kleinen Zauber gewagt.
Schon beim Schneiden der Auberginen breitete sich ein warmer, aromatischer Duft in der Küche aus, der einen direkt auf das Essen einstimmt. Das Anbraten der Auberginen und der geschichtete Aufbau des Auflaufs in der Auflaufform hatten fast etwas beruhigendes. Ich genoss diesen Moment, während die Kinder neugierig am Küchentisch herumsprangen. Als der Auflauf dann im Ofen brutzelte, breitete sich ein herrlicher Geruch in der Wohnung aus, der nicht nur appetitlich war, sondern richtig nach „Familienessen“ roch. Es ist dieser Duft nach gebackenen Kartoffeln, würziger Tomatensoße und leicht nussiger Aubergine, der noch heute in meine Erinnerung eingebrannt ist.
Bei der ersten Verkostung saßen wir alle zusammen am Tisch, und ich war gespannt, wie das Ergebnis ankam. Die Kinder waren begeistert, auch wenn sie zugeben mussten, dass die Aubergine jetzt nicht ihr Lieblingsgemüse sei – aber in Kombination mit Kartoffeln und dem würzigen Auflauf schmeckte es ihnen richtig gut. Mein Mann war so begeistert, dass er gleich ein zweites Stück wollte. Seit diesem Tag gehört der Auberginenauflauf mit Kartoffeln regelmäßig zu unserem Speiseplan, vor allem an Tagen, an denen es draußen ungemütlich ist und man etwas Deftiges braucht, was trotzdem nicht zu schwer im Magen liegt.
Dieses Rezept hat mich gelehrt, dass wenig Aufwand und ganz einfache Zutaten oft die besten Gerichte hervorbringen. Und dass man manchmal einfach den Mut haben sollte, Klassisches neu zu entdecken und für die eigene Familie anzupassen. Heute möchte ich euch dieses Rezept ans Herz legen, mit all meinen Tipps und kleinen Tricks, die mir dabei geholfen haben, den Auflauf jedes Mal ein bisschen besser zu machen.
Zutaten:
– 2 mittelgroße Auberginen
– 700 g Kartoffeln festkochend
– 1 große Zwiebel
– 2 Knoblauchzehen
– 400 g stückige Tomaten aus der Dose
– 150 ml Gemüsebrühe
– 150 g geriebener Käse, z. B. Gouda oder Emmentaler
– 3 EL Olivenöl
– 1 TL getrockneter Oregano
– 1 TL getrocknetes Basilikum
– Salz und Pfeffer nach Geschmack
– 1 Prise Zucker
– 100 g Schmand oder Crème fraîche (optional für eine cremige Schicht)
– Frische Petersilie zum Garnieren (optional)
Zubereitung:
Zuerst kümmern wir uns um die Vorbereitung des Gemüses, denn ein guter Auflauf lebt von sorgfältig geschnittenen Zutaten. Die Auberginen werden gewaschen und in etwa 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Wer mag, kann die Scheiben leicht mit Salz bestreuen und etwa 10 Minuten ziehen lassen, damit sie etwas von ihrem Wasser ziehen und eine mögliche Bitterkeit verfliegt. Danach die Scheiben gut abtupfen – das ist wichtig, damit der Auflauf nicht zu wässrig wird.
Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden, etwa 3-4 mm dick, damit sie im Backofen gut garen können. Am besten verwendet man dafür einen scharfen Messer oder eine Küchenmaschine, damit die Scheiben gleichmäßig werden und der Auflauf später schön durchgart.
Dann die Zwiebel schälen und fein würfeln, ebenso den Knoblauch. In einer breiten Pfanne erhitzen wir nun das Olivenöl, dann die Zwiebel darin glasig dünsten. Der Duft, der dabei entsteht, ist schon fast ein Vorgeschmack auf das fertige Gericht – warm, süßlich und ein wenig würzig zugleich. Den Knoblauch kurz mit in die Pfanne geben und anbraten, aber darauf achten, dass er nicht verbrennt, sonst wird er schnell bitter.
Nun kommen die stückigen Tomaten in die Pfanne, die Gemüsebrühe dazugeben, Oregano, Basilikum, eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer untermischen. Lasst die Soße bei leichter Hitze etwa 10 Minuten köcheln, damit sie etwas sämiger wird und alle Aromen sich verbinden. Gerade bei Tomatensoße lohnt es sich, die Zeit zu nehmen, denn so wird sie herrlich aromatisch, ohne wässrig zu bleiben.
Während die Soße köchelt, können wir schon den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft 160 Grad). Danach brauchen wir eine leicht eingefettete Auflaufform, in die wir lagenweise die Zutaten schichten werden.
Zuerst eine dünne Schicht Kartoffelscheiben auf dem Boden der Form auslegen, darauf eine Schicht Auberginenscheiben legen. Dann verteilen wir einen Teil der Tomatensoße darüber und gegebenenfalls ein paar Kleckse Schmand, was dem Auflauf später eine besonders cremige Note verleiht. Das Ganze wiederholt ihr, bis alle Zutaten aufgebraucht sind – die letzte Schicht sollte aus Kartoffeln bestehen und darauf dann der geriebene Käse kommen.
Am Ende gieße ich gerne noch ein bisschen von der restlichen Gemüsebrühe über die oberste Schicht, dass trägt dazu bei, dass die Kartoffeln nicht austrocknen und der Auflauf durchzieht, ohne matschig zu werden.
Der Auflauf wandert nun für etwa 45 bis 60 Minuten in den vorgeheizten Backofen. Wichtig ist, dass die Kartoffeln schön weich werden – ihr könnt die Garheit zwischendurch mit einer Gabel prüfen. Sobald der Käse goldgelb und leicht knusprig ist, kann der Auflauf aus dem Ofen. Lasst ihn etwa 10 Minuten ruhen, bevor ihr die Portionen schneidet, so kann er sich setzen und lässt sich besser aus der Form heben.
Die Küche hatte während des Backens diesen herrlichen Duft, nach gebackener Aubergine und geschmolzenem Käse, den ich so liebe – es ist fast, als würde man das Zuhause riechen können. Meine Familie konnte es kaum erwarten, bis der erste Teller vor ihnen stand und der erste Löffel probiert wurde.
Tipps und Varianten:
Auf jeden Fall ist dieses Gericht vielseitig. Für einen noch intensiveren Geschmack könnt ihr die Auberginen vorher in etwas Olivenöl anbraten, bevor sie geschichtet werden. Das macht sie weicher und gibt eine leicht geröstete Note. Andererseits ist das Weglassen des Vor-Salzens auch möglich, wenn ihr es eilig habt – dann sind die Auberginen einfach etwas saftiger im Auflauf, ohne dass es den Geschmack beeinträchtigt.
Wer die Soße noch würziger mag, kann neben Oregano und Basilikum auch Thymian oder Rosmarin hinzufügen. Auch ein bisschen frischer Chili gibt dem Gericht eine feine Schärfe, die super zur Cremigkeit der Schmand-Schicht passt. Wenn ihr die Tomatensoße mit frischen Tomaten machen wollt, solltet ihr darauf achten, dass ihr sie vorher gut einkocht, damit sie schön dick wird.
Eine Variation wäre es auch, gelegentlich Hackfleisch dazuzugeben oder Linsen, um das Gericht proteinreicher zu machen. Dabei sorgt dann die vegetarische Variante mit Linsen sogar für eine tolle Kombination aus Gemüse, Eiweiß und sättigender Kartoffel.
Was die Käseauswahl angeht, macht es Spaß, zu experimentieren. Parmesan oder Pecorino geben eine würzige Note, Gouda ist mild und lässt das Aroma der Auberginen durchscheinen. Auch eine Mischung verschiedener Käsesorten bringt mehr Tiefe.
Wenn ihr Reste habt, sollten diese gut abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden und am nächsten Tag entweder im Ofen oder in der Mikrowelle wieder aufgewärmt werden. Sie schmecken oft sogar noch besser, weil die Aromen sich dann gut verbunden haben. Man kann den Auflauf auch portionsweise einfrieren, dann einfach langsam im Kühlschrank auftauen und anschließend im Ofen erhitzen.
Dieser Auberginenauflauf mit Kartoffeln eignet sich hervorragend für Familienessen an kalten Tagen, denn er ist sättigend, lässt sich gut vorbereiten und man kann ihn sehr gut auch in größeren Mengen zubereiten – perfekt zum Mitbringen oder für Gäste, bei denen man etwas Herzhaftes und Bodenständiges auf den Tisch zaubern möchte. Für ein schnelles Abendessen unter der Woche ist er vielleicht nicht die erste Wahl aufgrund der Backzeit, aber es lohnt sich immer, einmal etwas vorzubereiten und am nächsten Tag aufzuwärmen. Gerade für einen gemütlichen Sonntagsbratenersatz ist er wunderbar.
Und noch ein kleiner Tipp zum Servieren: Frische Petersilie oder Basilikum passt wunderbar zum Abschluss darüber gestreut, auch ein kleiner Klecks Crème fraîche oder ein frischer grüner Salat nebenher bringt Frische ins Gericht und macht es noch runder.
Ich genieße diesen Auflauf immer wieder gern, weil er unkompliziert ist, mit wenigen Zutaten auskommt und die ganze Familie glücklich macht. Wenn ihr Auberginen und Kartoffeln mögt, wird euch dieses Rezept auch schnell ans Herz wachsen – genau wie mir damals an jenem verregneten Nachmittag, als ich es zum ersten Mal entdeckt habe. Lasst euch von den einfachen Dingen in der Küche überraschen, denn oft sind es gerade die, die uns am meisten Freude machen. Guten Appetit!
