Salattorte fürs Grillen – schon allein der Gedanke daran bringt mich zum Schmunzeln, weil ich mich daran erinnere, wie ich das erste Mal so ein Rezept ausprobiert habe. Normalerweise stellt man sich unter einer Torte ja etwas Süßes vor, Sahne, Früchte, Schokolade vielleicht. Aber bei der Salattorte ist es ganz anders, sie sieht aus wie eine Torte, wird auch so angerichtet, Schicht für Schicht in einer Springform aufgebaut, aber sie besteht eben nicht aus Zucker und Creme, sondern aus knackigem Gemüse, Käse, Eiern und Schinken. Ich weiß noch, wie meine Nachbarin vor Jahren mit so einem Gericht zum Grillabend kam, und wir alle haben gestaunt, weil wir es so noch nie gesehen hatten. Und am Ende war die Platte als eine der ersten leer, jeder wollte probieren, jeder wollte ein Stück Salat – ein Stück Torte, aber herzhaft. Seitdem ist die Idee bei mir hängen geblieben, und ich habe sie immer wieder weiterentwickelt, angepasst und ausprobiert, mal mit anderen Zutaten, mal mit ein bisschen mehr Käse, mal mit einem leichten Dressing dazwischen, aber das Grundprinzip ist immer gleich geblieben.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Das Schöne an dieser Salattorte ist, dass sie einerseits einfach zuzubereiten ist, aber andererseits ein echter Hingucker auf jedem Buffet oder Grillfest. Man kennt ja die üblichen Beilagen: Kartoffelsalat, Nudelsalat, grüne Salate, Baguette und Dips. Alles lecker, alles vertraut, aber irgendwann möchte man auch mal etwas anderes anbieten, etwas, das gleich beim ersten Blick für Gesprächsstoff sorgt. Wenn man diese Torte auf den Tisch stellt, dann gibt es fast immer Kommentare wie „Was ist das denn?“ oder „Das sieht ja witzig aus!“. Und wenn man dann erklärt, dass es sich um eine Salattorte handelt, die man wie ein Stück Kuchen schneiden und servieren kann, dann ist das Staunen noch größer.
Ich gebe zu, am Anfang dachte ich, es wäre viel zu aufwendig. Schichten, dekorieren, schneiden – aber im Grunde genommen ist es nicht schwerer als einen normalen Salat zuzubereiten. Man schneidet das Gemüse, kocht die Eier, raspelt den Käse, und dann geht es eigentlich nur noch darum, die Zutaten so in die Form zu schichten, dass es am Ende nach etwas aussieht. Es ist ein bisschen wie Basteln in der Küche, man stapelt Schicht auf Schicht, drückt alles ein bisschen fest und freut sich, wenn man die Form löst und wirklich eine kleine Torte vor sich stehen hat.
Die Zutaten, die ich meistens nehme, sehen so aus:
350 Gramm Emmentaler, geraspelt
1 Bund Radieschen
1 Rettich
250 Gramm gekochter Schinken (manchmal Hähnchen, manchmal Rind)
6 Eier, gekocht
1 Stange Lauch
500 Gramm Tomaten
3 rote Zwiebeln
1 Kopfsalat
Cocktailtomaten zum Verzieren
Natürlich kann man bei den Zutaten variieren. Manchmal nehme ich Gouda statt Emmentaler, manchmal auch Feta, je nachdem, was ich gerade im Kühlschrank habe. Auch beim Schinken bin ich flexibel – ich habe sogar schon mal Putenbrustaufschnitt genommen, als nichts anderes da war, und es hat genauso gut funktioniert. Radieschen bringen eine schöne Schärfe, die man sonst oft in Salaten vermisst, und der Rettich sorgt für Frische. Die Eier machen die Torte gehaltvoll, und die Tomaten bringen Saftigkeit. Der Lauch sorgt für Würze, und die roten Zwiebeln sind einfach unverzichtbar, weil sie diesen süßlich-scharfen Geschmack beisteuern. Am Ende ist es ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Aromen, die sich in den Schichten zu einem harmonischen Ganzen verbinden.
Die Zubereitung läuft eigentlich immer gleich: Zuerst koche ich die Eier, das geht nebenbei, während ich schon das Gemüse wasche und schneide. Radieschen in feine Scheiben, den Rettich ebenfalls dünn hobeln, den Lauch in Ringe schneiden, Tomaten würfeln oder in Scheiben, je nachdem, was besser passt. Den Kopfsalat wasche ich gründlich, lasse ihn abtropfen und lege damit meistens die Form aus. Das sieht später hübsch aus, wenn die grünen Blätter außen zu sehen sind. Dann beginne ich mit dem Schichten. Meistens starte ich mit einer Schicht Salatblätter, dann kommen Radieschen und Rettich, darüber ein bisschen Käse, dann Schinken, Zwiebeln, Eier, wieder Salat, Tomaten, wieder Käse und so weiter. Zwischendurch streue ich immer ein bisschen Salz und Pfeffer, manchmal auch ein paar Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie. Alles wird leicht angedrückt, damit es am Ende stabil bleibt.
Das Ganze stelle ich dann am liebsten für ein, zwei Stunden in den Kühlschrank, damit es sich setzen kann. Wenn man die Springform löst, hat man wirklich das Gefühl, eine richtige Torte zu präsentieren, nur eben herzhaft. Ein paar Cocktailtomaten und Kräuter oben als Deko machen das Ganze perfekt. Schneiden lässt sich die Torte tatsächlich wie Kuchenstücke, und jeder Gast bekommt so sein „Stück Salat“.
Es klingt vielleicht banal, aber genau das sorgt für diesen Überraschungseffekt. Die Leute freuen sich, dass sie nicht einfach eine Schüssel mit grünem Salat auf den Tisch gestellt bekommen, sondern dass sich jemand die Mühe gemacht hat, daraus etwas Besonderes zu machen. Und seien wir ehrlich: das Auge isst immer mit.
