Kaum ein Gemüse fällt durch seine Farbe so stark auf wie Rote Bete. Zusammen mit Karotten, Äpfeln, Zitrone und etwas Ingwer entsteht daraus ein intensiv roter Saft, der in sozialen Netzwerken immer wieder als besonderes Gesundheitsgetränk auftaucht. Teilweise werden dabei enorme Versprechen gemacht: Der Saft soll angeblich die Leber von Fett befreien, den Darm „reinigen“, beim Abnehmen helfen und sogar die Sehkraft zurückbringen.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
So beeindruckend solche Aussagen klingen, ein einzelnes Getränk kann all das nicht leisten. Trotzdem muss man den Rote-Bete-Mix deshalb nicht abschreiben. Die verwendeten Zutaten liefern tatsächlich verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe und können hervorragend in eine abwechslungsreiche Ernährung integriert werden.
Entscheidend ist also, zwischen den tatsächlichen ernährungsphysiologischen Eigenschaften der Zutaten und übertriebenen Heilversprechen zu unterscheiden.
Zutaten
1 mittelgroße Rote Bete
3 Karotten
2 Äpfel
6 frische Grünkohlblätter
1/2 Zitrone, geschält
ca. 2,5 cm frischer Ingwer
1–2 Tassen Wasser
einige Eiswürfel nach Wunsch
Warum Rote Bete so interessant ist
Rote Bete bildet geschmacklich und optisch den Mittelpunkt dieses Getränks. Ihre intensive dunkelrote Farbe stammt von natürlichen Pflanzenfarbstoffen, den sogenannten Betalainen.
Außerdem enthält Rote Bete natürlich vorkommende Nitrate. Genau deshalb ist das Gemüse auch Gegenstand zahlreicher ernährungswissenschaftlicher Untersuchungen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Rote-Bete-Saft Ablagerungen oder Fett einfach aus der Leber „herausspült“. Solche Aussagen vereinfachen komplexe Vorgänge im menschlichen Körper erheblich.
Als Gemüse ist Rote Bete dennoch eine interessante Ergänzung des Speiseplans – und zusammen mit süßeren Zutaten wie Apfel und Karotte schmeckt sie vielen Menschen deutlich angenehmer als pur.
Karotten und die Sehkraft
Besonders häufig wird dieses Getränk mit den Augen in Verbindung gebracht. Der Grund dafür sind hauptsächlich die enthaltenen Karotten.
Karotten sind reich an Beta-Carotin. Der Körper kann Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln, und Vitamin A trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei.
Hier steckt also ein wahrer Kern hinter dem bekannten Zusammenhang zwischen Karotten und den Augen.
Daraus darf allerdings nicht die Behauptung werden, ein Karotten- oder Rote-Bete-Saft könne eine verlorene Sehkraft einfach wiederherstellen. Wer ausreichend mit Vitamin A versorgt ist, bekommt durch immer größere Mengen Karotten nicht automatisch immer bessere Augen.
Bei neu auftretenden oder zunehmenden Sehproblemen gehört die Ursache medizinisch abgeklärt und nicht mit einem Saft behandelt.
Äpfel machen den Saft angenehmer
Zwei Äpfel sorgen für natürliche Süße und gleichen den erdigen Geschmack der Roten Bete sowie die kräftige Note des Grünkohls aus.
Dadurch wird der Saft auch für Menschen interessant, denen reiner Gemüsesaft normalerweise zu intensiv schmeckt.
Äpfel enthalten außerdem verschiedene Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Allerdings macht es einen Unterschied, ob ein ganzer Apfel gegessen oder lediglich sein abgesiebter Saft getrunken wird.
Ein erheblicher Teil der Ballaststoffe befindet sich in den festen Bestandteilen, die beim Entsaften oder Abseihen zurückbleiben.
Grünkohl bringt zusätzliche Pflanzenstoffe
Sechs Grünkohlblätter ergänzen das Getränk um eine weitere Gemüsekomponente. Grünkohl liefert unter anderem Vitamin C und verschiedene Carotinoide.
Geschmacklich ist er deutlich kräftiger als Apfel oder Karotte. Deshalb ist die Kombination der Zutaten hier durchaus sinnvoll: Apfel und Karotte mildern das grüne Aroma, während Zitrone zusätzliche Frische hineinbringt.
Vor der Verarbeitung sollten die Blätter besonders gründlich gewaschen werden.
Zitrone sorgt für Frische
Eine halbe geschälte Zitrone reicht bereits aus, um den Geschmack deutlich zu verändern.
Ihre Säure bildet einen angenehmen Kontrast zur Süße von Äpfeln und Karotten. Gleichzeitig liefern Zitronen Vitamin C.
Auch bei Zitronen begegnet man allerdings häufig dem Begriff „Detox“. Zitronenwasser oder Zitronensaft besitzen keine besondere Fähigkeit, Giftstoffe aus dem Körper herauszuspülen.
Zitronen bleiben trotzdem ein wertvolles Lebensmittel – dafür braucht es keine zusätzlichen Detox-Versprechen.
Ingwer für etwas Schärfe
Ein kleines Stück frischer Ingwer verleiht dem Getränk eine leicht scharfe und würzige Note.
Gerade bei einem süßlich-erdigen Saft kann diese kleine Menge geschmacklich einen großen Unterschied machen.
