Man kommt nach dem Einkaufen oder nach der Arbeit zu seinem Auto zurück und entdeckt plötzlich etwas Merkwürdiges: Im Türgriff steckt eine Münze. Im Internet kursiert seit Jahren die Behauptung, dass dies ein raffinierter Trick von Autodieben sei. Die Münze soll angeblich verhindern, dass eine Tür richtig verriegelt wird, sodass der Täter später problemlos ins Fahrzeug gelangen kann.
Die Geschichte klingt zunächst plausibel und wird in sozialen Netzwerken immer wieder geteilt. Doch was steckt tatsächlich dahinter – und wie sollte man reagieren, wenn man eine Münze oder einen anderen Gegenstand am Türgriff entdeckt?
Die bekannte Geschichte mit der Münze
Nach der verbreiteten Version platzieren Diebe eine Münze zwischen Türgriff und Karosserie, häufig an der Beifahrertür. Der Fahrer steigt ein, fährt weg und verriegelt sein Fahrzeug später wie gewohnt mit der Fernbedienung.
Die Münze soll dabei angeblich dafür sorgen, dass die betreffende Tür nicht vollständig verriegelt wird. Der Täter könnte anschließend zurückkehren, die Tür öffnen und Gegenstände aus dem Fahrzeug stehlen.
Genau diese Erklärung hat dafür gesorgt, dass Fotos von Münzen in Autotürgriffen immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen.
Funktioniert dieser Trick tatsächlich?
Hier sollte man vorsichtig sein. Die Behauptung wird im Internet häufig als Tatsache dargestellt, ist aber nicht bei jedem Fahrzeug technisch plausibel. Moderne Zentralverriegelungen werden normalerweise elektrisch gesteuert. Eine Münze hinter einem äußeren Türgriff sorgt daher nicht automatisch dafür, dass das Schloss geöffnet bleibt.
Je nach Konstruktion des Fahrzeugs kann ein Gegenstand am Griff zwar dessen Bewegung beeinflussen oder sogar Schäden verursachen. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Zentralverriegelung dadurch zuverlässig außer Kraft gesetzt wird.
Deshalb sollte man eine gefundene Münze nicht automatisch als Beweis für einen versuchten Autodiebstahl betrachten.
