Manchmal sind es gerade die einfachen Kartoffelgerichte, bei denen am Tisch plötzlich jeder noch einmal zugreift. Diese Mojo Potatoes gehören für mich genau in diese Kategorie. Außen bekommen die Kartoffelscheiben eine wunderbar würzige und knusprige Hülle, während sie innen schön weich und saftig bleiben. Dazu eine cremige Knoblauchsoße – und schon steht eine Schüssel auf dem Tisch, die meistens schneller leer ist, als man denkt.
Ich mag dieses Rezept besonders, weil man aus ganz normalen Kartoffeln etwas machen kann, das überhaupt nicht nach einer gewöhnlichen Kartoffelbeilage schmeckt. Die Scheiben werden nicht einfach nur frittiert. Sie bekommen vorher eine feuchte Hülle aus Ei und Milch und anschließend eine kräftig gewürzte Mischung aus Mehl und Stärke. Genau dadurch entsteht beim Frittieren diese schöne Kruste.
Bei uns würde ich solche Kartoffeln nicht einmal unbedingt als Beilage bezeichnen. Mit einem Dip daneben sind sie ein richtig schöner Snack für einen gemütlichen Abend. Sie passen aber genauso gut zu Fleisch, Burgern oder einem großen Salat. Und wenn Besuch kommt, kann man einfach eine größere Portion vorbereiten und alles frisch ausbacken.
Zutaten
Für die Kartoffeln:
600 g Kartoffeln
1 Ei
25 ml Milch
60 g Weizenmehl
60 g Speisestärke
½ TL Salz
¼ TL Paprikapulver
¾ TL Knoblauchpulver
1 bis 1½ TL Zwiebelpulver
¼ TL Oregano
½ TL Thymian
¼ TL schwarzer Pfeffer
½ TL Cayennepfeffer, nach Geschmack
Öl zum Frittieren
Für den cremigen Dip:
200 g Mayonnaise
¼ TL Knoblauchpulver
1–2 TL Zitronensaft
etwas geräuchertes Paprikapulver
Salz
Pfeffer
Zubereitung
Die Kartoffeln zuerst sehr gründlich unter fließendem Wasser waschen. Da die Schale ruhig an den Kartoffeln bleiben darf, schrubbe ich sie mit einer kleinen Gemüsebürste ab. Anschließend gut trocken tupfen.
Nun die Kartoffeln in ungefähr einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Sie sollten möglichst ähnlich dick sein, damit später nicht einige schon dunkel werden, während andere innen noch zu fest sind.
In einer Schüssel das Ei mit der Milch gründlich verquirlen. Die Mischung muss nicht schaumig werden, Ei und Milch sollen sich lediglich gut miteinander verbinden.
In einer zweiten, etwas größeren Schüssel Mehl und Speisestärke vermischen. Salz, Paprikapulver, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Oregano, Thymian, Pfeffer und Cayennepfeffer dazugeben und alles sorgfältig vermengen.
Beim Cayennepfeffer kann man natürlich nach dem eigenen Geschmack gehen. Wer es mild mag, verwendet nur eine kleine Prise. Bei uns darf es ein wenig würziger sein, aber ich würde trotzdem nicht zu viel nehmen, denn Knoblauch, Zwiebel und Paprika sollen ebenfalls noch herauszuschmecken sein.
Jetzt kommen die Kartoffelscheiben zunächst in die Ei-Milch-Mischung. Ich gebe immer nur einige Scheiben gleichzeitig hinein, damit wirklich jede Seite etwas davon abbekommt.
Danach die feuchten Kartoffelscheiben direkt in die Mehl-Gewürz-Mischung geben. Von beiden Seiten darin wenden und die Panade leicht andrücken. Überschüssiges Mehl anschließend vorsichtig abschütteln.
Die panierten Kartoffelscheiben nebeneinander auf einen Teller oder ein Brett legen und etwa 10 Minuten ruhen lassen. Dadurch haftet die Hülle etwas besser und löst sich beim Frittieren nicht so schnell.
In der Zwischenzeit ausreichend Öl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne auf ungefähr 160–170 °C erhitzen.
Wer kein Küchenthermometer besitzt, kann einen Holzkochlöffelstiel in das heiße Öl halten. Steigen rundherum kleine Bläschen auf, ist das Öl in der Regel heiß genug. Es sollte allerdings nicht rauchen.
Die Kartoffelscheiben portionsweise ins Öl geben. Wichtig ist, den Topf nicht zu voll zu machen. Gibt man zu viele Kartoffeln auf einmal hinein, sinkt die Temperatur des Öls stark ab und die Panade saugt sich eher mit Fett voll, anstatt schön knusprig zu werden.
Die Scheiben einige Minuten goldbraun ausbacken und zwischendurch vorsichtig wenden. Je nach Dicke der Kartoffeln dauert das ungefähr 4–6 Minuten.
Sobald sie außen schön goldbraun und knusprig aussehen, mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Am besten probiert man die erste Kartoffelscheibe gleich. Ist sie innen weich und außen schön kross, stimmt die Temperatur. Sollte die Kruste bereits dunkel sein, während die Kartoffel innen noch fest ist, das Öl etwas weniger heiß werden lassen.
Die restlichen Kartoffeln genauso frittieren.
Der schnelle Dip dazu
Während die Kartoffeln portionsweise ausgebacken werden, lässt sich der Dip vorbereiten.
Dafür Mayonnaise in eine kleine Schüssel geben. Knoblauchpulver, etwas Zitronensaft und eine kleine Prise geräuchertes Paprikapulver unterrühren. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
Ich gebe den Zitronensaft immer nach und nach dazu. Der Dip soll frisch schmecken, aber nicht sauer werden. Meist reichen schon ein oder zwei Teelöffel vollkommen aus.
Wer den Dip etwas leichter möchte, kann einen Teil der Mayonnaise durch Naturjoghurt oder saure Sahne ersetzen. Dadurch wird er etwas frischer und passt besonders gut zu den würzigen Kartoffeln.
Die fertigen Mojo Potatoes möglichst noch warm servieren. Genau dann schmecken sie für mich am besten: Die Hülle ist frisch und knusprig, innen sind die Kartoffeln weich und der kühle Dip bildet einen schönen Gegensatz dazu.
Warum Mehl und Speisestärke zusammen so gut funktionieren
Bei diesem Rezept würde ich die Speisestärke nicht einfach weglassen. Nur mit Mehl bekommt man zwar ebenfalls eine Panade, sie wird aber etwas anders.
Die Stärke sorgt dafür, dass die äußere Schicht beim Frittieren trockener und knuspriger wird. Zusammen mit dem Mehl entsteht eine Kruste, die schön an den Kartoffelscheiben haftet, ohne zu dick zu sein.
Auch deshalb sollte man die Kartoffeln nach dem Panieren einige Minuten liegen lassen. Die Feuchtigkeit aus der Ei-Milch-Mischung verbindet sich dabei etwas mit der trockenen Panade.
Welche Kartoffeln eignen sich?
Ich nehme am liebsten größere Kartoffeln, weil daraus schöne gleichmäßige Scheiben entstehen. Vorwiegend festkochende Sorten sind eine gute Wahl. Sie werden innen weich, zerfallen aber beim Panieren und Frittieren nicht sofort.
Sehr kleine Kartoffeln funktionieren natürlich ebenfalls, allerdings bekommt man dann entsprechend kleinere Scheiben.
Die Schale lasse ich gern dran. Sie gibt den Kartoffeln einen etwas rustikaleren Geschmack und spart außerdem Arbeit. Wer Kartoffelschale nicht mag, kann die Kartoffeln selbstverständlich vorher schälen.
Wichtig ist dann nur, sie nach dem Waschen beziehungsweise Schälen gut abzutrocknen.
Ein kleiner Trick für besonders knusprige Kartoffeln
Die fertigen Kartoffeln nach dem Frittieren nicht übereinander in eine tiefe Schüssel werfen. Dort sammelt sich Dampf und die schöne Kruste wird schnell wieder weich.
Besser ist es, sie zunächst nebeneinander auf Küchenpapier oder ein Gitter zu legen. Erst unmittelbar vor dem Servieren kommen sie gemeinsam in einen Korb oder auf eine Platte.
Wenn ich eine größere Menge mache, halte ich die ersten Portionen bei niedriger Temperatur im Backofen warm. Dabei lasse ich ausreichend Platz zwischen den Kartoffeln.
Dazu passen die Mojo Potatoes besonders gut
Eigentlich brauchen sie nicht viel mehr als einen guten Dip. Trotzdem lassen sie sich wunderbar mit anderen Gerichten kombinieren.
Zu gegrilltem Hähnchen oder Schweinefleisch passen sie genauso gut wie zu einem Burger. Auch neben einem frischen grünen Salat machen sie sich hervorragend.
Für einen gemütlichen Fernsehabend kann man gleich zwei oder drei verschiedene Soßen auf den Tisch stellen: Knoblauchdip, Kräuterquark und beispielsweise eine leicht scharfe Paprikasoße.
Dann stellt man einfach eine große Schüssel mit den heißen Kartoffeln in die Mitte – und jeder nimmt sich.
Kann man sie vorbereiten?
Ein bisschen Vorbereitung ist möglich. Die Gewürzmischung kann beispielsweise schon Stunden vorher angerührt werden. Auch der Dip lässt sich sehr gut vorbereiten und bis zum Servieren abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
Die Kartoffeln würde ich dagegen erst kurz vor dem Frittieren panieren.
Frisch schmecken Mojo Potatoes eindeutig am besten. Nach längerer Zeit verliert die Panade etwas von ihrer Knusprigkeit.
Falls trotzdem etwas übrig bleibt, die Kartoffeln vollständig abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren. Zum Aufwärmen würde ich sie nicht in die Mikrowelle geben, denn dort werden sie eher weich.
Besser einige Minuten im heißen Backofen oder in der Heißluftfritteuse erwärmen. Dadurch wird die Oberfläche wieder deutlich knuspriger.
Eine Variante aus der Heißluftfritteuse
Wer nicht mit einem Topf voller Öl arbeiten möchte, kann die Kartoffeln auch in der Heißluftfritteuse ausprobieren.
Die panierten Scheiben dafür leicht mit Öl besprühen und mit etwas Abstand in den Korb legen. Bei ungefähr 190 °C backen, bis sie goldbraun und innen weich sind. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.
Je nach Gerät und Dicke der Scheiben braucht man ungefähr 15–20 Minuten.
Ganz genauso wie klassisch frittierte Kartoffeln werden sie nicht. Die Variante aus heißem Öl bekommt eine etwas gleichmäßigere und kräftigere Kruste. Trotzdem ist die Airfryer-Version eine praktische Alternative und benötigt erheblich weniger Öl.
Mein Tipp
Bei der Gewürzmischung kann man ruhig ein wenig experimentieren. Wer Knoblauch liebt, nimmt etwas mehr Knoblauchpulver. Wer es scharf mag, erhöht die Menge Cayennepfeffer. Auch ein wenig geräuchertes Paprikapulver in der Panade schmeckt sehr gut.
Nur mit Salz würde ich zunächst vorsichtig sein. Nach dem Frittieren kann man immer noch etwas nachsalzen.
Und genau das ist für mich das Schöne an diesen Mojo Potatoes: Das Grundrezept ist unkompliziert, lässt sich aber ganz leicht an den eigenen Geschmack anpassen.
Frisch aus dem Öl, noch warm und mit einer Schale Knoblauchdip daneben sind sie besonders lecker. Außen knuspert die würzige Hülle, darunter wartet die weiche Kartoffel – und meistens bleibt es nicht bei einer Scheibe.
