Manchmal entstehen die besten Rezepte genau dann, wenn man gar nicht danach sucht. So war es auch bei diesem unglaublich cremigen Joghurtkuchen. Eigentlich wollte ich damals nur kurz bei meiner Nachbarin vorbeischauen. Es war ein verregneter Sonntagnachmittag, an dem niemand so recht wusste, was er mit dem Tag anfangen sollte. Die Kinder waren gelangweilt, draußen nieselte es ununterbrochen und ich hatte gerade eine Kanne Kaffee gekocht, als das Telefon klingelte.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Meine Nachbarin fragte, ob ich kurz auf ein Stück Kuchen vorbeikommen möchte. Ehrlich gesagt hatte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Lust auf etwas Süßes. Trotzdem nahm ich die Einladung an. Schließlich wohnten wir nur wenige Häuser voneinander entfernt und ein gemütlicher Plausch bei Kaffee klang deutlich besser als der graue Himmel vor dem Fenster.
Als ich ihre Küche betrat, stand bereits ein Kuchen auf dem Tisch. Auf den ersten Blick sah er ganz unscheinbar aus. Kein aufwendiger Belag, keine Sahnetürme, keine kunstvolle Dekoration. Einfach nur ein goldgelber Kuchen mit einer leicht gebräunten Oberfläche. Doch schon beim Anschneiden fiel mir auf, dass er anders war als viele andere Kuchen. Die Mitte wirkte unglaublich weich und cremig.
Nach dem ersten Bissen war ich sofort begeistert.
Der Kuchen war leicht, locker und gleichzeitig wunderbar saftig. Er schmeckte angenehm nach Vanille und Zitrone, war nicht übertrieben süß und hatte eine Konsistenz, die fast an einen Käsekuchen erinnerte. Sofort fragte ich nach dem Rezept.
Meine Nachbarin lachte und meinte nur: „Das Verrückte daran ist, dass überhaupt kein Mehl drin ist.“
Ich konnte es kaum glauben.
Bis dahin war ich fest davon überzeugt gewesen, dass ein Kuchen ohne Mehl niemals diese Konsistenz erreichen könnte. Doch genau das machte ihn so besonders. Statt Mehl sorgen griechischer Joghurt, Eier und etwas Puddingpulver für die wunderbare Struktur.
Natürlich schrieb ich mir das Rezept sofort auf.
Noch am selben Abend stand ich selbst in der Küche und bereitete den Kuchen zu. Seit diesem Tag gehört er zu meinen absoluten Lieblingsrezepten. Besonders dann, wenn Besuch kommt oder wenn ich etwas backen möchte, das zwar beeindruckend aussieht, aber trotzdem unkompliziert gelingt.
Das Schönste an diesem Kuchen ist seine Vielseitigkeit. Im Sommer serviere ich ihn mit frischen Erdbeeren oder Himbeeren. Im Herbst passt er hervorragend zu Zwetschgen oder einem kleinen Klecks Apfelkompott. Im Winter reicht oft schon etwas Puderzucker, um daraus einen wunderbaren Nachmittagskuchen zu machen.
Vor allem liebe ich die Tatsache, dass er deutlich leichter wirkt als viele klassische Kuchen. Nach einem Stück fühlt man sich angenehm satt, aber nicht beschwert. Genau deshalb verschwindet dieser Kuchen bei Familienfeiern meist schneller, als ich ihn backen kann.
Inzwischen habe ich ihn unzählige Male gebacken. Für Geburtstage, Kaffeekränzchen, Sonntagsbesuche und sogar für kleine Gartenfeste. Und jedes Mal fragt mindestens eine Person nach dem Rezept. Das betrachte ich inzwischen als das schönste Kompliment überhaupt.
Zutaten
Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser benötigen Sie:
Abrieb von 1 großen Bio-Zitrone
Mark von 1 Vanilleschote
1 TL Weinsteinbackpulver
5 Eier
120 g Xylit oder anderer Zuckerersatz
450 g griechischer Joghurt
100 g Vanille-Puddingpulver
