Es gibt Gerichte, die kommen einfach aus dem Nichts in den eigenen Alltag und bleiben dann für immer. Genau so ging es mir mit diesem Salat, den ich irgendwann aus purer Notwendigkeit erfunden habe. Ich wollte nämlich etwas, das schnell geht, das trotzdem richtig satt macht, das nicht aussieht wie „keine Zeit gehabt“ und das ich sowohl meiner Familie als auch spontanen Gästen ohne schlechtes Gewissen hinstellen kann. Und dann ist plötzlich dieser Salat entstanden, der bei uns den etwas frechen, aber unglaublich treffenden Namen „Ess mich dumm“-Salat bekommen hat. Warum der Name? Ganz einfach: Man fängt an, einen Löffel zu probieren, denkt sich „ach, ganz lecker“, nimmt noch einen, und ehe man sich versieht, ist die Schüssel halb leer, obwohl man eigentlich nur kurz abschmecken wollte. Es ist der Salat, den ich inzwischen zu jeder Grillparty, jedem Geburtstag, jedem Filmabend und sogar zum schnellen Mittagessen im Alltag mache, weil er einfach immer passt.
Das Schönste daran ist, dass er aus Zutaten besteht, die man fast immer im Kühlschrank hat – oder die man mit wenigen Euro im Supermarkt bekommt. Er schmeckt frisch, cremig, herzhaft und leicht süß-sauer, ohne schwer im Magen zu liegen. Und dadurch, dass er in zehn Minuten fertig ist, fühlt man sich jedes Mal wie eine Küchenheldin, die im Handumdrehen etwas zaubert, das alle anderen für größer hält, als es tatsächlich ist. Ich liebe solche Rezepte, die nicht viel verlangen und trotzdem wie ein kulinarischer Glücksmoment wirken.
Damit du ihn genauso stressfrei zubereiten kannst wie ich, zeige ich dir jetzt genau, wie ich den „Ess mich dumm“-Salat seit Jahren mache. Und weil ich so oft gefragt werde, verrate ich auch, welche Variationen funktionieren, wie man ihn low-carb, extra proteinreich oder besonders cremig machen kann und warum ausgerechnet dieser unscheinbare Salat jedes Mal für Begeisterung sorgt.
Zutaten (für etwa 4 Portionen)
(klassische Version, so wie sie bei uns am beliebtesten ist)
200 g Kochschinken (gewürfelt)
1 Dose Mais (ca. 300 g inkl. Flüssigkeit)
150–200 g Edamer Käse, gestiftelt
50 g Mayonnaise (oder Mayo + Joghurt gemischt)
1–2 EL Weißweinessig oder Apfelessig
2 EL Sonnenblumenöl oder Rapsöl
Frischer Schnittlauch, fein gehackt
Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Und jetzt erzähle ich dir die ganze Geschichte, wie man diesen Salat perfekt hinbekommt, warum manche Details wichtiger sind, als man am Anfang denkt, und wie du ihn in deinen Alltag integrieren kannst, ohne dass er je langweilig wird. Gleichzeitig ist das Rezept so einfach, dass du es später auswendig kannst – was praktisch ist, weil man ihn ständig macht, sobald man ihn einmal probiert hat.
Zubereitung – ausführlich, so wie es eine Hausfrau wirklich macht
Fangen wir ganz entspannt an. Ich nehme zuerst eine große Salatschüssel, denn auch wenn man denkt, dass die Zutaten gar nicht so viele sind, kommt am Ende doch einiges zusammen. Außerdem braucht ein guter Salat Platz, damit man wirklich alles gut vermengen kann, ohne dass die Hälfte über den Rand fällt. Ich gieße also zuerst die ganze Dose Mais samt Flüssigkeit hinein. Viele lassen die Flüssigkeit weg, aber ich habe irgendwann gemerkt, dass genau sie dem Dressing diese leichte Süße und eine angenehm weiche Konsistenz gibt. Keine Sorge, der Salat wird nicht wässrig – es soll so sein.
Dann schneide ich den Kochschinken in kleine Würfel. Manchmal kaufe ich gleich den vorgeschnittenen, aber oft schneide ich ihn selbst, weil die Würfel dann etwas größer und saftiger sind. Ich gebe also den Schinken zum Mais. Und schon jetzt sieht es bunt, frisch und irgendwie gemütlich aus. Dann kommt der gestiftelte Edamer dazu. Nimm bitte wirklich gestiftelten Käse – also diese dünnen Sticks. Reibekäse geht unter, klumpt, verbindet sich nicht richtig und gibt dem Salat nicht diesen Biss, der ihn ausmacht. Edamer-Stifte dagegen haben genau die richtige Konsistenz, werden cremig, bleiben aber trotzdem als Stückchen spürbar.
Nun hacke ich frischen Schnittlauch. Es muss nicht viel sein, aber eine ordentliche Portion macht den Salat aromatischer und gibt ihm diesen frischen, „hellen“ Geschmack, der wunderbar zum Schinken passt. Ich gebe den Schnittlauch dazu und mische alles einmal grob, damit es verteilt ist.
Dann bereite ich das Dressing zu – und das geht fast schneller, als es auszusprechen. Ich nehme Mayonnaise, und zwar nicht zu viel. Ich habe festgestellt, dass 50 g vollkommen reichen. Wer es leichter möchte, mischt Mayo mit Joghurt, manchmal nehme ich sogar 30 g Mayo und nur einen Löffel griechischen Joghurt dazu. Dann gebe ich 1–2 EL Weißweinessig hinein. Das ist wichtig, denn der Essig bringt diese frische Säure, die den Salat aus dem „zu schwer“ herauszieht. Manche Rezepte nehmen Zitronensaft – funktioniert, aber Weißweinessig ist einfach authentischer.
Dann kommen 2 EL Öl dazu, meist Sonnenblumenöl, manchmal Rapsöl. Kein Olivenöl – es wäre aromatisch zu dominant. Eine Prise Pfeffer, und ich verrühre das Ganze kräftig. Wenn ich mutig bin (oder Gäste kommen), gebe ich eine Mini-Prise Zucker dazu, aber das ist kein Muss, denn der Mais bringt genug natürliche Süße.
Dann gieße ich das Dressing über die Schüssel und mische den ganzen Salat gründlich durch. Und hier ist wieder ein Detail wichtig: nicht zu rabiat mischen, sondern mit Geduld, damit der Käse nicht bricht, der Schinken nicht zerfällt und der Mais nicht zerdrückt wird. Der Salat soll cremig sein, aber nicht matschig.
Nach dem Mischen riecht er schon unglaublich gut. Ich probiere immer einen kleinen Löffel direkt aus der Schüssel – und jedes Mal, wirklich jedes Mal, erwische ich mich dabei, wie ich noch einen Löffel nehme, obwohl ich „nur kurz abschmecken“ wollte. Und das ist der Moment, in dem ich jedes Mal wieder verstehe, warum er „Ess mich dumm“-Salat heißt.
Warum dieser Salat so beliebt ist – die lange Erklärung, wie sie nur eine Hausfrau geben kann
