Zubereitung
Ich beginne immer damit, den Weißkohl gründlich vorzubereiten, denn er ist die Basis dieses Gerichts. Zuerst entferne ich die äußeren Blätter, die oft etwas fester oder beschädigt sind, wasche den Kohl unter fließendem Wasser und lasse ihn kurz abtropfen. Danach halbiere ich ihn, schneide den Strunk heraus und teile die Kohlhälften in mundgerechte Stücke. Wichtig ist mir dabei, den Kohl nicht zu fein zu schneiden, damit er beim Schmoren noch Struktur behält und nicht matschig wird. Anschließend schäle ich die Zwiebeln und hacke sie fein, genauso wie die Knoblauchzehen. Wenn ich frische Tomaten verwende, schneide ich sie in kleine Würfel, ansonsten stelle ich die Dose bereit. In einem großen, schweren Topf erhitze ich das Fett bei mittlerer bis hoher Hitze. Sobald es heiß ist, gebe ich das Hackfleisch hinein und brate es kräftig an. Ich lasse mir dafür ein paar Minuten Zeit, denn das Fleisch soll nicht nur grau werden, sondern richtig Röstaromen entwickeln. Dabei rühre ich regelmäßig um, damit es schön krümelig wird. Sobald das Hackfleisch gut angebraten ist, würze ich es direkt mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver. Danach kommt das Tomatenmark dazu, das ich kurz mitröste. Dieser Schritt ist wichtig, weil das Tomatenmark dadurch seine Säure verliert und ein runderen Geschmack bekommt. Jetzt gebe ich die gehackten Zwiebeln und den Knoblauch in den Topf und lasse alles zusammen ein paar Minuten weiterbraten, bis die Zwiebeln glasig sind und sich ein angenehmer Duft entwickelt. Anschließend füge ich den geschnittenen Weißkohl und die Tomaten hinzu und vermische alles gründlich. Der Kohl fällt dabei schnell etwas zusammen, was ganz normal ist. Nun gieße ich die Gemüsebrühe an, gebe den Kreuzkümmel dazu, falls ich ihn verwende, und rühre noch einmal um. Den Topf decke ich ab und lasse den Schmorkohl bei mittlerer Hitze etwa zwanzig Minuten garen. Zwischendurch rühre ich ein- bis zweimal um, damit nichts ansetzt. Der Kohl soll am Ende weich sein, aber noch einen leichten Biss haben. Kurz vor dem Servieren schmecke ich alles noch einmal ab und entscheide, ob ich einen Hauch Zucker oder Honig hinzufüge, um die Säure der Tomaten auszugleichen. Zum Schluss streue ich nach Wunsch etwas frisch gehackte Petersilie darüber und serviere das Gericht direkt aus dem Topf.
Tipps & Variationen
Dieses Schmorkohlgericht ist unglaublich vielseitig und lässt sich leicht an den eigenen Geschmack anpassen. Wer es etwas deftiger mag, kann einen Teil des Rinderhackfleischs durch gemischtes Hack ersetzen oder etwas Speck mit anbraten. Für eine leichtere Variante kann man die Menge an Hackfleisch reduzieren und mehr Kohl verwenden. Auch bei den Gewürzen lässt sich variieren, zum Beispiel mit Majoran, Kümmel oder einer Prise Chili für etwas Schärfe. Sehr gut passt dazu frisches Bauernbrot, aber auch Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln machen das Gericht zu einer vollwertigen Mahlzeit. Am nächsten Tag aufgewärmt schmeckt der Schmorkohl oft sogar noch besser, weil sich die Aromen weiter verbinden. Reste lassen sich problemlos einfrieren und sind ideal für stressige Tage, an denen man keine Zeit zum Kochen hat.
