Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die einen zu ganz besonderen Entdeckungen führen. So ging es auch mir mit diesem unglaublich köstlichen Brotpudding, der seitdem zu einem festen Bestandteil unseres Familienrepertoires geworden ist. Eigentlich war ich an einem dieser ganz gewöhnlichen Nachmittage auf der Suche nach einem schnellen, schlichten Dessert, das nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, aber trotzdem allen schmeckt. Die Kinder wollten etwas Süßes, aber nichts allzu Schweres, und irgendwie besaß ich auch genau die Zutaten, die man für aufwendigere Konditorkunst nicht braucht.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Auf meiner Suche im Netz – genauer gesagt auf einer Seite mit traditionellen Rezepten – stolperte ich über eine leicht angestaubte, vergilbte Rezeptekarte, die Großmutter sicherlich selbst hätte schreiben können. Der Titel war schlicht, aber vielversprechend: “Brotpudding mit Vanillesoße”. Sofort wurde meine Neugier geweckt, denn Brot wegwerfen wollte ich schon immer vermeiden und aus altbackenem Brot etwas Neues zu zaubern, klang für mich wie nachhaltiges Kochen, das auch gleich schmeckt.
Die Zutaten waren einfach, die Zubereitung nicht kompliziert und das Rezept klang nach einem Gericht, das Herzen wärmt. Also beschloss ich, es auszuprobieren – ohne große Erwartungen, aber mit viel Liebe.
Als ich anfing, die Gewürze zu mischen, stieg sofort ein wunderbar heimeliges Aroma von Zimt und Vanille in die Luft. Beim Anschneiden des alten Brotes und dem Einweichen in der warmen Milch fühlte ich mich fast wie in alten Zeiten bei meiner Oma, wenn sie in der Küche saß und ihre Rezepte zubereitete. Das Schöne an diesem Brotpudding ist, dass er nicht nur alte Brotreste verwertet, sondern auch durch die Vanillesoße eine herrlich cremige Ergänzung bekommt, die jedes Stück zu einem kleinen Stück Glück macht.
Als der Pudding schließlich aus dem Ofen kam, war die Kruste goldbraun und die Küche erfüllt von einem verführerischen Duft, der sofort die ganze Familie angelockt hat. Die Augen leuchteten beim ersten Bissen, der Geschmack war so zart und gleichzeitig wunderbar würzig. Die Kinder waren begeistert, mein Mann wollte gleich Nachschlag und ich wusste: Das wird kein einmaliger Versuch bleiben, sondern ein Rezept, das ich genauso wie meine Oma bei Familienfeiern oder gemütlichen Nachmittagen immer wieder auftische.
Seitdem backe ich ihn regelmäßig – sei es, wenn mal wieder ein bisschen altbackenes Brot in der Küche liegt oder wenn wir einen unkomplizierten Nachtisch für Gäste brauchen. Etwas so Einfaches und doch so Vollmundiges, das fühlt sich einfach an wie zuhause. Und ganz ehrlich – wer kann bei einem Teller warmen Brotpuddings mit Vanillesoße schon widerstehen?
Zutaten:
Für den Brotpudding:
– 300 g altbackenes Weißbrot (z.B. Laugenbrötchen, Toastbrot oder Baguette)
– 500 ml Milch
– 3 Eier (Größe M)
– 100 g Zucker
– 1 Päckchen Vanillezucker
– 1 Teelöffel Zimt
– 50 g Butter (geschmolzen)
– 50 g Rosinen (optional)
– 1 Prise Salz
Für die Vanillesoße:
– 500 ml Milch
– 1 Vanilleschote oder 1 Päckchen Vanillepuddingpulver zum Kochen
– 3 Eigelb
– 75 g Zucker
– 1 Teelöffel Speisestärke (falls Vanilleschote verwendet wird)
– 1 Prise Salz
