Zubereitung:
Zuerst widme ich mich den Tomaten, die dem Brot seinen besonderen Geschmack verleihen. Wenn frische Tomaten verwendet werden, schneide ich sie klein und gebe sie in einen kleinen Topf. Dort lasse ich sie bei mittlerer Hitze einige Minuten köcheln, bis sie weich und leicht eingedickt sind. Alternativ kann man auch gekochte, geschĂ€lte Tomaten nehmen, die es manchmal fertig in der Dose gibt â das spart Zeit. Sobald die Tomaten etwas abgekĂŒhlt sind, pĂŒriere ich sie mit dem Knoblauch. Der Knoblauch wird vorher fein gehackt oder ganz sanft zerdrĂŒckt, damit sich sein zarter Duft entfalten kann, ohne zu dominant zu werden. Das Tomatenmark unterrĂŒhre ich ebenfalls in die Mischung, das gibt nochmal mehr WĂŒrze und ein sattes Rot. Das Olivenöl kommt jetzt auch dazu, das sorgt spĂ€ter fĂŒr einen geschmeidigen Teig.
In einer groĂen SchĂŒssel mische ich das Mehl mit der Trockenhefe, dem Zucker und dem Salz. Wichtig ist, dass das Salz und die Hefe nicht direkt nebeneinanderliegen, sonst kann die Hefe Schaden nehmen und das Brot geht nicht richtig auf. Dann gieĂe ich das lauwarme Wasser und die Tomaten-Knoblauch-Mischung zu den trockenen Zutaten und knete alles sorgfĂ€ltig mit den HĂ€nden oder der KĂŒchenmaschine. Der Teig fĂŒhlt sich durch die Tomaten auĂergewöhnlich weich und leicht klebrig an, das muss so sein â denn so bekommt das Brot eine tolle Saftigkeit im Inneren. Ich knete fĂŒr etwa zehn Minuten, bis der Teig elastisch ist und sich vom SchĂŒsselrand löst.
Nun decke ich die SchĂŒssel mit einem sauberen KĂŒchentuch ab und lasse den Teig an einem warmen Ort mindestens eine Stunde gehen, bis er sein Volumen etwa verdoppelt hat. WĂ€hrenddessen wandert der Rosmarinzweig in den Teig â am besten tupft man ihn vorher trocken, hackt ihn grob und mischt ihn vorsichtig unter. Er sorgt fĂŒr dieses gewisse Etwas, diesen wunderbar mediterranen Charakter, der spĂ€ter aus dem Ofen strömt.
Nach der Gehzeit hole ich den Teig aus der SchĂŒssel und forme ihn zu einem lĂ€nglichen Laib oder kleinen Brötchen, ganz nach Wunsch. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech kommt das Brot und bekommt an der OberflĂ€che mit einem scharfen Messer ein oder zwei Schnitte. Diese sind wichtig, damit das Brot beim Backen nicht unkontrolliert reiĂt, sondern schön aufgehen kann.
Der Ofen wird schon auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Das Brot schiebe ich fĂŒr ungefĂ€hr 30 bis 35 Minuten hinein. WĂ€hrend des Backens empfehle ich, eine Schale mit Wasser auf den Backofenboden zu stellen, das sorgt fĂŒr die nötige Feuchtigkeit und lĂ€sst die Kruste besonders lecker werden â schön knusprig und dennoch nicht zu hart. Das Brot sollte eine schöne goldbraune FĂ€rbung bekommen, der Duft aus dem Ofen wird langsam intensiver und macht die ganze Familie hungrig.
Nach der Backzeit lasse ich das Brot mindestens 15 Minuten auf einem Gitter auskĂŒhlen, denn frisch aus dem Ofen ist es zwar tempting, aber noch zu weich in der Krume und könnte beim Schneiden zerfallen. Wenn man mit der Hand auf die Unterseite klopft, sollte ein hohles GerĂ€usch zu hören sein â das zeigt, dass das Brot gut durchgebacken ist.
Tipps und Varianten:
Dieses Tomatenbrot ist ein echtes Multitalent und lĂ€sst sich prima variieren. Wer es gerne noch wĂŒrziger mag, kann getrocknete Tomaten hinzufĂŒgen, die vorher in etwas Wasser eingeweicht wurden. Das gibt dem Brot eine noch intensivere Note. Frischer Basilikum, der kurz vor dem Backen in den Teig geknetet wird oder als Dekoration auf das fertig gebackene Brot gelegt wird, macht das Aroma lebendig und farbenfroh.
Falls man das Brot etwas nussiger oder kerniger möchte, kann man zusĂ€tzlich Sesam, Sonnenblumenkerne oder Pinienkerne unter den Teig mischen. Das gibt nicht nur mehr Biss, sondern macht das Ganze auch optisch spannender. FĂŒr den Einsatz mit Vollkornmehl ist das Rezept ebenfalls gut geeignet, allerdings braucht der Teig dann etwas mehr Zeit zum Gehen und eventuell auch einen Schuss mehr Wasser, weil Vollkornmehl mehr FlĂŒssigkeit bindet.
Aufbewahrt wird das Brot am besten in einem luftdichten BehĂ€lter oder in einem Leinenbrotbeutel, so bleibt es bis zu drei Tage frisch. Um es wieder aufzuwĂ€rmen, darf es fĂŒr zehn Minuten bei etwa 150 Grad im Ofen liegen, das macht die Kruste wieder knusprig und das Innere angenehm warm â ganz so, als kĂ€me es gerade erst aus dem Ofen.
Das Tomatenbrot eignet sich perfekt fĂŒr alle, die ein unkompliziertes und doch besonders leckeres Brot suchen â egal, ob zum Wochenende, fĂŒrs FamilienfrĂŒhstĂŒck oder als Beilage zum Grillabend. Es passt wunderbar zu veganen Aufstrichen, aber auch klassisch mit einem StĂŒck Butter oder frischem Hummus. Gerade bei GĂ€sten sorgt es oft fĂŒr bewundernde Blicke, weil man selten so ein aromatisches, selbstgemachtes Brot serviert bekommt.
Fehler, die man vermeiden sollte: Achte unbedingt darauf, die Hefe nicht mit dem Salz direkt zu vermischen, sonst geht der Teig nicht richtig auf. AuĂerdem lieber das Wasser lauwarm verwenden â zu heiĂ kann die Hefe abtöten. Beim Backen darauf achten, dass die Kruste nicht zu dunkel wird, lieber am Ende mit Alufolie abdecken. Und ganz wichtig: Das Brot niemals zu frĂŒh anschneiden, sonst bleibt die Krume klebrig und matschig.
Insgesamt ist dieses Tomatenbrot fĂŒr mich zu einem echten Herzensrezept geworden, weil es so wunderbar unkompliziert ist und dabei ganz viel Geschmack entfaltet. Jedes StĂŒck erzĂ€hlt eine kleine Geschichte von warmer KĂŒche, glĂŒcklichen Kindern und abendlichen GesprĂ€chen am Tisch. Wer einmal dieses Brot gebacken hat, wird verstehen, warum es bei uns immer wieder auf den Tisch kommt â es ist mehr als nur ein Brot, es ist ein StĂŒck Lebensfreude aus dem Ofen.
