Und genau deshalb kann ich nur jedem raten, es selbst auszuprobieren. Man muss nichts kaufen, man muss nichts riskieren, man muss nur den Mut haben, die altbewährten Hausmittel wieder aus der Schublade zu holen. Ich verspreche: Wer es einmal ausprobiert, wird nie wieder anders reinigen wollen. Denn nur so glänzt der Backofen wirklich – und zwar ohne Zeit- und Kraftaufwand.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass es nicht nur eine einzige richtige Methode gibt, den Backofen sauber zu bekommen. Klar, Essig und Backpulver sind schon fast unschlagbar, aber manchmal will man einfach ein bisschen Abwechslung oder man hat nicht alles im Haus. Dann fängt man an, zu improvisieren, und genau dabei entdeckt man oft weitere kleine Tricks, die genauso gut funktionieren. Zum Beispiel schwöre ich mittlerweile auch auf Zitrone. Das ist so simpel, dass man es kaum glauben kann: einfach eine Zitrone halbieren, den Saft auspressen, mit ein bisschen Wasser in eine ofenfeste Schale geben und den Ofen auf etwa 100 bis 120 Grad stellen. Nach 20 bis 30 Minuten hat sich der Zitronendampf überall verteilt, die Verkrustungen sind aufgeweicht und der Backofen riecht herrlich frisch. Es ist fast so, als hätte man gleichzeitig eine kleine Aromatherapie gemacht. Danach muss man nur noch mit einem Tuch durchwischen und alles sieht wieder ordentlich aus.
Einmal habe ich das ausprobiert, weil ich keinen Essig mehr im Haus hatte. Ich war schon kurz davor, den Plan aufzugeben, aber dann lag da noch eine alte Zitrone, die sowieso schon etwas runzelig war. Ich dachte mir, schlimmer kann es nicht werden, also rein damit in eine Schale. Und siehe da: es funktionierte wirklich wunderbar. Seitdem mache ich das manchmal sogar extra, wenn ich das Gefühl habe, dass der Ofen nicht nur sauber, sondern auch geruchsfrei werden soll. Gerade nach einem Braten mit viel Knoblauch oder Fisch ist das eine Wohltat.
Natürlich gibt es auch den Klassiker mit Natronpaste. Den Trick habe ich von meiner Großmutter gelernt, die nie irgendwelche teuren Reiniger gekauft hat. Sie hat einfach Natron mit ein wenig Wasser zu einer Paste verrührt, dick auf die eingebrannten Stellen gestrichen und das Ganze einwirken lassen. Am nächsten Tag hat sie die Reste mit einem feuchten Schwamm abgenommen und alles war blitzsauber. Ich fand das als Kind faszinierend, weil es fast so aussah, als würde der Schmutz von alleine verschwinden. Später habe ich diesen Trick wieder ausgegraben, als ich meinen ersten eigenen Backofen hatte, und bis heute nutze ich ihn immer wieder, wenn wirklich hartnäckige Stellen da sind.
Ein Freund von mir benutzt sogar Salz. Er streut es auf frische Fettspritzer, während der Ofen noch warm ist. Das Salz saugt das Fett auf und verhindert, dass es richtig einbrennt. Später wischt er es einfach weg und die Oberfläche ist sauber. Ich habe das ein paar Mal ausprobiert, und es funktioniert tatsächlich – allerdings nur, wenn man wirklich schnell reagiert. Für eingebackene Krusten ist es nichts, aber als Soforthilfe ist es super.
Einmal habe ich auch die Methode mit der Schüssel Wasser probiert. Man stellt einfach eine Schale mit Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel in den Ofen, schaltet ihn auf 100 Grad und lässt den Dampf wirken. Das Ergebnis ist ähnlich wie bei der Zitronenmethode, nur ohne den frischen Duft. Aber es reicht, um den Schmutz weicher zu machen, sodass man ihn leicht abwischen kann. Gerade wenn man keine Lust auf Gerüche hat, ist das praktisch.
Natürlich könnte man sich fragen, warum man so viele verschiedene Methoden braucht, wenn doch eine schon ausreicht. Aber ich glaube, es hat auch etwas mit Abwechslung zu tun. Manchmal will man keine Chemie riechen, manchmal will man den Zitronenduft, manchmal hat man nur Natron da. Es ist beruhigend zu wissen, dass man für jede Situation etwas parat hat.
Ich habe sogar einmal experimentiert und eine Mischung aus Spülmaschinentabs und heißem Wasser gemacht. Den Tab in einer Auflaufform im Ofen aufgelöst, den Ofen auf 100 Grad gestellt und gewartet. Der Dampf hat sich verteilt und tatsächlich viel Schmutz gelöst. Danach musste ich allerdings gründlich mit klarem Wasser nachwischen, weil ich nicht wollte, dass irgendwelche Reste im Ofen bleiben. Es war nicht so angenehm wie die Zitronenmethode, aber effektiv.
Was viele nicht wissen: auch die Backbleche selbst kann man mit einfachen Tricks reinigen. Wenn sie wirklich schlimm aussehen, lege ich sie in die Badewanne, gebe heißes Wasser dazu und ein bis zwei Päckchen Backpulver. Nach ein paar Stunden löst sich der Schmutz fast von alleine. Ich erinnere mich noch, wie erstaunt ich war, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Vorher habe ich immer geschrubbt, bis mir die Hände wehgetan haben. Heute mache ich es mir leichter.
Es gibt noch einen weiteren Punkt, den viele unterschätzen: die regelmäßige kleine Reinigung. Früher habe ich immer gewartet, bis der Ofen wirklich schlimm aussah. Heute weiß ich, dass es viel einfacher ist, alle paar Wochen schnell mit der Essiglösung durchzuwischen, bevor sich überhaupt dicke Krusten bilden. Das dauert dann fünf Minuten, anstatt später eine halbe Stunde. Ich habe gelernt, dass Prävention beim Putzen genauso wichtig ist wie beim Arztbesuch.
Auch die Glasscheibe der Backofentür ist ein Thema für sich. Nichts nervt mich mehr, als wenn man nicht mehr ins Innere schauen kann, weil alles verschmiert ist. Dafür nehme ich am liebsten eine Mischung aus Backpulver und etwas Zitronensaft. Die Paste streiche ich direkt auf die Scheibe, lasse sie 15 Minuten einwirken und wische sie dann ab. Es ist fast magisch, wie klar die Scheibe danach wieder ist. Einmal hat mein Mann sogar gefragt, ob wir eine neue Tür bekommen hätten, so sehr glänzte sie.
Ich könnte ewig so weitermachen, weil es so viele kleine Tricks gibt, die das Leben leichter machen. Aber das Wichtigste bleibt: Man muss sich nicht verrückt machen. Der Backofen ist zum Kochen da, er wird schmutzig, das ist normal. Aber mit den richtigen Methoden ist es kein Drama, ihn wieder sauber zu bekommen. Und wenn man es regelmäßig macht, spart man sich den großen Kraftakt komplett.
