Es gibt Rezepte, die laufen einem nicht zufällig über den Weg, sondern sie finden dich genau in dem Moment, wenn du sie am meisten brauchst. So war es bei mir mit den Quetschkartoffeln, oder wie manche sie nennen „Smashed Potatoes“. Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten Versuch. Ich hatte ein Netz kleiner Drillinge gekauft, eigentlich nur, um sie ganz normal als Beilage zu kochen. Doch als ich nach dem Kochen sah, dass sie zwar gar waren, aber mir irgendwie langweilig vorkamen, kam mir die Idee, sie etwas zu zerdrücken und dann im Ofen nachzulegen. Aus dieser Laune heraus entstand etwas, das ich inzwischen für eines meiner liebsten Rezepte halte: außen unglaublich knusprig, innen wunderbar weich, fast cremig. Und der Duft von Knoblauch und Rosmarin, der sich beim Backen in der Küche ausbreitet, war für mich damals wie eine Offenbarung. Seitdem habe ich immer wieder daran herumprobiert, mal mit mehr Öl, mal mit weniger, mal mit frischen Kräutern, mal mit getrockneten. Heute kann ich sagen: Ich habe meine perfekte Methode gefunden. Und genau die möchte ich mit euch teilen.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Ich weiß, Kartoffeln sind in Deutschland ohnehin ein Klassiker. Sie haben eine lange Tradition, sie gehören zu fast jedem Mittagstisch. Doch Quetschkartoffeln sind etwas Besonderes, weil sie die gewohnte Kartoffel in eine ganz neue Form bringen. Es ist fast ein kleines Spiel, wenn man die noch heißen Kartoffeln auf dem Blech mit einer Gabel oder sogar einem Glas sanft zerdrückt und sieht, wie sie aufplatzen, wie kleine Risse entstehen, die später die Kruste bilden. Genau diese Risse sind es, die später so herrlich knuspern. Und genau dieser Kontrast von außen kross und innen weich macht sie so unwiderstehlich.
Ich muss euch ehrlich sagen, dass ich dieses Rezept inzwischen nicht nur als Beilage sehe. Oft mache ich die Quetschkartoffeln als Hauptgericht, zusammen mit einem Dip oder einem frischen Salat. Meine Kinder lieben sie, mein Mann schwört, dass sie besser schmecken als Pommes, und Gäste sind jedes Mal überrascht, wie einfach das Ganze ist und doch wie raffiniert es wirkt.
Zutaten für ca. 4 Portionen
1 kg kleine Kartoffeln (am besten Drillinge oder andere festkochende Sorten)
4 EL Olivenöl (extra vergine, für besten Geschmack und Knusprigkeit)
1 TL grobes Meersalz (nach Geschmack auch etwas mehr)
½ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 TL frischer Rosmarin (gehackt, alternativ getrocknet)
1–2 Knoblauchzehen (fein gehackt oder gepresst, optional)
50 g frisch geriebener Parmesan (optional, für eine noch würzigere Note)
Die Zubereitung selbst ist nicht kompliziert, aber sie lebt davon, dass man sich ein wenig Zeit nimmt und ein Auge auf die kleinen Details hat. Ich beginne immer damit, die Kartoffeln gründlich zu waschen. Da wir die Schale mitessen, sollte wirklich kein Sandkorn mehr haften. Dann kommen die Kartoffeln in reichlich gesalzenes Wasser. Schon hier lege ich Wert darauf, dass sie gleichmäßig gar werden, denn halb rohe Kartoffeln lassen sich nicht ordentlich quetschen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten, je nach Größe, sind sie weich genug, dass eine Gabel leicht hineingeht. Genau dann gieße ich sie ab und lasse sie noch ein paar Minuten ausdampfen, damit die Oberfläche trocken wird. Das ist wichtig, denn je trockener sie sind, desto besser nehmen sie später das Öl auf und desto knuspriger werden sie.
Und dann kommt der Teil, den ich am meisten liebe: das Quetschen. Ich lege die Kartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, nehme ein Glas mit glattem Boden und drücke vorsichtig von oben. Nicht zu stark, sie sollen nicht zerfallen, aber so, dass sie flachgedrückt und an den Seiten leicht aufgerissen sind. Dieses Aufplatzen sorgt dafür, dass die Hitze des Ofens überall hinkommt und später die perfekte Kruste bildet. Danach bestreiche oder beträufele ich jede Kartoffel großzügig mit Olivenöl. Es darf ruhig reichlich sein, denn das Öl ist der Schlüssel zur Knusprigkeit. Anschließend streue ich Salz, Pfeffer, den gehackten Rosmarin und nach Lust und Laune auch Knoblauch darüber.
