Omas Dreh dich um Kuchen: Der magische Käsekuchen
Vorgeschichte:
Wie oft passiert es eigentlich, dass man auf der Suche nach einem ganz einfachen Kuchenrezept plötzlich einen richtigen Schatz entdeckt? Genau so ging es mir mit „Omas Dreh dich um Kuchen“. Ich hatte an einem ganz normalen Nachmittag Lust, meine Familie mit etwas Selbstgebackenem zu überraschen. Nicht irgendein staubtrockenes Rezept von irgendwoher, sondern etwas, das auch wirklich Spaß macht und bei dem man das Gefühl hat, richtig heimzukommen – ganz so wie bei meiner Oma früher in der Küche. Ich blätterte also ein bisschen durch einige alte Rezepte, die ich von einer lieben Freundin bekommen habe. Die standen noch mit handgeschriebenen Notizen auf abgegriffenen Zetteln. Das Rezept „Dreh dich um Kuchen“ fiel mir sofort auf, nicht zuletzt wegen des etwas ungewöhnlichen Namens. Der magische Käsekuchen verspricht ja schon so etwas wie Zauberei – dachte ich mir.
Neugierig geworden las ich mir das Rezept durch. Es war nicht kompliziert, aber irgendwie anders als die klassischen Käsekuchenrezepte, die ich kannte. Und das Ganze klang auch nach einer großartigen Herausforderung, für die ich nicht in die Konditorei um die Ecke gehen musste. Also habe ich spontan beschlossen, das auszuprobieren. Der erste Versuch war ein richtiges Erlebnis. Schon während ich die Zutaten zusammenrührte, verbreitete sich ein herrlicher Duft in der ganzen Wohnung – diesen warmen, süßlich cremigen Geruch, der einen sofort an Weihnachten oder gemütliche Sonntage erinnert.
Während der Kuchen im Ofen war, gab es bei uns zu Hause keine Sekunde Stille – die Familie roch es schon im Flur und hat die ganze Zubereitung verfolgt, weil so etwas Leckeres offenbar im Anmarsch war. Es hat richtig Spaß gemacht, den Kuchen aus dem Ofen zu holen und zuzusehen, wie sich die wunderbar cremige Füllung mit dem Boden verbunden hatte, während ich leicht die Form drehte – genau wie der Name verspricht. Die Kombination aus lockerem Teig und zart schmelzender Käsekuchenmasse war unglaublich. Meine Kinder waren sofort begeistert, haben sich direkt ein zweites Stück geschnappt, und mein Mann hat fast nichts übrig gelassen.
Seit diesem ersten Mal ist „Omas Dreh dich um Kuchen“ bei uns durch nichts zu ersetzen. Er hat es auf Anhieb in den Kreis der liebsten Familienrezepte geschafft und ist besonders bei Kaffeekränzchen oder Geburtstagskaffee ein großer Hit. Das Tolle ist, dass das Rezept so unkompliziert ist, dass jeder ihn nachbacken kann – selbst wenn man keine große Backerfahrung hat. Gleichzeitig schmeckt er so wunderbar frisch und saftig, als käme er direkt aus einer traditionellen Backstube. Für mich ist dieses Rezept mittlerweile ein kleines Familiengeheimnis, das ich auch an Freunde weitergebe, weil ich möchte, dass es nicht verloren geht, sondern von Generation zu Generation Freude macht.
Zutaten:
Für den Teig:
250 Gramm Mehl
100 Gramm Zucker
1 Prise Salz
125 Gramm Butter (kalt und in kleinen Stücken)
1 Ei
1 Teelöffel Backpulver
Für die Käsekuchenfüllung:
500 Gramm Quark (Magerstufe oder 20% Fett, je nach Geschmack)
200 Gramm Frischkäse (natur, zimmerwarm)
150 Gramm Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier
100 Milliliter Sahne
2 Esslöffel Speisestärke
Saft und Abrieb einer halben Zitrone
Optional zum Verzieren:
Puderzucker oder frische Beeren
Zubereitung:
Bevor es richtig losgeht, empfehle ich euch, alle Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu holen, damit Butter, Frischkäse und Eier Raumtemperatur bekommen. Das erleichtert das Rühren ungemein und der Teig wird richtig zart.
Zuerst bereitet ihr den Teig vor. Dazu das Mehl mit dem Backpulver, Zucker und Salz in eine große Schüssel geben und gut vermengen. Dann die kalte Butter in kleinen Stücken hinzufügen. Nun kommt der kreative Teil: Mit den Händen oder einem Handrührgerät mit Knethaken arbeitet ihr die Butter in die Mehlmischung ein, bis die Mischung in etwa staubig-bröselig wird. Danach das Ei zugeben und alles schnell zu einem glatten Teig verkneten. Falls er euch noch zu klebrig vorkommt, gebt noch ein bisschen Mehl dazu, aber aufpassen, dass er nicht zu fest wird! Nun das fertige Teigstück in Frischhaltefolie wickeln und für etwa 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
In der Zwischenzeit könnt ihr die Käsefüllung vorbereiten. Die Eier schon mal trennen: Das Eigelb kommt später in die Quarkmasse, das Eiweiß heben wir auf. Den Quark mit dem Frischkäse gründlich in eine Rührschüssel geben und mit einem Schneebesen oder Handmixer cremig schlagen. Nach und nach Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen und unterrühren. Dann den Zitronensaft und Abrieb dazugeben – das gibt dem Kuchen eine frische Note. Jetzt die Speisestärke hinzufügen und alles zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten. Die Eigelbe einzeln unterziehen, auch die Sahne langsam einfließen lassen. Ganz wichtig ist das steifgeschlagene Eiweiß nun vorsichtig unterheben, damit die Masse luftig bleibt. Das klappt am besten mit einem großen Löffel oder einem Teigschaber. Keine Hektik, lieber sanft und gleichmäßig unterheben, so dass die Füllung schön locker bleibt.
Nachdem der Teig gekühlt ist, die Hälfte davon nehmen, auf einer bemehlten Fläche ausrollen und vorsichtig in euren Backrahmen oder die Springform legen. Dabei einen kleinen Rand hochziehen. Jetzt die Käsefüllung in die Form gießen und mit einem Löffel glattstreichen. Die zweite Teighälfte ebenfalls ausrollen und mit einem Holzstab, den man leicht einfettet (damit der Teig nicht kleben bleibt), stumpf auf die Füllung legen. Das ist das kleine Geheimnis: Dreht ihr jetzt die Form ein wenig, löst sich der Teig vom Holzstab und der Boden und Deckel verschmelzen optisch zu einem tollen Schichtkuchen. Man merkt hier wirklich die „Dreh dich um“-Magie – und es macht einfach Freude, diesen Schritt zu machen. Sollte überschüssiger Teig überstehen, kann er natürlich entfernt werden.
Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Kuchen auf der mittleren Schiene etwa 50 bis 55 Minuten backen. In den letzten 10 Minuten könnt ihr ruhig den Ofen etwas runterdrehen, damit die Oberfläche schön gleichmäßig Farbe bekommt, ohne zu dunkel zu werden. Der Kuchen ist fertig, wenn die größte Feuchtigkeit verschwunden ist, die Oberfläche leicht goldgelb schimmert und die Füllung nicht mehr wackelt. Macht aber auf keinen Fall die Tür zu oft auf, sonst fällt der Kuchen ein.
Nach dem Backen lasst ihr den Käsekuchen ein wenig abkühlen – ich persönlich finde ihn lauwarm richtig lecker. Wenn ihr mögt, bestäubt ihr ihn noch mit Puderzucker oder garnieren ihn mit frischen Beeren. Ein herrlicher Anblick, der auch die Gäste begeistert, wenn man ihn zum Kaffee serviert.
Das war’s eigentlich schon! Ein wunderbarer Käsekuchen, der durch den drehbaren Deckel im wahrsten Sinne des Wortes anders ist als alle anderen.
Tipps und Varianten:
Wenn ihr dieses Rezept ausprobiert habt und Lust auf kleine Variationen bekommt, dann lasst eurer Fantasie freien Lauf. Statt Zitronensaft funktioniert bei manchen Familien auch ein Hauch Orangenabrieb sehr gut – das gibt dem Kuchen eine sanfte, fruchtige Note, die sich besonders gut in der Winterzeit macht. Wer es etwas süßer mag, kann auch eine Handvoll Rosinen in den Teig geben oder gehackte Mandeln für ein nussiges Aroma.
Solltet ihr keinen Frischkäse zur Hand haben, lässt sich dieser problemlos durch Schmand oder auch Griechischen Joghurt ersetzen, allerdings verändert sich dann die Konsistenz etwas. Der Kuchen wird dann etwas cremiger, manchmal sogar noch saftiger. Bei Quark rate ich jedoch, standardmäßigen Quark ohne zu viel Zusatzstoffe zu nehmen, damit die Textur nicht zu weich ist.
Wer auf Nummer sicher gehen will, ohne dass der Boden durchweicht, kann die Backform mit Backpapier auslegen. Gerade wenn ihr eine Springform nutzt, hilft das, den Kuchen später ohne Bruch aus der Form zu nehmen. Wenn ihr keinen Holzstab zum Drehen habt, tut es auch ein fester Kochlöffel, solange er sauber und trocken ist. Wichtig ist nur, dass er nicht zu dünn ist, damit der Teig nicht einreißt oder klebt.
Der Kuchen lässt sich wunderbar am Tag zuvor zubereiten. Erklärt man den Kuchen zum Vortag, kann die Füllung durchziehen und das Aroma wird sogar noch intensiver. Im Kühlschrank hält er sich gut drei Tage – vorausgesetzt, ihr lagert ihn in einer Dose oder wickelt ihn gut ein. Vor dem Servieren eventuell kurz auf Zimmertemperatur bringen, dann schmeckt er am besten. Zum Aufwärmen im Ofen empfehle ich kurze Zeit bei 100 Grad, damit der Kuchen nicht austrocknet.
Was ich besonders schätze, ist die Vielseitigkeit dieses Kuchens. Egal ob zum Sonntagskaffee mit der Familie, zum Geburtstag eurer Kinder oder als kleine Aufmerksamkeit für Gäste, er macht immer eine gute Figur. Auch als Mitbringsel ist er sehr beliebt, weil er unkompliziert transportiert werden kann und ganz ohne großen Firlefanz beeindruckt. Gerade wenn es mal schnell gehen muss, ist der Dreh dich um Kuchen ein Rezept, das keine langen Vorbereitungszeiten braucht und dennoch super lecker ist.
Anstelle von Puderzucker habe ich schon oft eine dünne Schicht Aprikosenkonfitüre kurz erwärmt und auf den Kuchen gestrichen. Das gibt ihm eine glänzende, appetitliche Oberfläche und sorgt für ein leicht fruchtiges Gegengewicht zur cremigen Füllung. Wer mag, kann den Kuchen auch mit frischen Minzblättchen oder kleinen essbaren Blüten dekorieren – gerade bei sommerlichen Kaffee-Runden ein echter Hingucker.
Kleine Fehler, die man vermeiden sollte: Achtet darauf, die Eier wirklich getrennt und das Eiweiß steif zu schlagen. Das ist das Geheimnis für den luftigen Charakter der Füllung. Falls das Eiweiß nicht richtig steif wird, kann die Käsemasse zu schwer und dicht werden. Außerdem rührt die Füllung nicht zu lange nach dem Eiweißunterheben, sonst geht die Luft verloren. Auch das Drehen auf dem Holzstab funktioniert nur, wenn der Teig nicht zu feucht oder klebrig ist – am besten vorher den Stab leicht einfetten oder bemehlen.
Ein weiterer Tipp ist, den Kuchen langsam abkühlen zu lassen, damit er keine Risse bekommt. Ein plötzliches Abkühlen auf der Fensterbank kann dem empfindlichen Teig und der Füllung manchmal nicht so gut tun.
Zum Schluss noch ein kleiner Gewinn für alle, die es gerne noch ein bisschen einfacher haben wollen: Man kann diesen Kuchen auch in einer rechteckigen Form backen und dann in Stücke schneiden. Das ist vor allem praktisch, wenn man viele Gäste hat und Portionen vorbereiten möchte.
Ich hoffe, mit diesem Rezept und meinen Tipps fühlt ihr euch genauso inspiriert wie ich beim ersten Backen. „Omas Dreh dich um Kuchen“ ist wirklich ein Rezept zum Wohlfühlen, für viele schöne Momente in der Familie und zum Genießen mit lieben Menschen. Genießt das Backen und vor allem den herrlichen Geschmack!
