10.02.2026

Nudelauflauf „Hawaii“ mit viel Käse – warum ich dieses Gericht jede Woche mache und nie satt davon werde

Es gibt Rezepte, die kommen und gehen, man probiert sie einmal, findet sie ganz nett und vergisst sie dann wieder. Und dann gibt es diese anderen Rezepte. Die, die sich ganz still in den Alltag einschleichen, ohne großes Aufsehen, und plötzlich sind sie da – jede Woche, manchmal sogar öfter. Genau so ist es bei meinem Nudelauflauf „Hawaii“ mit ordentlich Käse. Wenn mich jemand fragt, was ich koche, wenn ich wenig Zeit habe, wenn alle satt werden sollen, wenn ich etwas brauche, das auch am nächsten Tag noch schmeckt, dann ist die Antwort fast immer dieselbe. Dieser Auflauf. Immer wieder dieser Auflauf.

Ich weiß noch genau, wie ich ihn das erste Mal gemacht habe. Es war so ein typischer Wochentag, an dem alles ein bisschen zu viel war. Arbeit, Haushalt, der Kopf voll, der Kühlschrank halb leer. Ich wollte eigentlich nur irgendetwas Warmes auf den Tisch bringen, etwas, das nicht kompliziert ist und bei dem niemand die Nase rümpft. Nudeln gehen immer, dachte ich mir. Käse sowieso. Und dann stand da noch diese kleine Dose Ananas im Schrank, von der ich gar nicht mehr wusste, warum ich sie gekauft hatte. Schinken war auch da. Und plötzlich war die Idee geboren.

Seitdem hat sich dieser Nudelauflauf zu einem festen Bestandteil meines Wochenplans entwickelt. Nicht, weil er besonders raffiniert oder modern ist, sondern gerade weil er ehrlich ist. Deftig, cremig, ein bisschen süß, ein bisschen herzhaft, genau die Mischung, die einfach gut tut. Für mich ist er echtes Wohlfühlessen, so ein Gericht, bei dem man sich an den Tisch setzt, den ersten Bissen nimmt und innerlich ein kleines „Ach, ist das gut“ sagt.

Ich koche diesen Auflauf nicht nach strengen Regeln oder mit abgewogenen Handgriffen. Ich mache ihn so, wie man ihn macht, wenn man ihn kennt, wenn er einem vertraut ist. Trotzdem schreibe ich hier alles genau auf, so wie ich es mache, denn gerade diese kleinen Details machen am Ende den Unterschied. Und vielleicht wird er ja auch bei dir zu einem dieser Rezepte, die bleiben.

Alles beginnt natürlich mit den Nudeln. Ich nehme am liebsten Penne rigate oder andere kurze Nudeln mit Rillen, weil sie die Soße einfach besser festhalten. Während das Wasser auf dem Herd langsam zum Kochen kommt, salze ich es gut. Nicht zaghaft, denn Nudeln brauchen Salz, sonst schmecken sie später fad, egal wie gut die Soße ist. Die Nudeln koche ich bissfest, nicht zu weich, denn sie kommen ja später noch in den Ofen. Während sie kochen, habe ich schon dieses leise Vorfreude-Gefühl, weil ich weiß, was daraus wird.

Während die Nudeln vor sich hin kochen, kümmere ich mich um die Soße. Dafür nehme ich einen Topf und gebe die Sahne und die Milch hinein. Ich lasse das Ganze langsam warm werden, nicht zu heiß, es soll nur sanft köcheln. Dann kommt das Tomatenmark dazu, nicht viel, nur ein Esslöffel, gerade so viel, dass die Soße eine leichte Farbe und Tiefe bekommt. Ich rühre gut um, damit sich alles verbindet.

Jetzt kommt der Schinken. Und hier mache ich etwas, das für mich ganz wichtig ist: Ich nehme keinen Kochschinken. Wirklich nicht. Ich habe es ausprobiert, mehr als einmal, und es war nie dasselbe. Kochschinken ist zu mild, zu wässrig, er geht in der Soße unter. Ich nehme rohen, gewürfelten Schinken mit Geschmack. Er bringt Würze, Tiefe und dieses leicht Herzhafte, das den Auflauf braucht, um nicht nur süßlich zu schmecken. Der Schinken darf ruhig ein bisschen Farbe bekommen, wenn er in der warmen Soße liegt.

Dann würze ich alles mit getrocknetem Thymian, gekörnter Gemüsebrühe und Pfeffer. Salz brauche ich meist kaum noch, weil der Schinken und der Käse später genug davon mitbringen. Ich koste zwischendurch, immer wieder, denn Soße ist etwas Lebendiges. Sie verändert sich, je länger sie auf dem Herd steht. Wenn sie mir zu dünn erscheint, gebe ich ganz vorsichtig etwas hellen Saucenbinder dazu. Wirklich nur wenig. Die Soße soll cremig sein, nicht puddingartig.

Jetzt kommt einer meiner Lieblingsmomente: der Käse. Ich nehme Appenzeller, gerieben, und zwar gleich 250 Gramm. Davon wandern etwa zwei Drittel direkt in die Soße, aber erst, wenn der Topf nicht mehr kocht. Das ist wichtig, damit der Käse schön schmilzt und sich verbindet, ohne zu ziehen oder klumpig zu werden. Ich rühre langsam, sehe zu, wie die Soße dicker und glänzender wird, und allein dieser Anblick macht schon glücklich.

Erst jetzt kommen die Ananasstücke dazu. Ich lasse sie gut abtropfen, denn zu viel Flüssigkeit würde die Soße verwässern. Die Ananas bringt diese typische Hawaii-Note, diese leichte Süße, die so wunderbar mit dem Käse und dem Schinken harmoniert. Ich weiß, dass Ananas im Auflauf nicht jeder mag, aber genau das macht dieses Gericht für mich aus. Es ist ein bisschen mutig, ein bisschen retro, aber unglaublich lecker.

Wenn die Nudeln fertig sind, gieße ich sie ab und gebe sie direkt in den Topf zur Soße. Alles wird gründlich, aber vorsichtig vermengt, sodass jede Nudel etwas von dieser cremigen Mischung abbekommt. Jetzt riecht die Küche schon so, dass alle neugierig werden. Dieser Duft aus Sahne, Käse, Schinken und einem Hauch Ananas ist schwer zu beschreiben, aber wer ihn kennt, weiß sofort, was kommt.

Die Mischung fülle ich dann in eine Auflaufform. Ich streiche alles glatt und verteile den restlichen Käse gleichmäßig darüber. Man kann hier natürlich variieren, aber ich bleibe beim Appenzeller, weil er kräftig genug ist, um auch nach dem Backen noch Geschmack zu haben. Emmentaler oder milder Käse funktioniert hier einfach nicht, er verschwindet zu sehr im Hintergrund. Das habe ich gelernt, manchmal auf die harte Tour.

Der Auflauf kommt dann in den vorgeheizten Ofen, bei etwa 180 Grad Ober- und Unterhitze. Wie lange genau, hängt ein bisschen vom Ofen ab, aber meistens sind es um die 25 bis 30 Minuten. Ich warte, bis der Käse oben goldgelb ist und hier und da kleine Bläschen wirft. Manchmal lasse ich ihn am Ende noch kurz unter dem Grill, wenn ich es besonders knusprig mag.

Wenn ich den Auflauf aus dem Ofen hole, lasse ich ihn ein paar Minuten stehen. Das ist schwer, weil alle am liebsten sofort zugreifen würden, aber es lohnt sich. Die Soße setzt sich ein wenig, alles wird schnittfester, und der Geschmack kommt noch besser zur Geltung. Dann wird serviert, oft einfach so, manchmal mit einem grünen Salat dazu, manchmal auch ganz pur.

Was ich an diesem Nudelauflauf besonders liebe, ist seine Ehrlichkeit. Er will nichts sein, was er nicht ist. Kein Diätgericht, kein Trendessen, sondern einfach ein warmes, sättigendes Ofengericht, das glücklich macht. Er eignet sich für die Familie, für Gäste, für stressige Tage und für gemütliche Abende gleichermaßen. Und er schmeckt am nächsten Tag fast noch besser, wenn man ihn aufwärmt und die Aromen richtig durchgezogen sind.

Vielleicht ist das der Grund, warum ich ihn jede Woche mache. Er gibt mir ein Gefühl von Verlässlichkeit. Ich weiß, dass er gelingt. Ich weiß, dass er gegessen wird. Und ich weiß, dass er ein kleines Stück Zuhause auf den Teller bringt. In einer Welt, die oft hektisch ist und sich ständig verändert, ist so ein Rezept manchmal genau das, was man braucht.

Wenn du also nach einem Gericht suchst, das unkompliziert ist, aber trotzdem Herz hat, das satt macht, ohne langweilig zu sein, und das man immer wieder kochen kann, ohne dass es seinen Reiz verliert, dann probier diesen Nudelauflauf „Hawaii“ aus. Vielleicht wird er auch bei dir zu einem dieser Rezepte, die man irgendwann ganz selbstverständlich jede Woche macht – und genau deshalb liebt.