Mehlspeisen Rezept I Omas 34 beste Rezepte für Frühstück, Hauptspeise und Dessert
Vorgeschichte
Manchmal entdeckt man die schönsten Rezepte ganz unverhofft – so ging es mir mit diesem besonderen Mehlspeisen-Rezept, das ich heute gerne mit euch teilen möchte. Es war an einem dieser Tage, an denen ich auf der Suche nach etwas Einfachen, aber trotzdem Herzhaftem war. Die Lebensmittelvorräte waren begrenzt, und ich wollte etwas kochen, das der ganzen Familie schmeckt, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Beim Durchblättern einer alten Rezeptmappe, die ich von meiner Großmutter geerbt habe, fiel mir ein abgegriffenes Blatt mit handschriftlichen Notizen ins Auge. Dort stand in der klaren Handschrift meiner Oma ein Rezept für Mehlspeisen. Es klang so bodenständig und gleichzeitig vielversprechend, dass ich sofort beschloss, es auszuprobieren.
Schon während der Zubereitung breitete sich ein vertrauter Duft in der Küche aus – eine Mischung aus warmem Vanillearoma, frischer Butter und leicht nussigem Mehlgeruch. Es erinnerte mich an meine Kindheit, an sonntägliche Nachmittage bei Oma, wenn sie mit ihrer Geduld und viel Liebe in der Küche stand und für alle etwas Besonderes zauberte. Meine Familie war zunächst neugierig, was ich da genau machte, denn so ein Gericht ist weder süß noch herzhaft im klassischen Sinne, sondern etwas dazwischen – angenehm weich, luftig und trotzdem sättigend.
Nach dem ersten Bissen waren alle begeistert. Selbst mein eher kritischer Sohn, der meist mit Mäkeln reagiert, kaute aufmerksam und wollte sofort mehr. Das gemeinsame Essen fühlte sich wie ein kleines Familienfest an, ganz ohne großen Aufwand. Seit diesem Tag kommt das Rezept regelmäßig auf unseren Tisch, sei es zum Frühstück, als Abendessen oder sogar als Dessert mit einem Klecks Marmelade oder Apfelmus. Es macht mich glücklich, dieses Rezept zu kochen und auch weiterzugeben – genau so, wie es meine Oma getan hat.
Zutaten
250 g Weizenmehl (Type 405)
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Backpulver
2 Eier (Größe M)
200 ml Milch
50 g Butter (geschmolzen)
etwas Butter oder Öl zum Ausbacken
Optional: Puderzucker zum Bestäuben oder Apfelmus zum Servieren
Zubereitung
Beginnen wir damit, alle Zutaten bereit zu stellen, damit der Kochvorgang reibungslos läuft. Am besten wiegt ihr das Mehl vorher ab und stellt die Milch bereit, sodass sie Zimmertemperatur hat – das ist wichtig, damit der Teig später schön luftig wird.
Zuerst vermischt ihr das Mehl mit Zucker, Salz, Vanillezucker und Backpulver in einer großen Schüssel. Dabei nehmt ihr am besten einen Schneebesen oder einfach eine Gabel und rührt die trockenen Zutaten gut durch. So verteilt sich alles gleichmäßig, was später für einen guten Geschmack sorgt.
In einer zweiten Schüssel verquirlt ihr nun die Eier mit der Milch gründlich. Ist die Butter noch warm, gebt ihr sie dazu und rührt noch einmal gut durch, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Die Butter macht den Teig später besonders zart und gibt eine schöne Bindung.
Nun gießt ihr die flüssigen Zutaten zu den trockenen und verrührt alles vorsichtig mit einem Handmixer oder Schneebesen, bis gerade so ein glatter Teig entsteht. Achtet darauf, nicht zu lange zu rühren – ein paar kleine Klümpchen sind absolut okay, denn zu langes Rühren macht den Teig zäh und schwer.
Jetzt könnt ihr den Teig kurz ruhen lassen, circa 5 bis 10 Minuten. Das Backpulver beginnt nun zu wirken, und ihr merkt, wie sich der Teig etwas aufbläht. Das ist ein guter Zeitpunkt, um schon mal eine Pfanne auf mittlere Hitze vorzubereiten.
Nun eine beschichtete Pfanne mit etwas Butter oder Öl ausstreichen. Sobald das Fett heiß ist, gebt ihr eine Kelle Teig hinein und formt kleine runde Fladen. Wichtig ist, die Hitze nicht allzu hoch einzustellen, damit die Mehlspeisen langsam garen und innen saftig bleiben.
Nach etwa 2 bis 3 Minuten auf einer Seite bilden sich kleine Bläschen an der Oberfläche, und die Ränder werden leicht goldbraun. Dann vorsichtig wenden und auf der zweiten Seite ebenfalls goldbraun backen. Falls ihr mit der Pfanne unsicher seid, probiert erst kleinere Portionen aus, bis ihr ein Gefühl für die richtige Temperatur habt.
Ihr könnt die Mehlspeisen direkt aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller stapeln. Macht ruhig weiter, bis der ganze Teig verbraucht ist – meist bekommt man etwa 10 bis 12 Fladen, je nachdem, wie groß ihr sie ausbackt.
Zum Schluss bestäubt ihr die Mehlspeisen mit etwas Puderzucker oder serviert sie mit frischem Apfelmus, Marmelade oder sogar mit etwas Sauerrahm und Zucker, wenn ihr es lieber etwas deftiger mögt. Am besten schmecken sie natürlich warm, wenn sie frisch aus der Pfanne kommen. Ihr werdet sehen, wie schön locker und zart sie sind, fast wie kleine Wolken auf dem Teller.
Tipps und Varianten
Dieses Rezept ist so wunderbar vielseitig, dass ich euch gerne ein paar Tipps und Varianten mit auf den Weg geben möchte, damit ihr es ganz nach eurem Geschmack anpassen könnt.
Zuerst einmal könnt ihr das Weizenmehl auch teilweise durch Dinkelmehl ersetzen. Das macht den Teig etwas nussiger und gibt einen besonderen Geschmack, ist aber trotzdem angenehm mild. Wer es glutenfrei benötigt, kann versuchen, mit einer glutenfreien Mehlmischung zu arbeiten. Das Ergebnis wird dann zwar etwas anders, aber durchaus lecker.
Falls ihr es gerne besonders fluffig habt, könnt ihr das Eiweiß von den Eigelben trennen. Schlagt das Eiweiß separat steif und hebt es ganz zum Schluss vorsichtig unter den Teig. Das macht die Mehlspeisen richtig luftig-leicht und fast schon wie kleine Soufflés.
Für eine schokoladige Variante lässt sich Kakaopulver (etwa 2-3 Esslöffel) in den Teig geben. Dazu passt ein Klecks Schlagsahne oder frische Beeren besonders gut und macht daraus ein schlichtes Dessert, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen lieben.
Wer den Geschmack etwas herzhafter mag, kann den Zucker reduzieren oder ganz weglassen und stattdessen Kräuter, geriebenen Käse oder auch kleine Speckwürfel in den Teig mischen. In diesem Fall klingen die Mehlspeisen eher wie kleine, weiche Pfannkuchen, die hervorragend zu einem gemischten Salat oder Räucherlachs passen.
Zur Aufbewahrung empfehle ich, die Mehlspeisen am besten frisch zu genießen, denn sie schmecken am allerbesten warm. Falls einmal Reste übrig bleiben, könnt ihr sie locker in Frischhaltefolie eingewickelt für ein bis zwei Tage im Kühlschrank lagern. Zum Erwärmen tut es eine kurze Zeit in der Pfanne bei mittlerer Hitze oder im Ofen – so werden sie wieder schön knusprig außen und weich innen.
Für diejenigen unter euch, die es einmal richtig praktisch mögen: Der Teig lässt sich gut vorbereiten und im Kühlschrank lagern, wenn er noch nicht ganz mit Backpulver angerührt wurde. Das macht es möglich, morgens nur noch den Teig fertigzumachen und die Mehlspeisen gemütlich zum Frühstück zu backen.
Die Mehlspeisen passen zu vielen Gelegenheiten: Ob zum gemütlichen Wochenende-Frühstück, zum Kaffee am Nachmittag, als schnelles Abendessen mit etwas Kräuterquark oder als süße Abrundung nach dem Essen. Gerade wenn Kinder zu Besuch sind, sind sie ein unkomplizierter und beliebter Snack, den ich immer wieder gerne auftische.
Achtet bei der Zubereitung darauf, den Teig nicht zu dünn zu machen, sonst werden die Mehlspeisen schnell trocken. Eine leicht dickere Konsistenz, ähnlich einem Pfannkuchenteig, ist optimal. Und lasst die Fladen langsam garen – die Geduld lohnt sich wirklich.
Falls ihr das erste Mal mit Backpulver arbeitet, kann ich euch sagen: Frischer Teig schmeckt immer besser. Wenn das Backpulver alt ist, verliert es an Triebkraft. Also schaut am besten, dass ihr ein gut erhaltenes Päckchen zu Hause habt. Das macht den Unterschied zwischen einem dichten Teig und locker-leichten Mehlspeisen.
Für die Süßliebhaber unter euch ist es besonders lecker, wenn ihr die Mehlspeisen mit frischen Früchten wie Erdbeeren, Heidelbeeren oder kleinen Apfelstückchen kombiniert. Einfach in den Teig geben oder als Beilage servieren. Ein wenig Zimt bringt auch immer eine wohltuende, warme Note ins Spiel.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass für mich die schönsten Mehlspeisen nicht die perfekt geformten oder gebräunten sind, sondern die, die mit Liebe und einem Hauch Erinnerung gebacken wurden. Wenn die Küche warm duftet, die Familie zusammenkommt und alle zusammen Schüsseln teilen – dann schmeckt jedes Rezept am besten. Ganz egal, wie einfach oder aufwendig es eigentlich ist. Ich hoffe, ihr findet mit diesem Rezept ebenso viel Freude und Gemütlichkeit in eurer Küche wie ich!
Gutes Gelingen und viel Freude beim Nachbacken!
