13.10.2026

Gießen Sie damit Ihre Orchideenblüten

Orchideen gehören zu den Pflanzen, bei denen man manchmal wirklich Geduld braucht. Im Geschäft stehen sie voller Blüten, sehen kräftig und gesund aus, und zu Hause beginnt nach einigen Wochen das große Rätsel: Die Blüten fallen ab, neue Knospen lassen auf sich warten und irgendwann fragt man sich, was man eigentlich falsch macht.

Mir ging es mit meinen ersten Orchideen genauso. Ich stellte sie ans Fenster, goss regelmäßig und kaufte sogar speziellen Dünger. Trotzdem hatte ich immer wieder Pflanzen, die zwar schöne grüne Blätter entwickelten, aber monatelang keine einzige neue Blüte zeigten. Besonders bei Phalaenopsis kann das frustrierend sein, denn eigentlich möchte man genau diese langen Blütenrispen wiedersehen.

Mit der Zeit habe ich allerdings gelernt, dass Orchideen häufig weniger Pflege benötigen, als man zunächst denkt. Entscheidend sind vielmehr einige kleine Dinge: das richtige Licht, ein luftiges Substrat, gesunde Wurzeln und vor allem ein vernünftiger Umgang mit Wasser.

Und genau beim Gießen werden besonders viele Fehler gemacht.

Warum Orchideen anders gegossen werden sollten

Eine Orchidee ist keine gewöhnliche Zimmerpflanze. Viele der beliebten Orchideenarten wachsen in ihrer natürlichen Umgebung nicht einfach mit ihren Wurzeln tief in normaler Blumenerde. Ihre Wurzeln sind darauf ausgelegt, Feuchtigkeit aufzunehmen und anschließend wieder Luft zu bekommen.

Deshalb stehen Orchideen bei uns normalerweise in einem groben Substrat aus Rindenstücken. Dieses Substrat hält etwas Feuchtigkeit zurück, bleibt aber gleichzeitig locker und durchlässig.

Wer seine Orchidee täglich mit kleinen Mengen Wasser gießt, erreicht deshalb häufig genau das Gegenteil dessen, was eigentlich gewünscht ist. Im Topf bleibt ständig Feuchtigkeit zurück und die empfindlichen Wurzeln können darunter leiden.

Ich schaue inzwischen zuerst auf die Wurzeln und das Substrat, bevor ich überhaupt zur Gießkanne greife. Sind die sichtbaren Wurzeln noch kräftig grün und fühlt sich der Topf relativ schwer an, wartet die Pflanze noch ein wenig. Wirken die Wurzeln dagegen silbrig und das Substrat ist weitgehend trocken, ist meistens der richtige Zeitpunkt gekommen.

Das Wasser spielt eine größere Rolle als gedacht

Auch die Qualität des Wassers kann einen Unterschied machen. Sehr hartes Leitungswasser enthält relativ viele Mineralien. Mit der Zeit können sich dadurch Ablagerungen am Substrat oder an den Wurzeln bilden.

Wenn möglich, verwende ich deshalb weiches, zimmerwarmes Wasser. Regenwasser eignet sich ebenfalls, sofern es sauber aufgefangen wurde. Wer nur Leitungswasser zur Verfügung hat, muss seine Orchideen deswegen natürlich nicht entsorgen. Entscheidend ist vor allem, die Pflanzen nicht dauerhaft nass zu halten und überschüssiges Wasser vollständig ablaufen zu lassen.

Eine einfache Methode hat sich bei mir besonders bewährt: Statt ständig ein wenig Wasser in den Topf zu schütten, tauche ich den Innentopf für einige Minuten in Wasser.

So können sich Wurzeln und Rindenstücke mit Feuchtigkeit versorgen. Anschließend nehme ich den Topf heraus und lasse ihn gründlich abtropfen.

Das ist wichtig. Im Übertopf sollte anschließend kein Wasser stehen.