Dieses Rezept verfolgt bewusst einen anderen Ansatz: Es wird vergleichsweise viel Hefe verwendet und der Teig kommt ohne lange Ruhephase in den Ofen.
Das spart Zeit, allerdings sollte man wissen, dass ein langsam geführter Brotteig geschmacklich etwas anders ausfällt. Dieses Rezept ist daher vor allem für Tage gedacht, an denen es unkompliziert und schnell gehen soll.
Vorbereitung
Den Backofen zunächst auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Ein kleines hitzebeständiges Gefäß mit Wasser unten in den Backofen stellen. Der entstehende Wasserdampf unterstützt während der ersten Backphase die Ausbildung der Kruste.
Für das Brot eignet sich ein schwerer ofenfester Topf, ein Römertopf oder eine entsprechend große Auflaufform.
Wichtig: Griffe und Deckel müssen für die verwendete Ofentemperatur geeignet sein.
Teig zubereiten
Weizenmehl, Dinkelvollkornmehl, Dinkelmehl, Salz, Brotgewürz und Trockenhefe in eine große Schüssel geben und gründlich miteinander vermischen.
Das Wasser nur handwarm erwärmen. Es sollte keinesfalls sehr heiß sein.
Den Weißweinessig zum Wasser geben.
Nun die Küchenmaschine mit Knethaken auf niedriger Stufe laufen lassen und das Wasser-Essig-Gemisch langsam zu den trockenen Zutaten gießen.
Alternativ kann der Teig selbstverständlich mit einem Handrührgerät mit Knethaken oder von Hand verarbeitet werden.
Alles kneten, bis ein gleichmäßiger, elastischer Teig entstanden ist und er sich zunehmend vom Schüsselrand löst.
Brot formen
Da das Brot keine lange Gehzeit benötigt, kann es anschließend direkt weiterverarbeitet werden.
Den Teig nicht unnötig lange kneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche vorsichtig zu einem runden Brotlaib formen.
Dabei nicht sämtliche Luft aus dem Teig drücken.
Den Boden des Backgefäßes leicht mit Mehl bestäuben und den Brotlaib hineinsetzen.
Die Oberfläche anschließend mit einem scharfen Messer einschneiden. Ein einfacher tiefer Schnitt oder ein Kreuz reichen vollkommen aus.
Diese Einschnitte sehen nicht nur schön aus. Sie geben dem Brot beim Aufgehen im Ofen außerdem eine kontrollierte Stelle, an der die Kruste aufbrechen kann.
Jetzt kommt das Brot direkt in den Ofen
Den vorbereiteten Brotlaib bei 220 °C Ober-/Unterhitze etwa 40–45 Minuten backen.
Während dieser ersten Backphase sollte das Brot sichtbar größer werden und langsam seine typische goldbraune Kruste entwickeln.
Anschließend vorsichtig das Gefäß mit dem Wasser aus dem Backofen nehmen.
Achtung: Sowohl das Gefäß als auch das Wasser sind sehr heiß.
Die Temperatur nun auf 180 °C reduzieren.
Das Brot weitere etwa 25–30 Minuten backen, bis die Kruste kräftig gebräunt ist.
Da Backöfen unterschiedlich arbeiten, gegen Ende der Backzeit regelmäßig kontrollieren.
Der einfache Klopftest
Wer unsicher ist, ob das Brot fertig ist, kann den klassischen Klopftest machen.
Das Brot vorsichtig aus dem Backgefäß nehmen und mit den Fingern auf die Unterseite klopfen.
Klingt es deutlich hohl, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Brot durchgebacken ist.
Danach auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
Auch wenn frisch gebackenes Brot unglaublich gut riecht: Nicht sofort anschneiden.
Während des Abkühlens stabilisiert sich die Krume im Inneren. Schneidet man das Brot sehr heiß auf, kann es innen noch feucht und klebrig wirken.
Was macht der Weißweinessig im Brotteig?
Die kleine Menge Essig sorgt vor allem für eine leichte Säure im Teig und kann die starke Hefenote eines solchen schnellen Brotes geschmacklich etwas ausgleichen.
Keine Sorge: Bei zwei Esslöffeln auf diese Teigmenge schmeckt das fertige Brot normalerweise nicht wie Essig.
Gerade weil bei einem Brot ohne lange Gehzeit relativ viel Hefe eingesetzt wird, ist dieser kleine Zusatz interessant.
So wird die Kruste besonders schön
Für eine rustikale Kruste sind drei Dinge hilfreich:
Hohe Anfangstemperatur: Die ersten Minuten bei 220 °C geben dem Brot kräftige Hitze.
Feuchtigkeit: Etwas Wasserdampf während der ersten Backphase unterstützt die Krustenbildung.
Abkühlen auf einem Gitter: Dadurch kann Feuchtigkeit von allen Seiten entweichen und die Unterseite wird nicht weich.
Wer eine besonders kräftige Kruste mag, kann das Brot am Ende noch einige Minuten länger backen. Dabei unbedingt beobachten, damit es nicht zu dunkel wird.
Welche Mehlsorten kann man verwenden?
Die Mischung aus Weizenmehl Type 550, Dinkelmehl Type 630 und Dinkelvollkornmehl macht dieses Brot etwas kräftiger als ein reines Weißbrot.
Wer kein Dinkelvollkornmehl zu Hause hat, kann mit anderen Mehlmischungen experimentieren. Dabei sollte man allerdings beachten, dass unterschiedliche Mehlsorten unterschiedlich viel Wasser aufnehmen.
Deshalb das Wasser bei größeren Änderungen nicht unbedingt komplett auf einmal hinzufügen.
Leckere Varianten
Das Grundrezept lässt sich leicht verändern.
Für ein kerniges Brot können beispielsweise Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne in den Teig gegeben werden.
Auch etwas Sesam oder Haferflocken auf der Oberfläche passen hervorragend.
Wer mediterrane Aromen mag, kann getrocknete Kräuter hinzufügen. Für ein besonders herzhaftes Frühstücksbrot passen wiederum einige geröstete Zwiebeln sehr gut.
So bleibt das Brot länger frisch
Das vollständig ausgekühlte Brot am besten in einem Brotkasten oder einem geeigneten Brotbeutel aufbewahren.
Nicht warm in eine geschlossene Plastiktüte geben. Dabei sammelt sich Feuchtigkeit und die schöne Kruste wird schnell weich.
Übrig gebliebenes Brot lässt sich außerdem hervorragend in Scheiben schneiden und einfrieren.
Dann können einzelne Scheiben nach Bedarf herausgenommen und kurz aufgebacken oder getoastet werden.
Einfaches Brot für Tage, an denen es schnell gehen muss
Dieses Ratz-Fatz-Brot ersetzt keine traditionelle lange Teigführung – will es aber auch gar nicht.
Seine Stärke liegt in der unkomplizierten Zubereitung: Zutaten vermischen, kneten, formen und praktisch direkt backen.
Nach dem Backen wartet ein großer rustikaler Brotlaib mit goldbrauner Kruste und weichem Inneren.
Noch leicht warm mit Butter, zu einer Suppe oder einfach mit Käse belegt schmeckt es besonders gut.
Und spätestens wenn der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Küche zieht, versteht man, warum dieses einfache Rezept so schnell zum Dauerbrenner werden kann.
