Manchmal sind es gar nicht die komplizierten Gerichte, die allen in Erinnerung bleiben, sondern genau die einfachen Dinge. Bei mir war es nicht der Braten, nicht der Kuchen und auch nicht irgendein aufwendiges Sonntagsessen – es war diese Kräuterbutter. Ganz unscheinbar stand sie eines Tages auf dem Tisch, eigentlich nur als kleine Beilage zum Abendbrot gedacht. Ein Stück frisches Brot, ein paar Tomaten, etwas Käse, mehr war nicht geplant. Doch kaum hatte mein Mann probiert, schaute er mich an und sagte diesen einen Satz, den wahrscheinlich viele Hobbyköchinnen kennen: „Die ist anders. Was hast du da reingemacht?“
Ich musste lachen, denn eigentlich hatte ich nichts Besonderes gemacht. Keine exotischen Zutaten, keine komplizierte Technik. Nur gute Butter, frische Kräuter und ein bisschen Gefühl beim Abschmecken. Aber genau das ist es vielleicht, was man heute so oft vergisst – einfache Zutaten brauchen keine großen Tricks, sondern nur ein bisschen Aufmerksamkeit.
Seit diesem Abend gehört diese Kräuterbutter bei uns einfach dazu. Im Sommer zum Grillen, im Winter zu Ofenkartoffeln, spontan auf warmem Baguette oder auch mal heimlich nachts aus dem Kühlschrank stibitzt. Und jedes Mal denke ich daran, wie überrascht ich damals selbst war, dass etwas so Simples so gut sein kann.
Heute mache ich sie fast automatisch, ohne Rezeptzettel, aber immer mit der gleichen kleinen Vorfreude, weil ich genau weiß, wie sie später duftet: nach frischen Kräutern, nach Knoblauch, nach einem Hauch Zitrone – nach Zuhause eben.
Zutaten
150 g weiche Butter (unbedingt echte Butter, keine Margarine)
3 Knoblauchzehen
1 TL Zitronensaft
1 kleiner Spritzer Worcestersauce
½ TL Salz
1 Prise weißer Pfeffer
½ Bund frische Petersilie
½ Bund frisches Basilikum
