Cinnamon Roll Focaccia
Vorgeschichte
Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die einem neuen Lieblingsrezept auf die Spur bringen. So war es bei mir mit dieser Cinnamon Roll Focaccia. Eigentlich hatte ich an einem ganz normalen Sonntagmorgen Lust darauf, etwas Besonderes und doch unkompliziertes zu backen – etwas, das meine Familie begeistert, aber auch nicht stundenlang in Anspruch nimmt. Ich saß gemütlich mit einer Tasse Kaffee am Laptop und durchforstete verschiedene Rezeptseiten. Dabei stieß ich auf eine Idee, die mich sofort zum Schmunzeln brachte: Warum nicht zwei meiner liebsten Gebäcke zusammenbringen? Die Zimtrollen, die wir immer gerne zum Sonntagskaffee essen, und die fluffige, salzige Focaccia, die jeden Grillabend krönt. Die Kombination klang so eigenwillig und doch so spannend, dass ich es unbedingt ausprobieren musste.
Meine Küche duftete nach einer Mischung aus frischer Hefe und einer einzigen Prise Erwartung – ein typischer Geruch, wenn jemand backt, der noch nicht genau weiß, wie das Ergebnis sein wird, aber hofft, dass es gelingt. Die Vorfreude war definitiv größer als der Aufwand, denn die Zutaten hatte ich fast alle zuhause und die Zubereitungskette schien überschaubar.
Erst war ich etwas skeptisch, ob meine Familie diese süße, zimtige Variante auch mögen würde. Zimt und süßer Hefeteig passen ja super zusammen, aber die Focaccia ist ja eher herzhaft – würde die Verbindung nicht hinken? Schon während die Focaccia im Ofen war, breitete sich ein herrlich warmes Aroma im Haus aus, eine zarte süße Würze, die an frische Zimtrollen erinnerte und gleichzeitig diesen speziellen Duft von Olivenöl, der für Focaccia so typisch ist. Das war eine spannende Mischung, die mich neugierig machte.
Als ich die fertige Focaccia aus dem Ofen holte, war sie außen leicht goldbraun mit einer verführerischen Zimtglasur, innen unglaublich weich, fast schon fluffig wie eine Zimtschnecke. Beim Probieren sprang sofort ein Lächeln auf die Gesichter meiner Familie. Auch mein Mann, der sonst nicht so für süßes Gebäck am Morgen zu begeistern ist, war begeistert und holte sich ein zweites Stück. Von diesem Tag an hat sich das Rezept bei uns zu einem absoluten Lieblingsrezept entwickelt, das nicht nur am Wochenende auf den Tisch kommt, sondern auch bei Feiertagen, Geburtstagen oder wenn einfach mal ein besonderer Duft durch das Haus ziehen soll.
Ich liebe es, wie dieses Rezept auf einfache Weise Herkunft und Tradition mischt: italienisches Backhandwerk trifft amerikanische Zimtrollenliebe. In meiner Familie ist es immer wieder ein kleines Fest, gemeinsam am Tisch zu sitzen, ein Stück dieser Cinnamon Roll Focaccia zu genießen und die Geschichte zu erzählen, wie ich es entdeckt habe. Es ist so ein bisschen wie ein Schatz, den ich gerne weitergebe – mit all dem Duft, dem Geschmack und der Gemütlichkeit, die dieser Teig mit sich bringt.
Zutaten
Für den Teig:
600 g Weizenmehl (Type 550)
1 Päckchen Trockenhefe oder 21 g frische Hefe
300 ml lauwarme Milch
50 g Zucker
1 Prise Salz
80 ml Olivenöl (plus etwas für die Form)
Für die Füllung:
100 g weiche Butter
150 g brauner Zucker oder Rohrzucker
2 EL Zimt (gemahlen)
Für die Glasur:
100 g Puderzucker
2 EL Milch
1 TL Vanilleextrakt oder Vanillezucker
Zubereitung
1. Zuerst die Hefe aktivieren: Wenn du frische Hefe verwendest, löse sie in der lauwarmen Milch zusammen mit einem Teelöffel Zucker auf und lasse sie für circa 10 Minuten stehen, bis die Mischung leicht schäumt. Bei Trockenhefe kannst du sie direkt mit dem Mehl vermischen, aber ich finde die frische Hefe macht den Teig noch fluffiger und aromatischer.
2. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Zucker und der Prise Salz vermengen. Nun die Hefe-Milch-Mischung dazugeben und alles gut verrühren. Nach und nach das Olivenöl einlaufen lassen und mit den Händen oder einem Handrührgerät mit Knethaken den Teig mindestens 8-10 Minuten kräftig kneten, bis er weich und elastisch ist. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen, sich aber noch leicht klebrig anfühlen – das macht die spätere Zimtrolle besonders fluffig.
3. Den Teig abdecken, zum Beispiel mit einem sauberen Küchentuch, und an einem warmen Ort etwa 45 Minuten gehen lassen. Er sollte dann sichtbar größer und luftig sein. Ich stelle meinen Teig meist in die Nähe der Heizung oder in den Backofen, den ich für ein paar Minuten auf 40 Grad vorheize und dann ausschalte.
4. Während der Teig ruht, bereite die Füllung vor: Butter weich werden lassen, aber nicht flüssig, Zucker und Zimt miteinander vermischen.
5. Nach der Gehzeit den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche rechteckig ausrollen. Er sollte ungefähr 1 cm dick sein. Nun die weiche Butter gleichmäßig auf dem Teig verstreichen. Dann die Zimt-Zucker-Mischung großzügig darauf verteilen. Ich finde, man darf ruhig mutig sein, denn diese süße Schicht macht den besonderen Geschmack aus.
6. Jetzt den Teig vorsichtig von der langen Seite her aufrollen. Dabei möglichst eng einrollen, damit die Schnecken in der späteren Focaccia gut sichtbar und gleichmäßig verteilt sind. Den Teig mit einem scharfen Messer in etwa 5-6 cm breite Scheiben schneiden.
7. Die Hefeschnecken legst du so in eine mit Olivenöl gefettete rechteckige Backform, dass die Schnittflächen nach oben zeigen. Zwischen den einzelnen Rollen lass etwas Abstand, denn sie gehen noch auf und verbinden sich im Backofen.
8. Anschließend die Focaccia noch einmal für etwa 20 Minuten gehen lassen, abgedeckt mit dem Tuch, so wird sie besonders locker.
9. Währenddessen den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
10. Sobald die zweite Gehzeit vorüber ist, kannst du mit den Fingern die typischen Focaccia-Dellen in den Teig drücken, das macht die Optik besonders schön. Ein kleiner Trick ist, ein paar Tropfen Olivenöl über die Oberfläche zu geben – so bekommt die Cinnamon Roll Focaccia eine tolle goldene Farbe und bleibt saftig.
11. Die Focaccia auf mittlerer Schiene für etwa 25-30 Minuten backen, bis sie goldbraun ist. Die ganze Wohnung füllt sich nun mit dem Duft von warmem Zimt, Butter und Hefe – einfach himmlisch!
12. Direkt nach dem Backen die Glasur vorbereiten: Puderzucker mit Milch und Vanille glatt rühren. Die warme Focaccia damit großzügig bestreichen. Die Glasur zieht leicht ein und gibt der Oberfläche den letzten süßen Schliff.
13. Nun die Cinnamon Roll Focaccia am besten noch ein bisschen abkühlen lassen. Sie schmeckt warm am allerbesten, bleibt aber auch am nächsten Tag wunderbar weich und aromatisch.
Tipps und Varianten
Dieses Rezept ist wirklich ein Allrounder, der sich ganz nach deinen Wünschen anpassen lässt. Zum Beispiel kannst du die Zimtzuckerfüllung durch andere Varianten ersetzen: Wie wäre es mit einer Nussfüllung aus gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln und Honig? Oder man nimmt statt Zimt Kakao und Schokoladenstückchen – das macht den Teig noch schokoladiger und zum absoluten Genuss für Kinder. Etwas ungewöhnlich, aber lecker, ist auch eine Mischung aus Kardamom und Orange in der Füllung, die der Focaccia eine leicht südliche Note verleiht.
Wenn du kein Olivenöl magst, kannst du problemlos ein mildes Pflanzenöl wie Rapsöl verwenden. Das Öl hält den Teig wunderbar weich und trägt dazu bei, dass die Kruste herrlich zart bleibt. Wichtig ist nur, dass der Teig nicht zu trocken wird.
Für Vegetarier und diejenigen, die es besonders einfach mögen: Die Hefemenge kannst du je nach gewünschter Gehzeit etwas reduzieren oder erhöhen. Nutze am besten frische oder gute Trockenhefe, denn die macht wirklich den Unterschied. Bei Trockenhefe empfehle ich etwa 7 g für dieses Rezept.
Zur Aufbewahrung: In einer luftdichten Dose oder gut abgedeckt hält sich die Cinnamon Roll Focaccia wunderbar 2-3 Tage frisch. Am besten schmeckt sie jedoch frisch aus dem Ofen oder leicht angewärmt. Zum Aufwärmen empfehlen sich 5 Minuten bei 150 Grad im Ofen, so wird sie außen wieder leicht knusprig und innen schön weich.
Falls du die Zubereitung für Gäste planst, kannst du den Teig auch schon am Vortag ansetzen und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. So spart man am Tag selbst Zeit und der Geschmack wird sogar noch intensiver, denn die Hefe hat länger Zeit, sich zu entwickeln. Den Teig einfach eine Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen, auf Zimmertemperatur bringen lassen, die Focaccia formen und noch einmal gehen lassen, dann backen.
Dieses Rezept ist ideal für den Sonntagskaffee, als süßer Brunch oder einfach als besonderer Snack zum Nachmittagskaffee. Die Kombination von Hefegebäck und Focaccia macht es besonders und eignet sich großartig für Familien mit Kindern, da es nicht zu süß ist und durch den Zimt wunderbar wärmt. Es ist auch perfekt, wenn man Gäste zu Besuch hat, denn die Optik macht immer Eindruck – die einzelnen Zimtschnecken sind wie kleine Kunstwerke in der goldbraunen Decke verteilt.
Wichtig ist bei der Zubereitung, dass du dem Teig ausreichend Zeit gibst zum Gehen. Nur so wird er herrlich weich und luftig. Wenn die Fingerprobe nach dem Kneten noch zu klebrig ist, gib ein wenig mehr Mehl dazu, aber generell sollte er nicht zu fest sein, damit die Zimtrollen im Inneren richtig zart bleiben. Ein weiterer Fehler, den man oft macht, ist die Backzeit zu unterschätzen – lieber auf die Farbe und den Duft achten, dann klappt’s mit der perfekten Kruste.
Ich wünsche jeder, die dieses Rezept ausprobiert, genau so viel Freude beim Backen und noch mehr beim Genießen. Es ist ein echtes Herzensrezept, das nicht nur den Gaumen verzaubert, sondern auch für gemütliche Momente mit der Familie sorgt. Genießt die Wärme, den Duft und vor allem die kleinen süßen Pausen, die uns allen ab und zu guttun.
Viel Spaß beim Nachbacken und lasst es euch gut gehen!
