Es gibt Gebäck, das braucht keine Werbung. Man sieht es in der Auslage, und sofort weiß man, wie es schmeckt. Streuseltaler gehören für mich genau dazu. Sie erinnern an Sonntage, an Zeit ohne Eile, an den Duft von frischem Hefeteig und geschmolzener Butter, der sich langsam in der Küche ausbreitet. Und ganz ehrlich: So sehr ich den Bäcker um die Ecke schätze – selbstgemacht sind Streuseltaler einfach eine andere Liga.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Varianten probiert. Mal waren sie zu trocken, mal zu kompakt, mal fehlte dieser typische „Bäcker-Biss“, den man sich wünscht. Bis ich dieses Rezept gefunden habe – oder besser gesagt: bis es sich über viele Backnachmittage hinweg entwickelt hat. Es ist eines dieser Rezepte, bei denen man merkt, dass sie funktionieren. Immer. Egal ob für das Sonntagsfrühstück, das Kuchenbuffet, den Kindergeburtstag oder einfach nur, weil man Lust auf etwas Süßes hat.
Was diese Streuseltaler so besonders macht, ist die Kombination aus einem weichen, luftigen Hefeboden und einer dicken Schicht buttriger Streusel. Außen leicht knusprig, innen zart und saftig. Genau so, wie man es sich wünscht. Und das Beste: Man braucht keine besonderen Zutaten und kein großes Können. Ein bisschen Zeit, ein bisschen Geduld – mehr nicht.
Zutaten
Für den Hefeteig:
300 g Mehl
60 g Zucker
1 Päckchen Trockenhefe
1 Prise Salz
50 g Butter, weich
1 Ei
150 ml Milch, handwarm
Für die Streusel:
250–300 g Mehl
250 g Butter, kalt
250 g Zucker
1 TL Vanillezucker
Für die Glasur:
250 g Puderzucker, gesiebt
etwas Wasser
Zubereitung
Ich beginne immer mit dem Hefeteig, denn er braucht ein wenig Zeit, um schön aufzugehen. Dafür vermische ich zuerst das Mehl mit der Trockenhefe in einer großen Schüssel. Danach kommen Zucker, Salz, die weiche Butter, das Ei und die handwarme Milch dazu. Mit dem Knethaken oder den Händen wird alles zu einem geschmeidigen, leicht elastischen Teig verarbeitet. Der Teig sollte weich sein, aber nicht kleben.
Anschließend decke ich die Schüssel ab und lasse den Teig etwa 20 Minuten ruhen. Er muss sich nicht verdoppeln, sondern einfach etwas entspannen und an Volumen gewinnen. Während dieser Zeit bereite ich die Streusel zu.
Für die Streusel schneide ich die kalte Butter in kleine Stücke und gebe sie zusammen mit Mehl, Zucker und Vanillezucker in eine Schüssel. Alles wird rasch verknetet, am besten mit den Händen. Wichtig ist, nicht zu lange zu kneten, damit schöne grobe Streusel entstehen und keine homogene Masse. Die Streusel stelle ich anschließend kühl, damit sie später beim Backen schön knusprig bleiben.
Nach der Ruhezeit knete ich den Hefeteig noch einmal kurz durch und gebe, falls nötig, ganz wenig Mehl dazu. Dann forme ich aus dem Teig eine Rolle und teile sie in etwa zwölf gleich große Stücke. Jedes Stück forme ich zu einer Kugel und drücke sie leicht flach. Die Teiglinge setze ich mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech.
Jetzt kommt der schönste Teil: Die Streusel werden großzügig auf den Teigstücken verteilt. Man darf hier wirklich nicht sparen, denn die Streusel sind das Herzstück dieser Taler. Ich drücke sie nur ganz leicht an, damit sie beim Backen nicht herunterfallen, aber trotzdem locker bleiben.
Die Streuseltaler kommen nun in den vorgeheizten Ofen und werden bei 180 Grad Ober-/Unterhitze gebacken, bis sie goldgelb sind. Je nach Ofen dauert das etwa 20 bis 25 Minuten. Sobald sie fertig sind, lasse ich sie auf dem Blech etwas abkühlen.
Für die Glasur verrühre ich den Puderzucker mit ganz wenig Wasser, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Diese wird mit einem Löffel locker über die abgekühlten Streuseltaler geträufelt. Sie muss nicht perfekt sein – gerade das Unregelmäßige macht den Charme aus.
Tipps, Varianten und Erfahrungen aus dem Alltag
Diese Streuseltaler lassen sich wunderbar abwandeln. Unter den Streuseln kann man zum Beispiel einen Löffel Vanillepudding geben oder ein paar dünne Apfelscheiben auf den Teig legen. Auch Mohn oder Quark funktionieren sehr gut. Wer es pur mag, lässt alles weg und genießt einfach den klassischen Streuseltaler.
Die Taler schmecken frisch am besten, lassen sich aber auch gut einen Tag aufbewahren. Kurz aufgebacken sind sie fast wie neu. Zum Einfrieren eignen sie sich ebenfalls hervorragend – am besten ohne Glasur.
Für mich sind diese Streuseltaler ein typisches Wohlfühlgebäck. Sie brauchen keine große Bühne, keinen besonderen Anlass. Sie sind einfach da, machen glücklich und schmecken jedes Mal besser als vom Bäcker. Und genau das macht sie so unfassbar lecker.
