Apfelkuchen in all seinen Varianten begleitet mich, seit ich denken kann. Meine Oma hatte schon damals im Herbst immer einen großen Korb voller Boskop-Äpfel im Keller stehen, und jedes Wochenende wurde daraus etwas Neues gezaubert – manchmal ein klassischer gedeckter Apfelkuchen, manchmal Strudel, manchmal diese herrlichen Schnitten vom Blech, die so unkompliziert sind und doch jedem schmecken. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind neben dem Küchentisch stand, die Apfelscheiben geklaut habe, während meine Oma mit geschickten Händen die Quark-Pudding-Masse anrührte und der Duft von Vanille und Äpfeln durch die kleine Küche zog. Diese Schnitten sind für mich nicht nur Kuchen, sie sind ein Stück Kindheit, ein Stück Geborgenheit und ein Rezept, das ich inzwischen mindestens zweimal die Woche backe, weil es so sicher gelingt und immer wieder Freude macht. Freunde, Nachbarn, meine Familie – alle greifen begeistert zu, und es bleibt selten mehr als ein Blechkrümel übrig.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Zutaten für ein Blech (ca. 20 Stücke)
Für den Teig
250 g Weizenmehl (Type 405)
200 g Zucker
150 g weiche Butter oder Margarine
4 Eier (Größe M)
1 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
100 ml Milch
Für die Füllung
3–4 Äpfel (säuerliche Sorten wie Boskop oder Elstar), geschält und in dünne Scheiben geschnitten
250 g Quark oder Schmand
2 Eier
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
Zum Bestreuen
Puderzucker nach Belieben
Zubereitung: Zuerst stelle ich den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn der Teig schon fertig angerührt ist, man aber noch warten muss, bis der Ofen warm wird. Während er aufheizt, mische ich in einer Schüssel das Mehl mit Backpulver, Zucker und Vanillezucker. Dann kommt die Butter dazu – und ich gestehe, manchmal nehme ich Margarine, wenn es gerade schneller gehen soll oder die Butter noch zu hart im Kühlschrank liegt. Die Eier schlage ich einzeln dazu, und sobald ich den Mixer einschalte, füllt sich die Küche schon mit diesem ersten süßen Duft. Die Milch rühre ich nach und nach unter, bis der Teig glatt und geschmeidig ist, nicht zu fest und nicht zu flüssig, gerade so, dass er sich gut auf das Blech streichen lässt. Ich nehme dafür gern einen Teigschaber, weil ich damit alles gleichmäßig verteilen kann.
Dann geht es an die Füllung. In einer zweiten Schüssel verrühre ich den Quark mit den Eiern, dem Zucker und dem Vanillepuddingpulver. Diese Creme hat etwas von einer Käsekuchenmasse, und ich finde, sie macht den Kuchen erst so richtig spannend. Die Äpfel schneide ich in dünne Scheiben – nicht zu dick, sonst werden sie im Ofen nicht weich genug, nicht zu dünn, sonst verschwinden sie in der Creme. Am liebsten verwende ich Boskop, weil er schön säuerlich ist und die Süße der Creme perfekt ausgleicht. Ich hebe die Apfelscheiben vorsichtig unter, so dass sie gleichmäßig verteilt sind. Dann gieße ich die Masse über den Teig und streiche sie glatt.
Im Ofen braucht der Kuchen ungefähr 35 bis 40 Minuten, manchmal je nach Apfelsorte ein kleines bisschen länger. Man erkennt es daran, dass die Oberfläche goldbraun ist und die Creme fest geworden ist. Ich habe es mir angewöhnt, in den letzten fünf Minuten die Ofentür leicht zu öffnen, damit der Dampf entweichen kann und die Oberfläche nicht reißt. Danach lasse ich den Kuchen auskühlen – zumindest ein wenig, obwohl ich zugeben muss, dass wir oft schon lauwarme Stücke naschen, weil der Duft so unwiderstehlich ist. Ein Hauch Puderzucker darüber, und fertig sind die Apfelpudding-Schnitten, die einfach immer gelingen.
