Es gibt Gerichte, die so sehr nach Sommer, nach Geselligkeit, nach Familie und nach besonderen Momenten schmecken, dass man sie nicht einfach nur isst, sondern mit ihnen ganze Geschichten und Erinnerungen verbindet. Für mich gehört Schaschlik eindeutig dazu. Schon als Kind habe ich den Duft von frisch gegrilltem Fleisch geliebt, dieses leicht rauchige Aroma, das sich mit der würzigen Soße mischt und sofort ein Gefühl von Freude und Zusammengehörigkeit hervorruft. Wenn mein Vater den alten Holzkohlegrill im Garten anwarf und die ersten Rauchschwaden durch den Hof zogen, dann wussten alle Nachbarn: Heute gibt es Schaschlik. Und nicht irgendeins, sondern mit der Soße, die meine Mutter von ihrer Mutter übernommen hatte – ein Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde und jedes Mal ein kleines Fest bedeutete.
Die Grundlage für ein wirklich gutes Schaschlik ist Fleisch von guter Qualität. Viele schwören auf Schweinenacken, weil er durchzogen und saftig bleibt, auch wenn er lange gegrillt wird. Andere nehmen lieber Hähnchenbrust oder Hähnchenschenkel, weil sie leichter und schneller gar sind. Ich persönlich liebe die Abwechslung: Mal Schwein, mal Huhn, manchmal sogar eine Kombination aus beidem. Wichtig ist nur, dass man das Fleisch in gleichmäßige Würfel schneidet – nicht zu klein, damit es nicht austrocknet, aber auch nicht zu groß, damit es gleichmäßig gart. Etwa drei bis vier Zentimeter Kantenlänge sind ideal.
Doch das Fleisch allein macht noch kein Schaschlik. Es lebt von der Kombination mit Gemüse, das zwischen die Fleischstücke gesteckt wird. Zwiebeln sind Pflicht, und zwar nicht nur als Geschmacksträger, sondern auch, weil sie beim Grillen karamellisieren und eine herrliche Süße entwickeln. Ich schneide sie in etwas größere Stücke, damit sie beim Grillen nicht auseinanderfallen. Paprika gehört ebenfalls dazu – rot, gelb oder grün, je nachdem, was man mag. Ich finde, die bunten Farben machen schon beim Anblick gute Laune. Manchmal füge ich auch Champignons hinzu, oder Zucchini, wenn ich Lust auf eine frische Variante habe. Und wer es besonders fruchtig mag, der darf auch Ananasstücke dazwischenstecken. Das sorgt nicht nur für Süße, sondern macht das Fleisch noch saftiger.
Die Holzspieße sind ein Kapitel für sich. Wenn man sie vorher in Wasser einlegt, verbrennen sie beim Grillen nicht so schnell. Früher habe ich das immer vergessen, bis mir meine Nachbarin einmal den Tipp gab – seitdem liegen die Spieße eine halbe Stunde in einer Schale mit Wasser, und seitdem habe ich keine verkohlten Enden mehr. Wer oft grillt, kann auch Metallspieße verwenden, die langlebiger sind.
Aber das eigentliche Herzstück eines Schaschliks ist die Soße. Viele kaufen fertige Soßen im Supermarkt, und ja, es gibt gute Produkte, aber nichts, wirklich nichts, kommt an eine selbstgemachte Soße heran. Sie ist das Geheimnis, das den Unterschied macht. In meiner Familie wurde nie ein Schaschlik ohne Soße serviert, und manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Gäste weniger wegen des Fleisches kamen, sondern wegen dieser einzigartigen Mischung aus Tomaten, Gewürzen und einem Hauch von Süße und Säure.
Für die klassische Schaschliksoße beginne ich mit etwas Öl in einer Pfanne, in dem fein gehackter Knoblauch leicht angebraten wird. Man muss aufpassen, dass er nicht verbrennt, denn dann wird er bitter. Sobald er duftet, kommt Tomatenmark dazu, das kurz angeröstet wird – dadurch entwickelt es eine tiefere, fast karamellige Note. Dann gebe ich passierte Tomaten hinein, lasse alles köcheln und füge Rotweinessig, braunen Zucker, Paprikapulver und einen Löffel Senf hinzu. Salz und Pfeffer dürfen nicht fehlen, und dann lasse ich die Soße in Ruhe vor sich hin köcheln. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen schon, damit sich die Aromen verbinden, aber je länger sie auf kleiner Flamme zieht, desto besser wird sie. Oft bereite ich sie schon am Vormittag vor, wenn ich weiß, dass wir abends grillen, und lasse sie dann abgedeckt stehen.
Ein kleiner Tipp, den ich von meiner Mutter habe: Die Soße schmeckt am nächsten Tag noch besser. Wenn man sie also im Voraus kocht und im Kühlschrank aufbewahrt, entfaltet sie eine Tiefe, die einfach unvergleichlich ist. Deshalb mache ich oft gleich die doppelte Menge – ein Teil für den aktuellen Grillabend, der Rest für die nächsten Tage, zum Beispiel zu Nudeln, Kartoffeln oder sogar als Basis für Pizza.
Das Zusammenspiel aus Fleisch, Gemüse und Soße ist es, was Schaschlik so besonders macht. Manche legen das Fleisch vorher in einer Marinade ein, zum Beispiel mit Öl, Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und Kräutern. Das macht es noch würziger und sorgt dafür, dass es beim Grillen schön saftig bleibt. Andere würzen es erst kurz vor dem Grillen, damit der Eigengeschmack des Fleisches stärker zur Geltung kommt. Ich mache beides, je nach Stimmung: Wenn ich Zeit habe, lege ich das Fleisch am Abend vorher ein, wenn es schnell gehen soll, würze ich es direkt vor dem Aufspießen.
Beim Grillen selbst ist Geduld gefragt. Schaschlik mag es nicht, wenn es zu schnell und zu heiß gegrillt wird. Dann wird das Fleisch außen dunkel, bevor es innen gar ist. Deshalb grille ich lieber etwas langsamer, auf mittlerer Hitze, und wende die Spieße regelmäßig. So bekommen sie rundherum eine gleichmäßige Bräune und bleiben saftig. Manchmal bestreiche ich sie während des Grillens mit etwas von der Soße – das gibt eine glänzende Oberfläche und verstärkt das Aroma.
