Suchtgefahr pur: Quarkkuchen in 5 Minuten im Ofen – so cremig, dass bei uns nie ein Stück übrig bleibt
Es gibt Kuchen, für die man erst einen Einkaufszettel schreiben, den Teig lange kneten und anschließend gefühlt die halbe Küche aufräumen muss. Und dann gibt es diesen Quarkkuchen. Genau solche Rezepte liebe ich: Schüssel auf den Tisch, Zutaten hinein, kurz verrühren – und wenige Minuten später steht der Kuchen bereits im Ofen.
Natürlich bedeutet „in 5 Minuten im Ofen“ nicht, dass der Kuchen nach fünf Minuten fertig gebacken auf dem Tisch steht. Gemeint ist die Vorbereitung. Und die geht tatsächlich erstaunlich schnell.
Das Ergebnis ist dafür alles andere als ein typischer „Schnell-schnell-Kuchen“. Außen bekommt er beim Backen eine wunderschöne goldgelbe Oberfläche, während er innen weich, saftig und herrlich cremig bleibt. Besonders gut schmeckt er, wenn er nach dem Backen vollständig auskühlen darf.
Bei uns ist das allerdings regelmäßig die schwierigste Aufgabe am ganzen Rezept: warten, bis der Quarkkuchen kalt ist.
Warum dieser Quarkkuchen bei uns immer wieder gebacken wird
Quarkkuchen gehört für mich zu den Kuchen, die eigentlich keinen besonderen Anlass brauchen. Ein Sonntagnachmittag reicht vollkommen aus.
Oder Besuch kündigt sich kurzfristig an.
Oder man schaut in den Kühlschrank, entdeckt eine Packung Quark und denkt sich: Daraus könnte man doch etwas machen.
Genau dann ist dieses Rezept perfekt.
Es braucht keinen komplizierten Boden und keine außergewöhnlichen Zutaten. Die Quarkmasse wird direkt angerührt und anschließend gebacken. Dadurch spart man sich einen großen Teil der Arbeit, die bei einem klassischen Käsekuchen normalerweise anfällt.
Und trotzdem bekommt man einen Kuchen, der wunderbar nach Vanille und Zitrone duftet und beim Anschneiden eine herrlich weiche Konsistenz hat.
Zutaten für eine Springform mit etwa 26 cm Durchmesser
Für den Quarkkuchen:
1 kg Quark, am besten 20 % Fett
220 g Zucker
5 Eier, Größe M
220 g weiche Butter oder Margarine
1 Päckchen Vanillezucker
2 Päckchen Vanillepuddingpulver
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
Abrieb einer Bio-Zitrone
2 EL Zitronensaft
100 ml Milch
Außerdem:
etwas Butter oder Margarine für die Form
nach Wunsch etwas Puderzucker zum Bestäuben
Wer keinen Zitronengeschmack mag, kann Abrieb und Zitronensaft einfach weglassen. Ich würde zumindest den Vanillezucker aber unbedingt verwenden, denn gerade die Kombination aus Quark und Vanille macht diesen einfachen Kuchen so lecker.
Zubereitung
Den Backofen zunächst auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Bei Umluft reichen ungefähr 160 °C.
Eine Springform mit etwa 26 cm Durchmesser gründlich einfetten. Wer ganz sicher gehen möchte, kann den Boden zusätzlich mit Backpapier auslegen.
Jetzt kommt bereits die Quarkmasse.
Die weiche Butter zusammen mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz in eine große Schüssel geben. Alles kurz mit dem Handrührgerät cremig verrühren.
Die Eier anschließend nacheinander dazugeben.
Dabei muss man überhaupt nicht minutenlang schlagen. Sobald sich ein Ei einigermaßen mit der Butter-Zucker-Mischung verbunden hat, kann bereits das nächste hinein.
Danach den Quark hinzufügen und alles kurz zu einer gleichmäßigen Masse verrühren.
Vanillepuddingpulver und Backpulver miteinander vermischen und ebenfalls dazugeben. Zum Schluss Milch, Zitronensaft und den fein abgeriebenen Zitronenschalenabrieb unterrühren.
Fertig.
Mehr ist tatsächlich nicht notwendig.
Wenn alle Zutaten bereitstehen, dauert die Vorbereitung kaum länger als einige Minuten.
Die Quarkmasse nun in die vorbereitete Springform geben und die Oberfläche mit einem Teigschaber glatt streichen.
Die Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen.
Wie lange muss der Quarkkuchen backen?
Der Kuchen benötigt ungefähr 55 bis 65 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze.
Die genaue Backzeit hängt allerdings etwas vom Ofen und von der verwendeten Form ab.
Nach ungefähr 45 bis 50 Minuten sollte man deshalb erstmals nachsehen.
Die Oberfläche darf schön goldbraun werden. Wird sie Ihnen bereits zu dunkel, obwohl der Kuchen noch einige Minuten benötigt, legen Sie einfach locker ein Stück Backpapier oder Alufolie darüber.
Wichtig ist außerdem: Ein Quarkkuchen verhält sich beim Backen anders als beispielsweise ein trockener Rührkuchen.
Die Mitte darf am Ende der Backzeit noch leicht weich wirken.
Sie soll natürlich nicht flüssig sein. Wenn man die Form jedoch vorsichtig bewegt und die Mitte ein wenig wackelt, ist das normalerweise kein Problem. Beim Abkühlen wird die Masse deutlich fester.
Und jetzt kommt der wichtigste Schritt
Wenn die Backzeit vorbei ist, den Ofen ausschalten.
Den Kuchen aber nicht sofort herausnehmen.
Die Backofentür einen Spalt öffnen und den Quarkkuchen zunächst ungefähr 15 bis 20 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen.
Danach herausnehmen und in der Form vollständig abkühlen lassen.
Warum?
Quarkkuchen reagiert empfindlich auf starke Temperaturunterschiede. Holt man ihn direkt aus dem heißen Backofen in eine deutlich kühlere Küche, kann er stärker zusammensacken oder einreißen.
Ein wenig absacken darf er übrigens trotzdem.
Das ist bei einem Quarkkuchen vollkommen normal und verändert den Geschmack überhaupt nicht.
Warum schmeckt er kalt sogar noch besser?
Frisch aus dem Ofen duftet dieser Kuchen so gut, dass man am liebsten sofort ein Stück abschneiden würde.
Ich würde trotzdem warten.
Während des Abkühlens verändert sich die Konsistenz. Die Quarkmasse wird fester und gleichzeitig wunderbar cremig.
Nach einigen Stunden im Kühlschrank lässt sich der Kuchen außerdem besonders schön schneiden.
Deshalb kann man ihn hervorragend am Abend vorbereiten und am nächsten Tag zum Kaffee servieren.
Ich finde sogar, dass er am zweiten Tag fast noch besser schmeckt.
Das Geheimnis der cremigen Konsistenz
Bei diesem Rezept gibt es keinen klassischen Mürbeteigboden. Dadurch steht die Quarkfüllung vollkommen im Mittelpunkt.
Das Puddingpulver bindet die Flüssigkeit und gibt dem Kuchen Stabilität, ohne dass große Mengen Mehl benötigt werden.
Butter und Eier sorgen gleichzeitig dafür, dass die Masse nicht trocken wird.
Genau deshalb sollte man den Kuchen auch nicht unnötig lange backen.
Viele lassen Käsekuchen im Ofen, bis die Mitte vollkommen fest aussieht. Dann ist er häufig schon ein wenig zu lange gebacken worden.
Lieber herausnehmen, wenn die Mitte noch leicht weich erscheint, und anschließend vollständig auskühlen lassen.
Eine kleine Veränderung macht ihn wunderbar frisch
Wer Zitronenkuchen mag, sollte unbedingt etwas Zitronenschale in die Masse geben.
Aber bitte möglichst nur die gelbe äußere Schicht der Schale fein abreiben. Die weiße Schicht darunter kann bitter schmecken.
Zusammen mit einem kleinen Schuss Zitronensaft bekommt der Quarkkuchen dadurch eine angenehme Frische, ohne wirklich sauer zu schmecken.
Im Sommer ist das meine Lieblingsvariante.
Im Winter lasse ich die Zitrone manchmal weg und gebe stattdessen etwas mehr Vanille hinein.
Noch cremiger gefällig?
Dann kann man einen Teil des Quarks durch Schmand ersetzen.
Zum Beispiel:
800 g Quark
200 g Schmand
Dadurch wird der Kuchen etwas reichhaltiger und besonders cremig.
Wer ihn dagegen etwas leichter möchte, bleibt einfach bei der Variante mit Quark.
Auch mit Magerquark funktioniert das Rezept. Mit Quark mit etwas höherem Fettanteil wird das Ergebnis meiner Erfahrung nach allerdings deutlich cremiger.
Was passt dazu?
Eigentlich braucht dieser Kuchen überhaupt nichts.
Ein bisschen Puderzucker darüber – fertig.
Aber wenn Besuch kommt, kann man ihn natürlich etwas hübscher servieren.
Frische Erdbeeren passen wunderbar dazu. Ebenso Himbeeren, Heidelbeeren oder ein einfacher Fruchtspiegel.
Im Sommer schmeckt eine Portion frischer Beeren besonders gut zu dem leicht gekühlten Kuchen.
Wer es klassisch mag, serviert ihn einfach mit einer Tasse Kaffee.
Und genau so verschwindet bei uns meistens Stück für Stück vom Teller.
Kann man Rosinen hineingeben?
Natürlich.
Das ist bei Quarkkuchen allerdings fast schon eine Glaubensfrage.
Die einen sagen: Quarkkuchen ohne Rosinen ist kein richtiger Quarkkuchen.
Die anderen möchten keine einzige Rosine darin entdecken.
Wenn Sie zur ersten Gruppe gehören, etwa 80 bis 100 g Rosinen kurz abspülen, trocknen und unter die fertige Quarkmasse heben.
Wer möchte, kann sie vorher einige Minuten in warmem Wasser einweichen.
Danach gut abtrocknen, damit nicht unnötig zusätzliche Flüssigkeit in den Kuchen gelangt.
Mandarinen funktionieren ebenfalls hervorragend
Eine weitere Variante, die gerade bei klassischen deutschen Kaffeetafeln immer gut ankommt, ist Quarkkuchen mit Mandarinen.
Dafür eine kleine Dose Mandarinen gründlich abtropfen lassen.
Die Früchte anschließend vorsichtig unter die Quarkmasse heben oder nach dem Einfüllen auf der Oberfläche verteilen und leicht hineindrücken.
Beim Backen verbinden sich die fruchtigen Mandarinen wunderbar mit der leicht säuerlichen Quarkmasse.
Dann würde ich allerdings den Zitronensaft etwas reduzieren oder komplett weglassen.
Warum bekommt Quarkkuchen manchmal Risse?
Das passiert selbst erfahrenen Hobbybäckern.
Meistens ist die Temperatur etwas hoch oder der Kuchen kühlt anschließend zu schnell ab.
Auch sehr starkes Aufschlagen der Masse kann dazu führen, dass viel Luft hineinkommt. Im Backofen dehnt sie sich aus, der Kuchen steigt stark nach oben und fällt später wieder zusammen.
Deshalb gilt bei diesem Rezept:
Nicht länger rühren als notwendig.
Wir wollen eine gleichmäßige Masse, aber keinen luftigen Biskuitteig.
Und sollte trotzdem ein kleiner Riss entstehen?
Ein bisschen Puderzucker darüber und niemanden interessiert es mehr.
Geschmacklich macht ein Riss ohnehin überhaupt keinen Unterschied.
Was tun, wenn der Kuchen oben zu dunkel wird?
Jeder Backofen backt ein wenig anders.
Bei manchen Geräten ist der Kuchen bereits nach 40 Minuten kräftig gebräunt, obwohl die Mitte noch deutlich zu weich ist.
Dann nicht einfach die Temperatur drastisch reduzieren.
Stattdessen den Kuchen locker mit Backpapier oder Alufolie abdecken und normal weiterbacken.
So wird die Oberfläche geschützt, während das Innere weiter garen kann.
Quarkkuchen richtig aufbewahren
Da der Kuchen viel Quark und Eier enthält, sollte er nach dem vollständigen Abkühlen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Gut abgedeckt bleibt er dort normalerweise etwa drei Tage lecker.
Vor dem Servieren kann man ihn direkt kalt essen oder ungefähr 20 bis 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen.
Ich bevorzuge die zweite Variante.
Dann ist er noch schön frisch, aber die Konsistenz ist etwas weicher und cremiger.
Kann man ihn einfrieren?
Ja.
Den vollständig ausgekühlten Quarkkuchen am besten bereits in einzelne Stücke schneiden.
Die Stücke luftdicht verpacken und einfrieren.
So kann man später genau die Menge auftauen, die man gerade benötigt.
Bei Zimmertemperatur langsam auftauen lassen – und schon hat man ohne erneutes Backen etwas zum Kaffee.
Gerade deshalb lohnt es sich manchmal sogar, gleich einen größeren Kuchen zu backen.
Wenn spontan Besuch vor der Tür steht
Genau dafür habe ich dieses Rezept inzwischen besonders gern.
Die meisten Zutaten sind Dinge, die man entweder sowieso zu Hause hat oder schnell bekommt.
Kein Teig muss ruhen.
Kein Boden muss vorgebacken werden.
Keine komplizierte Creme muss gekocht werden.
Alles zusammenrühren, in die Form geben und ab in den Ofen.
Während der Kuchen backt, kann man die Küche aufräumen, Kaffee vorbereiten und sich um alles andere kümmern.
Und wenn die Gäste dann fragen:
„Den hast du gerade noch schnell gebacken?“
kann man tatsächlich mit Ja antworten.
Mein kleiner Tipp für den nächsten Tag
Falls tatsächlich etwas übrig bleibt, stellen Sie ein Stück über Nacht in den Kühlschrank.
Am nächsten Morgen einmal probieren.
Der Kuchen ist dann fest geworden, aber nicht trocken. Die Vanille schmeckt intensiver und die Quarkmasse hat diese typische cremige Käsekuchen-Konsistenz bekommen.
Für mich ist genau das der Moment, in dem dieser einfache Kuchen am besten schmeckt.
Quarkkuchen in 5 Minuten im Ofen – das Rezept auf einen Blick
Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine 26-cm-Springform einfetten.
220 g weiche Butter mit 220 g Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz verrühren. Die fünf Eier nacheinander dazugeben.
1 kg Quark unterrühren.
Zwei Päckchen Vanillepuddingpulver mit einem Päckchen Backpulver vermischen und dazugeben. Anschließend 100 ml Milch, zwei Esslöffel Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb kurz unterrühren.
Die Masse in die Springform füllen und glatt streichen.
Etwa 55 bis 65 Minuten backen.
Anschließend den Backofen ausschalten, die Tür leicht öffnen und den Kuchen noch ungefähr 15 bis 20 Minuten darin stehen lassen.
Vollständig auskühlen lassen und nach Wunsch mit Puderzucker bestäuben.
Mehr braucht es nicht.
Ein unkomplizierter Quarkkuchen ohne Boden, der außen goldbraun und innen herrlich cremig wird – und dessen eigentliche Vorbereitung tatsächlich nur wenige Minuten dauert.
Die einzige schwierige Frage bleibt: mit oder ohne Rosinen?
