Es gibt Kuchen, bei denen schon der erste Blick reicht, um zu wissen, dass man unbedingt ein Stück probieren möchte. Genau so ist es bei diesem wunderbar cremigen Frischkäsekuchen. Eine dicke, helle Creme, ein feiner Keksboden und eine glatte, fast samtige Oberfläche machen ihn zu einem Dessert, das auf jeder Kaffeetafel sofort auffällt.
Das Besondere an diesem Kuchen ist seine Konsistenz. Die Creme ist nicht schwer oder kompakt, sondern weich, luftig und gleichzeitig stabil genug, um schöne Stücke schneiden zu können. Dazu kommt der leicht knusprige Boden aus Butterkeksen, der einen perfekten Kontrast zur cremigen Füllung bildet.
Und obwohl das Ergebnis aussieht, als hätte man dafür stundenlang in der Küche gestanden, ist die Zubereitung erstaunlich unkompliziert.
Ich bereite diesen Kuchen besonders gern vor, wenn Gäste kommen. Man kann ihn bereits am Vorabend fertigstellen und über Nacht im Kühlschrank lassen. Am nächsten Tag muss er nur noch aus der Form genommen und nach Wunsch dekoriert werden.
Noch besser: Für diese Variante braucht man keinen komplizierten Biskuitboden und keine aufwendigen Schichten. Ein einfacher Keksboden reicht vollkommen aus.
Zutaten
Für eine quadratische Form von etwa 22 × 22 cm oder eine Springform mit etwa 24 cm Durchmesser.
Für den Keksboden
250 g Butterkekse
110 g Butter
1 Päckchen Vanillezucker
Optional:
½ TL Zimt
1 Prise Salz
Für die cremige Frischkäsefüllung
600 g Doppelrahmfrischkäse
500 g Quark, 20 % Fett
300 ml Schlagsahne
120 g Puderzucker
2 Päckchen Vanillezucker
1 TL Vanilleextrakt
1 Bio-Zitrone
2 EL Zitronensaft
1 Päckchen gemahlene Gelatine oder 6 Blatt Gelatine
Alternativ kann ein entsprechendes vegetarisches Geliermittel verwendet werden.
Für die obere Cremeschicht
200 ml Schlagsahne
150 g Frischkäse
30 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
Optional zum Dekorieren:
etwas geschlagene Sahne
weiße Schokoladenraspel
zerbröselte Butterkekse
frische Beeren
Zubereitung
Zuerst bereite ich den Boden vor.
Die Butterkekse kommen in einen Gefrierbeutel und werden mit einem Nudelholz möglichst fein zerdrückt. Natürlich funktioniert das auch in einer Küchenmaschine.
Die Krümel sollten relativ fein sein. Einige etwas größere Stückchen dürfen allerdings übrig bleiben, denn dadurch bekommt der Boden später eine angenehme Struktur.
Die Butter langsam in einem kleinen Topf schmelzen.
Sie soll lediglich flüssig werden und nicht braun werden.
Anschließend Butter, Keksbrösel und Vanillezucker miteinander vermischen.
Wer möchte, gibt noch eine kleine Prise Salz hinzu. Gerade bei süßen Kuchen macht ein wenig Salz geschmacklich erstaunlich viel aus.
Die Mischung sollte ungefähr die Konsistenz von feuchtem Sand haben.
Eine quadratische Backform mit Backpapier auslegen. Besonders praktisch ist eine Form mit herausnehmbarem Boden.
Die Keksmasse hineingeben und gleichmäßig verteilen.
Nun mit einem Löffel, Glasboden oder kleinen Messbecher kräftig andrücken.
Dieser Schritt ist wichtiger, als man zunächst denkt.
Wird der Boden nur locker verteilt, zerfällt er später beim Anschneiden. Wird er dagegen ordentlich angedrückt, entsteht ein stabiler Boden, der trotzdem angenehm mürbe bleibt.
Die Form anschließend für ungefähr 20 bis 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Währenddessen kann die Creme vorbereitet werden.
Die Frischkäsecreme
Frischkäse und Quark etwa 20 Minuten vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.
Dadurch lassen sich beide Zutaten leichter miteinander vermischen.
Frischkäse in eine große Schüssel geben.
Quark hinzufügen.
Nun Puderzucker, Vanillezucker und Vanilleextrakt dazugeben.
Alles mit einem Handrührgerät zunächst auf niedriger Geschwindigkeit verrühren.
Man sollte die Masse nicht minutenlang auf höchster Stufe schlagen. Zu starkes Rühren kann die Creme später unnötig weich machen.
Es reicht vollkommen aus, bis eine glatte Masse entstanden ist.
Danach die Schale einer Bio-Zitrone fein abreiben.
Nur die gelbe äußere Schale verwenden. Die weiße Schicht darunter kann bitter schmecken.
Etwa einen Teelöffel Zitronenschale sowie zwei Esslöffel Zitronensaft zur Frischkäsemasse geben.
Die Zitrone schmeckt man später nicht dominant heraus.
Sie sorgt vielmehr dafür, dass die relativ reichhaltige Frischkäsecreme frischer und leichter wirkt.
Jetzt wird die Sahne steif geschlagen.
Dafür sollte sie möglichst kalt sein.
Auch eine kalte Rührschüssel kann hilfreich sein.
Die geschlagene Sahne zunächst beiseitestellen.
Gelatine richtig vorbereiten
Bei Blattgelatine die Blätter für etwa fünf Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Anschließend vorsichtig ausdrücken.
Nun zwei bis drei Esslöffel der Frischkäsemasse in einen kleinen Topf geben.
Sehr vorsichtig erwärmen.
Die Masse darf keinesfalls kochen.
Die ausgedrückte Gelatine hineinlegen und unter Rühren vollständig auflösen.
Nun kommt ein wichtiger Schritt.
Nicht einfach die warme Gelatinemischung direkt in die gesamte kalte Creme schütten.
Stattdessen zunächst zwei weitere Esslöffel der kalten Creme unter die Gelatinemischung rühren.
Danach noch einmal etwas Creme hinzufügen.
Erst wenn sich beide Temperaturen angeglichen haben, die Gelatinemischung langsam unter die restliche Frischkäsecreme rühren.
So entstehen keine kleinen Gelatineklümpchen.
Bei gemahlener Gelatine entsprechend den Angaben auf der Verpackung vorgehen.
Die geschlagene Sahne anschließend portionsweise unterheben.
Am besten funktioniert das mit einem großen Teigschaber.
Dadurch bleibt möglichst viel Luft in der Creme.
Jetzt sollte die Masse bereits wunderbar glatt und luftig aussehen.
Kuchen zusammensetzen
Den gekühlten Keksboden aus dem Kühlschrank nehmen.
Die Frischkäsecreme vollständig darauf verteilen.
Mit einem Teigschaber oder einer Palette glattstreichen.
Dabei besonders darauf achten, dass auch die Ecken der Form vollständig gefüllt sind.
Danach die Form mehrmals ganz vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen.
Dadurch verschwinden größere Luftblasen aus der Creme.
Nun mindestens fünf bis sechs Stunden kaltstellen.
Noch besser ist es, den Kuchen über Nacht im Kühlschrank ruhen zu lassen.
Genau diese Ruhezeit sorgt dafür, dass aus einer zunächst relativ weichen Creme der schöne, schnittfeste Kuchen entsteht, den man auf dem Foto sieht.
Die obere Cremeschicht
Für das besonders cremige Aussehen bereite ich zusätzlich eine dünne Schicht für die Oberfläche zu.
200 ml kalte Schlagsahne steif schlagen.
Frischkäse separat mit Puderzucker und Vanillezucker kurz glatt rühren.
Anschließend die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben.
Die Creme dünn auf dem bereits gekühlten Kuchen verteilen.
Mit einer Palette lassen sich absichtlich leichte Wellen in die Oberfläche ziehen.
Gerade diese nicht völlig perfekte Struktur sieht bei einem selbstgemachten Kuchen besonders schön aus.
Wer möchte, kann am Rand zusätzlich einige kleine Sahnetupfen aufspritzen.
Danach den Kuchen noch einmal ungefähr eine Stunde kaltstellen.
