Manchmal sind es die ganz einfachen Gerichte aus der eigenen Kindheit, die einem am meisten fehlen – und die einen beim Gedanken daran sofort ein wohliges Gefühl von Zuhause und Geborgenheit auslösen. So ging es mir vor einiger Zeit, als ich wieder einmal nach einem schnellen, unkomplizierten Essen für die ganze Familie gesucht habe. Die Kinder sollten satt und glücklich sein, mein Mann nach einem langen Arbeitstag Entspannung finden, und ich wollte möglichst wenig Stress in der Küche haben. In solchen Momenten greife ich gern auf das zurück, was früher bei uns am Esstisch stand, als ich selbst noch klein war: Kartoffelsuppe mit Würstchen.
Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Ich erinnere mich genau, wie meine Großmutter an kühlen Herbst- oder Wintertagen immer diesen vertrauten Duft in der Wohnung verbreitet hat. Der Geruch von langsam vor sich hin köchelnden Kartoffeln, verbunden mit der Würze von Lauch und Möhren, hat mich damals schon magisch angezogen. Wenn die Suppe dann endlich auf dem Tisch stand, waren alle müden Füße und kalten Hände vergessen – und stattdessen strahlten lachende Gesichter durch den ganzen Raum. Es war keine komplizierte Angelegenheit, aber sie hatte etwas ganz Besonderes, das Erinnerungen wachrief und für gute Laune sorgte.
Als ich das Rezept nach diesem Gefühl suchte, habe ich erst lange im Internet gestöbert, war in Rezeptheften und alten Kochbüchern unterwegs und habe dann spontan mit einer Freundin gesprochen. Auch sie schwärmte von dem einfachen Wohlfühlessen, das bei ihrer Familie ähnlich beliebt ist. So habe ich beschlossen, die Kartoffelsuppe mit Würstchen mal wieder selbst auf den Herd zu bringen – und das war eine wundervolle Entscheidung.
Die Zubereitung war zwar schon irgendwie vertraut, doch ich wollte diesmal besonders authentisch bleiben und sie genau so machen, wie ich sie aus Kindertagen kenne. Während die Kartoffeln langsam in der Brühe weich wurden und die Gemüsewürfel goldgelb im Topf schwammen, breitete sich ein unnachahmlicher Duft in der Küche aus, der zum Hineinsetzen und Genießen einlud. Die Würstchen schließlich schnell in Scheiben geschnitten und kurz mitgekocht – das war der letzte Schliff.
Die Reaktion der Familie? Einfach herzerwärmend. Die Kinder lobten die Suppe, weil sie „richtig lecker und fluffig“ schmeckte, mein Mann war begeistert, wie gut sie den kalten Tag vertrieben hat, und ich selbst hatte das kleine Gefühl, etwas ganz Wertvolles an gemeinsame Traditionen weiterzugeben. Seitdem ist die Kartoffelsuppe mit Würstchen ein fester Bestandteil unserer Wochenenden oder gemütlichen Tage, an denen wir Zeit für ein leckeres Essen miteinander haben wollen. Dieses Rezept schmeckt nicht nur fantastisch, sondern bringt auch ein Stück Heimat und Geborgenheit auf den Teller – so, wie damals bei Oma.
Zutaten:
800 g Kartoffeln (vorzugsweise mehligkochend)
2 große Möhren
1 Stange Lauch (Porree)
1 Zwiebel
1 Liter Gemüsebrühe
200 ml Wasser
150 ml Sahne oder Milch (je nach Geschmack)
3 EL Butter oder Pflanzenöl
4 bis 5 Frankfurter oder Bockwürste
Salz
Pfeffer
Muskatnuss (frisch gerieben)
1 EL Mehl (optional, zum Andicken)
Petersilie zum Garnieren (frisch oder getrocknet)
