Manchmal sind es die kleinen Überraschungen des Alltags, die einem die größten Freuden bereiten. Mir ist es genau so ergangen, als ich vor einigen Monaten auf der Suche nach einem leckeren Familiengebäck war, das jeder gern mag und das sich schnell und unkompliziert zubereiten lässt. Eigentlich wollte ich nur etwas Neues ausprobieren, das nicht zu viel Aufwand macht, denn als Mutter von zwei lebhaften Kindern und zugleich Vollzeit berufstätig bleibt die Zeit für aufwendige Backaktionen oft knapp. Beim Stöbern in einer alten, schon etwas vergilbten Rezeptmappe meiner Großmutter fiel mir dann ein Rezept für Puddingteilchen in die Hände. Die Seiten waren mit einer feinen Staubschicht überzogen, und ich erinnerte mich, wie ich als Kind immer mit großen Augen vor jenem Bäcker stand, der diese zarten, mit Vanillepudding gefüllten Teilchen aus der Auslage fischte. Schon damals fand ich sie unwiderstehlich.
Neugierig geworden auf diese nostalgische Idee, habe ich mich entschlossen, das Rezept bei Gelegenheit selbst auszuprobieren. Schließlich schmecken selbstgemachte Puddingteilchen doch gleich nochmal viel besser – und ich war gespannt, ob sie tatsächlich an die vom Bäcker herankommen könnten. Ich muss gestehen, ich war erst ein bisschen skeptisch, ob das so einfach funktioniert. Aber schon beim Aufschlagen der Eier für den Teig begann meine Küche zu duften, und die Vorfreude stieg. Die Kombination aus frisch gebackenem Hefeteig und dem cremigen, süßen Vanillepudding hat sich binnen kürzester Zeit als echter Familienliebling entpuppt.
Am Tag des Premierenbackens strömte bald der süße Duft durch die Räume und lockte meine Kinder, die schon ungeduldig vor der Küchentür standen, um gleich das erste warme Puddingteilchen zu probieren. Die Kinderaugen leuchteten, und auch mein Mann war begeistert, als er das fluffige Gebäck mit dem zarten Pudding in der Mitte kostete. Seitdem ist es für uns kaum noch wegzudenken – allein schon wegen der warmen Erinnerungen, die es weckt, und weil es einfach herrlich schmeckt. Mittlerweile backe ich diese Puddingteilchen regelmäßig, sei es als besonderes Geburtstags- oder Wochenendfrühstück oder als Überraschung zum Nachmittagskaffee. Sie sind immer ein besonderer Genuss, der den Tag verschönert.
Zutaten:
Für den Hefeteig:
500 g Weizenmehl (Typ 405)
70 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 1 Päckchen Trockenhefe
250 ml lauwarme Milch
75 g weiche Butter
1 Ei
Für die Vanillepuddingfüllung:
500 ml Milch
1 Päckchen Vanillepuddingpulver (zum Kochen, ohne Zucker)
50 g Zucker
2 Eigelb
1 Teelöffel Butter
1 Vanilleschote (oder 1 Teelöffel Vanilleextrakt)
Zum Bestreichen und Verzieren:
1 Eigelb zum Bestreichen
Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
Zuerst kümmern wir uns um den Hefeteig, denn der benötigt etwas Zeit zum Gehen, damit er schön fluffig wird. Die frische Hefe wird in der lauwarmen Milch aufgelöst. Wichtig ist, dass die Milch wirklich nur lauwarm und nicht heiß ist, sonst könnten die Hefebakterien sterben und der Teig geht nicht auf. In einer großen Schüssel das Mehl, den Zucker, den Vanillezucker und eine Prise Salz miteinander vermengen. Anschließend die Hefemilch zum Mehl geben, die weiche Butter und das Ei hinzufügen. Nun alles mit den Händen oder einer Küchenmaschine gründlich verkneten, bis ein geschmeidiger, elastischer Teig entsteht. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben.
Hat man den Teig gut durchgeknetet, deckt man die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch ab und stellt sie an einen warmen Ort. Dort darf der Teig nun circa 45 bis 60 Minuten ruhen, bis er sichtbar aufgegangen ist und sich sein Volumen verdoppelt hat. Das ist wichtig, damit später die Puddingteilchen schön luftig und locker werden.
In der Zwischenzeit sollte man mit der Zubereitung des Vanillepuddings beginnen, denn der muss komplett abkühlen, bevor wir ihn auf dem Teig verteilen können. Dazu die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Die Milch in einem Topf erwärmen. Während die Milch warm wird, das Puddingpulver, den Zucker und die Eigelbe in einer separaten Schüssel gut miteinander verrühren, sodass keine Klümpchen entstehen. Sobald die Milch heiß ist, die Hälfte der Milch zu der Puddingmischung geben und gut verrühren, dann diese Mischung zurück in den Topf zur restlichen Milch gießen. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen, bis der Pudding eindickt. Jetzt die Butter und das Vanillemark unterrühren, um dem Pudding eine schöne Cremigkeit zu verleihen. Den Pudding in eine Schüssel umfüllen, direkt mit Frischhaltefolie abdecken, sodass die Folie den Pudding berührt, um die Hautbildung zu verhindern. Jetzt heißt es abkühlen lassen.
Sobald der Hefeteig gegangen und der Pudding kalt ist, geht es ans Rollen und Befüllen. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen, etwa 35 x 50 cm groß. Dann in ca. 10 quadratische Stücke schneiden, je nachdem wie groß die Puddingteilchen werden sollen. Nun jeweils einen Esslöffel Vanillepudding in die Mitte jedes Teigquadrats geben – nicht zu viel, sonst quillt es beim Backen über.
Die Teigränder so zu einem Dreieck oder einem Viereck zusammenfalten, dass der Pudding gut eingeschlossen ist. Dabei darauf achten, die Ränder gut zu verschließen, damit nichts ausläuft. Die gefüllten Teilchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, mit genügend Abstand, da der Teig noch weiter aufgehen wird. Zum Schluss die Puddingteilchen mit dem verquirlten Eigelb bestreichen, das verleiht ihnen später eine schöne goldgelbe Farbe und einen Glanz.
Das Blech wandert nun für etwa 20 bis 25 Minuten in den vorgeheizten Backofen. Während dem Backen verbreitet sich ein herrlicher Vanille- und Hefeduft in der Küche, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Die Puddingteilchen sind fertig, wenn sie eine schöne goldbraune Oberfläche haben und der Teig weich und fluffig ist.
Nach dem Backen die Gebäckstücke auf einem Gitter auskühlen lassen. Je nach Geschmack können sie vor dem Servieren noch mit etwas Puderzucker bestäubt werden – das gibt einen hübschen, fast frostähnlichen Touch, der die Süße und das Aussehen perfekt abrundet.
Diese Puddingteilchen genießt man am besten frisch und noch leicht warm; so schmecken sie wirklich wie frisch vom Bäcker. Doch auch am nächsten Tag sind sie noch wunderbar zart, wenn man sie kurz im Ofen erwärmt.
Tipps und Varianten:
Puddingteilchen sind eigentlich ein sehr unkompliziertes Rezept, aber ein paar kleine Tricks helfen dabei, sie perfekt hinzubekommen. Zum Beispiel sollte man unbedingt darauf achten, dass die Milch für die Hefe nur lauwarm ist; zu heißes Wasser zerstört die Hefe. Außerdem ist es wichtig, den Teig lange genug gehen zu lassen – nur so wird er richtig fluffig und locker.
Hefeteig kann man auch prima mit Vollkornmehl backen, wenn man es etwas gesünder mag, allerdings brauchen die Teilchen dann eine etwas längere Gehzeit, und sie werden naturgemäß etwas schwerer. Für den Pudding kann man statt Vanille auch andere Geschmacksrichtungen wählen, wie Schokolade, Karamell oder sogar eine Früchtefüllung, dann macht man einfach einen Fruchtpudding oder Beeren unter den Vanillepudding. Eine weitere leckere Variante ist, statt Vanillepudding eine Quarkfüllung zu verwenden oder kleine Stückchen von frischen Früchten mit in die Füllung einzubringen.
Aufbewahren kann man die Puddingteilchen am besten abgedeckt bei Zimmertemperatur. Sie schmecken spätestens am zweiten Tag am besten, wenn man sie vor dem Genuss für zehn Minuten bei 150 Grad im Backofen aufwärmt. So schmecken sie wieder wie frisch gebacken und sind wunderbar weich. Für längere Aufbewahrung kann man sie auch einfrieren; einfach in einer luftdichten Box oder einem Gefrierbeutel, und bei Bedarf auftauen und kurz erwärmen.
Wenn man Gäste hat, sind Puddingteilchen tolle kleine Highlights, die unglaublich gut ankommen. Sie passen perfekt zu einer gemütlichen Kaffeerunde oder auch zum Sonntagsfrühstück. Kinder lieben sie ebenso, da sie süß, weich und cremig sind – für Geburtstagsfeiern oder einfach so zwischendurch sind sie eine köstliche Wahl.
Wer es etwas schicker möchte, kann die Teilchen nach dem Backen noch mit einer Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft überziehen oder mit Schokostreuseln dekorieren. Auch als Mitbringsel zum Nachmittagskaffee oder zum Picknick eignen sie sich wunderbar.
Ein kleiner Fehler, der manchmal beim Backen von Hefeteig passiert, ist, dass der Teig zu kalt oder zu warm steht und deshalb nicht richtig aufgeht. Ein warmer, zugfreier Platz in der Küche ist optimal, zum Beispiel in der Nähe eines Heizkörpers oder im ausgeschalteten, leicht vorgeheizten Backofen. Zudem sollte man den Pudding wirklich rechtzeitig zubereiten und ihn gut abkühlen lassen, damit er beim Füllen nicht flüssig ist und beim Backen ausläuft.
Insgesamt sind Puddingteilchen ein wunderbares Rezept, das jeder Zuhause gut schaffen kann und das mit relativ wenig Aufwand eine große Wirkung zeigt. Die Freude in den Gesichtern der Familie beim ersten Happen, der herrliche Duft, der in der Küche hängt, und der typische Geschmack – das ist einfach backen mit Liebe. Ob für den kleinen Hunger, das Frühstück oder die Kaffeetafel: sie sind immer eine gute Idee und ein echter Genuss. Einfach ausprobieren, genießen und glücklich sein!
