Zutaten & Zubereitung
Zutaten und Anleitung auf Seite 2
Einfaches Hünerfrikassee Rezept
Vorgeschichte:
Manchmal sind es gerade die ganz unscheinbaren Rezepte, die sich zu wahren Lieblingen in unserer Küche entwickeln. So ist es auch mir mit dem Hünerfrikassee ergangen. Ich erinnere mich genau, wie ich eines Nachmittags, während die Kinder ihre Hausaufgaben machten und mein Mann auf der Arbeit war, eine neue Idee für ein einfaches Mittagessen suchte. Der erste Blick in den Kühlschrank zeigte mir, dass ich noch Hähnchenbrust und ein paar Gemüse zur Verfügung hatte, aber ich wollte etwas gemütliches, das sich aber nicht zu aufwendig anfühlt. Dann stieß ich beim Durchblättern einer alten Rezeptmappe meiner Mutter auf ein vergilbtes Blatt mit einem Hünerfrikassee-Rezept – ganz schlicht und ohne viel Schnickschnack.
Das Rezept sprach mich sofort an, weil es genau diese vertraute Hausmannskost versprach, die nach Zuhause riecht, nach Wärme und Geborgenheit. Ich konnte förmlich den Duft von Sahne und zartem Hähnchen schon riechen, als ich anfing, die Zutaten zu besorgen. Beim Kochen füllte sich die Küche mit einem unheimlich wohltuenden Aroma – eine Mischung aus Sahne, frischem Gemüse und leichter Würze. Die zarte Soße, die langsam auf dem Herd vor sich hin köchelte, machte mir Appetit, und ich spürte eine kleine Vorfreude, als die Kinder schließlich zum Tisch kamen.
Die Reaktion der Familie war sofort liebevoll und ehrlich: Mein Mann lobte die Cremigkeit und die kleine Prise Muskat im Geschmack, die Kinder fanden das Hühnchen besonders lecker, und unser kleiner Sohn schnappte sich sogar noch etwas von der Soße zum Brot dazu. Seitdem habe ich das Hünerfrikassee nicht nur einmal gemacht – es ist eines dieser Rezepte, das schnell zum Familienklassiker wurde. Es verbindet uns am Tisch, erinnert mich an meine eigene Kindheit und ist dabei so unkompliziert, dass es selbst an hektischen Tagen auf den Tisch passt. Heute möchte ich dieses liebevoll aufbereitete Rezept mit allen teilen, die genau so eine wohlige Mahlzeit suchen.
Zutaten:
500 g Hähnchenbrustfilet
1 Liter Hühnerbrühe (am besten selbstgemacht oder aus dem Glas ohne Zusatzstoffe)
200 g Champignons
150 g Erbsen (frisch oder tiefgekühlt)
2 Karotten
1 kleine Zwiebel
50 g Butter
60 g Mehl
300 ml Sahne
Saft von ½ Zitrone
Salz
Pfeffer, frisch gemahlen
1 Prise Muskatnuss
1 Bund Petersilie (frisch)
optional: 1 Eigelb (zum Verfeinern der Soße)
Zubereitung:
Beginnen wir ganz von vorne – das Hühnchenbrustfilet sollte zuerst in mundgerechte Stücke geschnitten werden. Ich nehme dafür meistens eher dickere Stücke, weil ich es liebe, wenn das Fleisch hinterher schön saftig bleibt. Nun erhitze ich in einem großen Topf einen Esslöffel Butter und brate das Hühnerfleisch darin rundherum leicht an, bis es eine ganz zarte, zart goldene Farbe bekommt. Wichtig dabei: Nicht zu lange braten, denn das Fleisch soll ja nicht trocken werden, sondern in der späteren Soße zart schmoren. Sobald die Hähnchenstücke angebraten sind, nehme ich sie kurz heraus und stelle sie beiseite.
Im gleichen Topf wird nun die klein gewürfelte Zwiebel in etwas Butter glasig gedünstet – das sorgt für die aromatische Basis. Während die Zwiebel zu riechen beginnt und schön hellbraun wird, bereite ich die Karotten vor. Für Hünerfrikassee schneide ich die Karotten in kleine Würfel oder schmale Scheiben, das sorgt später für den tollen Biss und die angenehm frische Süße im Gericht. Diese Karottenwürfel kommen jetzt mit in den Topf, und alles wird zusammen für fünf Minuten angedünstet.
Jetzt sind die Champignons dran – je nachdem, ob ich frische oder bereits geschnittene Pilze verwendet habe, putze ich sie sorgfältig und schneide sie in Scheiben. Die Champignons gebe ich ebenfalls in den Topf und lasse sie mit den anderen Zutaten leicht anbraten. Wenn die Pilze anfangen, ihre Flüssigkeit abzugeben, gieße ich langsam die Hühnerbrühe dazu und rühre alles gut durch, damit sich kein Anbrennfleck bildet.
Das Angießen mit der Brühe ist der Moment, an dem das Gericht richtig zu leben beginnt. Einmal aufkochen lassen und dann die Hitze reduzieren, damit alles sanft vor sich hin köchelt. Hier wandert auch das angebratene Hähnchen wieder zurück in den Sud. Bei geschlossenem Deckel lasse ich das Frikassee ungefähr 15 bis 20 Minuten leise köcheln, bis das Fleisch durch ist und die Karotten angenehm weich, aber noch bissfest sind.
