83 leckere Kartoffel Rezepte für Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer & Co. I Beste Kartoffelgerichte
Vorgeschichte
Kartoffeln haben für mich immer etwas ganz Besonderes bedeutet, fast wie ein guter Freund aus der Kindheit. Schon als kleines Mädchen hat meine Mutter zu Hause wunderbare Kartoffelgerichte zubereitet: knusprige Bratkartoffeln, cremige Kartoffelsuppe und nicht zu vergessen die herzhaften Kartoffelpuffer, die den ganzen Samstag morgen nach gebratenem Teig und Zwiebeln dufteten. Im Lauf der Jahre ist die Kartoffel immer wieder eine wichtige Zutat im Alltag gewesen, gerade wenn es schnell, einfach und lecker sein sollte.
Vor nicht allzu langer Zeit, an einem verregneten Nachmittag, als ich durch eine alte Wolldecke und zwischen den Stapeln meiner Backbücher stöberte, landete ich unverhofft auf einem vergilbten Zettel aus meiner eigenen Rezeptsammlung. Aufgeschrieben hatte ich diese Liste mit Kartoffelgerichten vor Jahren, als ich nach neuen Ideen fürs Familienessen suchte, ohne dauernd die gleichen Rezepte zu wiederholen. Beim nochmaligen Lesen wurde ich ganz nostalgisch und hatte plötzlich Lust, einige dieser Rezepte wieder hervorzuholen.
Es war ein kleiner Zufall, als ich an diesem Tag zum Einkaufen ging und merke, dass ich eine frische Tüte Kartoffeln im Wagen hatte. Ich entschied mich spontan, verschiedene Ideen auszuprobieren, angefangen mit einer klassischen Kartoffelsuppe, die ich seit meiner Kindheit liebte, aber diesmal so verfeinert, dass sie richtig cremig wurde und gleichzeitig wunderbar würzig. Während die Suppe kochte, breitete sich ein unglaublich heimeliger Duft in der Küche aus – ein Mix aus Butter, gerösteten Zwiebeln und dem sanften Aroma der Kartoffeln. Ich schaute meiner Familie beim Schnuppern zu und merkte, wie die Vorfreude wuchs.
Beim Probieren war die Begeisterung groß. Die kleinen Augen meines Sohnes strahlten, als er mit dem ersten Löffel allein war, und mein Mann lobte die richtige Würze, die genau ins Schwarze getroffen hatte. Seitdem haben Kartoffelsuppen, Kartoffelpuffer und allerlei andere Kartoffelvariationen einen festen Platz in unserem Essensplan. Sie sind unkompliziert, sättigend und bieten dabei eine wunderbare Vielfalt: mal rustikal, mal fein, für jeden Geschmack und jede Gelegenheit. Dieses umfangreiche Rezeptsammelsurium habe ich nun zusammengestellt, um genau diese Herzlichkeit und Gelassenheit in eure Küchen zu bringen. Die Kartoffel ist und bleibt eben ein wahrer Alleskönner – in der Küche und am Familientisch.
Zutaten
Für die klassische Kartoffelsuppe:
1 kg Kartoffeln (festkochend)
1 große Zwiebel
2 mittelgroße Karotten
1 Stange Lauch
1 Liter Gemüsebrühe
200 ml Sahne oder Crème fraîche
2 EL Butter
Salz
Pfeffer
Muskatnuss (frisch gerieben)
1 Bund Petersilie
Für Kartoffelpuffer:
500 g Kartoffeln (vorzugsweise mehligkochend)
1 kleine Zwiebel
2 Eier
2 EL Mehl
Salz
Pfeffer
Öl zum Braten
Für Bratkartoffeln:
600 g festkochende Kartoffeln (am besten vom Vortag)
1 Zwiebel
3 EL Pflanzenöl oder Butterschmalz
Salz
Pfeffer
Frische Kräuter (z.B. Schnittlauch oder Petersilie)
Zubereitung
Kartoffelsuppe:
Beginnen Sie damit, Kartoffeln, Karotten und Lauch gründlich zu waschen und zu schälen. Die Kartoffeln in circa 2 cm große Würfel schneiden, die Karotten schräg in Scheiben schneiden und den Lauch in feine Ringe schneiden, denn dann kochen die Zutaten gleichmäßig weich. Als nächstes die Zwiebel schälen und fein würfeln.
In einem großen Topf die Butter erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten – das verleiht der Suppe sofort einen kräftigen Geschmack. Nun geben Sie die Kartoffeln, Karotten und den Lauch dazu und lassen alles kurz mit anschwitzen. Gießen Sie dann die Gemüsebrühe auf, so dass das Gemüse knapp bedeckt ist.
Jetzt erst kommt Geduld ins Spiel: Die Suppe sollte bei mittlerer Hitze etwa 20 bis 25 Minuten kochen, bis das Gemüse weich ist. Währenddessen den Topf gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt. Danach nehmen Sie den Topf vom Herd und pürieren die Suppe mit einem Stabmixer, bis sie schön sämig ist.
Jetzt folgt das Verfeinern: Die Sahne oder Crème fraîche unterrühren, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Wer mag, lässt die Suppe noch einmal kurz aufkochen – aber nicht mehr zu lange, sonst verliert sie ihre Frische. Zum Schluss die frische Petersilie klein hacken und auf die heiße Suppe streuen. Schon beim Servieren duftet sie warm und einladend – ein echtes Wohlfühlessen.
Kartoffelpuffer:
Für die Kartoffelpuffer schälen Sie zuerst die Kartoffeln und die kleine Zwiebel. Die Kartoffeln reiben Sie dann sehr fein, am besten mit einer Küchenreibe oder sogar in der Küchenmaschine. Die Zwiebel ebenfalls fein reiben oder hacken. Um überschüssige Flüssigkeit loszuwerden, drücken Sie die geriebenen Kartoffeln gut in einem sauberen Küchentuch aus.
Die ausgedrückten Kartoffeln und Zwiebeln in eine Schüssel geben, die Eier hinzufügen und mit Mehl, Salz und Pfeffer würzen. Alles gründlich vermengen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Die Konsistenz sollte dabei leicht formbar, aber nicht zu flüssig sein – falls nötig, noch etwas mehr Mehl hinzufügen.
Nun wird gebraten: In einer großen Pfanne Öl erhitzen, dabei darauf achten, dass es nicht raucht, sondern nur heiß genug ist, um die Puffer knusprig zu machen. Mit einem Esslöffel kleine Portionen des Teigs nebeneinander in die Pfanne setzen und mit dem Löffelrücken flach drücken. Die Kartoffelpuffer bei mittlerer Hitze etwa 3 bis 4 Minuten von jeder Seite goldbraun braten.
Die fertigen Kartoffelpuffer auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen, damit sie nicht zu fettig bleiben. Am besten schmecken sie warm mit Apfelmus oder einem Klecks Sauerrahm – ein echter Klassiker, der jedes Mal aufs Neue begeistert.
Bratkartoffeln:
Für die Bratkartoffeln verwenden Sie am besten festkochende Kartoffeln vom Vortag, da diese dann bereits leicht abgekühlt und fester in der Konsistenz sind. Schälen Sie die Kartoffeln und schneiden Sie sie in dünne Scheiben oder kleine Würfel, je nach Vorliebe.
In einer großen Pfanne das Pflanzenöl oder Butterschmalz erhitzen. Die Kartoffeln verteilen Sie so, dass sie in einer einzigen Schicht liegen – so werden sie gleichmäßig knusprig. Während die Kartoffeln braten, können Sie die Zwiebel halbieren und in feine Ringe schneiden, diese nach etwa 5 bis 7 Minuten zum Kartoffelgericht hinzufügen.
Bratkartoffeln brauchen insgesamt etwa 15 bis 20 Minuten, dabei ab und zu wenden, damit nichts anbrennt, aber genug Zeit hat, goldbraun zu werden. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und frische Kräuter hinzufügen. Sofort serviert sind sie eine tolle Beilage zu Fleischgerichten, aber auch solo eine echte Spezialität.
Tipps und Varianten
Kartoffeln sind ein so vielseitiges Gemüse, da lohnt es sich, immer mal wieder neue Zubereitungsarten auszuprobieren. Für die Kartoffelsuppe können Sie etwa statt Gemüsebrühe auch eine kräftige Rinder- oder Hühnerbrühe nehmen, wenn der Geschmack intensiver sein soll. Wer es schärfer mag, gibt gern eine Prise Cayennepfeffer oder ein bisschen frisch geriebenen Ingwer dazu. Auch Kartoffelsuppe mit Speckwürfeln, angebratenem Lauch oder gerösteten Croutons gibt eine wunderbare Variation.
Viele lieben Kartoffelpuffer klassisch mit Apfelmus, aber probieren Sie doch mal eine herzhafte Variante mit Kräuterquark oder Räucherlachs und Meerrettich. Für einen besonderen Pfiff kann man dem Teig auch geriebenen Käse oder fein gehackte Frühlingszwiebeln beimengen. Achten Sie nur darauf, dass die Kartoffelpuffer nicht zu dünn werden, sonst reißen sie leicht beim Wenden.
Bratkartoffeln lassen sich wunderbar aufpeppen, indem Sie zusätzlich klein gewürfelte, knusprig gebratene Speckwürfel oder Champignons mit anbraten. Ein Spritzer Balsamico-Essig kurz vor dem Servieren sorgt für eine interessante geschmackliche Tiefe. Wer es vegetarisch mag, freut sich über die Zugabe von frischen Kräutern wie Rosmarin oder Thymian.
Kartoffelgerichte lassen sich hervorragend vorbereiten und aufbewahren. Die Suppe kann man gut in einem luftdichten Gefäß einige Tage im Kühlschrank lagern und direkt auf dem Herd oder in der Mikrowelle schonend erwärmen. Kartoffelpuffer schmecken am besten frisch, lassen sich aber auch am nächsten Tag kurz in einer heißen Pfanne aufbacken, damit sie wieder knusprig werden. Bratkartoffeln sollten nicht zu lange aufgespart werden, da sie sonst weich werden.
Kartoffelgerichte passen zu den verschiedensten Anlässen: Ob als wärmendes Mittagessen an kalten Tagen, als unkomplizierte Beilage zum Sonntagsbraten, als Fingerfood beim gemütlichen Abend mit Freunden oder als herrlich bodenständige Mahlzeit für die ganze Familie. Sie sind schnell gemacht, sättigen wunderbar und bieten dabei eine große Geschmacksvielfalt.
Ein kleiner Fehler, den man bei der Zubereitung der Kartoffelpuffer oft macht, ist es, die Masse zu lange stehen zu lassen – die geriebenen Kartoffeln oxidieren und werden braun, was die Optik beeinträchtigt. Ein Spritzer Zitronensaft im Teig kann das verhindern. Beim Kochen ist es wichtig, die Suppe gut zu würzen und nicht zu wässrig zu lassen, damit sie cremig und aromatisch bleibt. Geduld beim Braten ist ebenfalls wichtig, gerade bei Bratkartoffeln, damit sie wirklich schön knusprig werden und nicht matschig.
In jedem Fall freue ich mich, wenn diese herzhaften und vielfältigen Kartoffelrezepte auch in eure Küchen einziehen und dort mindestens so viel Freude beim Kochen und Genießen bringen wie bei uns zu Hause. Die kleine, unscheinbare Kartoffel bringt eben all die Wärme und den Geschmack mit, die Familie und Freunde so sehr zusammenbringen. Und ganz ehrlich: Ein Teller Kartoffelgerichte fühlt sich immer auch ein bisschen wie ein Stück Heimat an. Guten Appetit!
