Mit zunehmendem Alter können sich in den Arterien Ablagerungen bilden. Diese bestehen unter anderem aus Cholesterin, entzündlichen Zellen und anderen Bestandteilen.
Mediziner sprechen von Arteriosklerose beziehungsweise atherosklerotischen Veränderungen.
Besonders problematisch wird es, wenn eine solche Ablagerung aufreißt und sich ein Blutgerinnsel bildet. Wird dadurch ein Herzkranzgefäß verschlossen, kann ein Herzinfarkt entstehen.
Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte LDL-Cholesterinwerte, Diabetes, Bewegungsmangel und eine ungünstige Ernährung.
Die gute Nachricht: An vielen dieser Faktoren kann man etwas ändern.
1. Diese tägliche Gewohnheit kann Ihrem Herzen mehr helfen, als Sie denken
Viele Menschen glauben, dass man für ein gesundes Herz unbedingt ins Fitnessstudio gehen oder regelmäßig joggen muss.
Doch schon gewöhnliches zügiges Gehen kann einen wichtigen Beitrag leisten.
Ein Spaziergang nach dem Mittagessen, der Weg zum Supermarkt oder eine Runde durch den Park bringen den Kreislauf in Schwung.
Regelmäßige Bewegung kann dabei helfen, den Blutdruck zu verbessern, den Blutzucker besser zu regulieren und das Körpergewicht zu kontrollieren.
Außerdem stärkt sie die körperliche Belastbarkeit.
Als Orientierung empfehlen Fachgesellschaften Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Das entspricht beispielsweise fünfmal 30 Minuten zügigem Gehen.
Wer bisher kaum aktiv war, muss nicht sofort dieses Ziel erreichen. Bereits kürzere Spaziergänge sind ein sinnvoller Anfang.
Wichtig ist, regelmäßig in Bewegung zu bleiben.
Besonders Menschen, die viele Stunden am Tag sitzen, profitieren davon, immer wieder aufzustehen und sich zwischendurch zu bewegen.
2. Ein unsichtbarer Risikofaktor, den viele gar nicht bemerken
Bluthochdruck wird häufig als stille Gefahr bezeichnet.
Der Grund dafür ist einfach: Viele Betroffene haben über Jahre hinweg keine eindeutigen Beschwerden.
Man fühlt sich vielleicht völlig normal, obwohl der Blutdruck dauerhaft erhöht ist.
Das Problem besteht darin, dass ein zu hoher Druck die Gefäßwände belastet und langfristig das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen erhöht.
Deshalb ist es sinnvoll, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Wer bereits erhöhte Werte hat, sollte diese ärztlich abklären lassen und gemeinsam mit dem Arzt geeignete Maßnahmen besprechen.
Dazu können regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, weniger Salz bei hoher Salzaufnahme und gegebenenfalls Medikamente gehören.
Besonders wichtig: Verschriebene Blutdruckmedikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden, nur weil die Werte wieder besser aussehen.
Denn häufig sind sie gerade wegen der Behandlung gut eingestellt.
3. Der Fehler auf dem Teller, den viele Menschen täglich machen
Hier liegt einer der wichtigsten Ansatzpunkte für die Herzgesundheit.
Viele Menschen achten darauf, möglichst wenig Zucker zu essen. Gleichzeitig unterschätzen sie, wie stark die gesamte Zusammensetzung ihrer Ernährung das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen kann.
Dabei geht es nicht darum, auf jedes Lieblingsgericht zu verzichten.
Entscheidend ist vielmehr, was regelmäßig auf dem Teller landet.
Eine herzfreundliche Ernährung enthält möglichst häufig Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und geeignete pflanzliche Öle.
Auch Fisch kann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Dagegen ist es sinnvoll, stark verarbeitete Fleischprodukte, sehr salzreiche Lebensmittel und größere Mengen gesättigter Fette zu begrenzen.
Ein Beispiel aus dem Alltag:
Statt täglich Wurstbrot zum Abendessen könnte man gelegentlich Vollkornbrot mit Hummus, Tomaten und Gurken wählen.
Anstelle von stark zuckerhaltigen Getränken kann Wasser oder ungesüßter Tee auf dem Tisch stehen.
Und wer gerne etwas knabbert, kann häufiger zu einer kleinen Portion ungesalzener Nüsse greifen.
Solche Veränderungen wirken unspektakulär. Über längere Zeit können sie jedoch helfen, wichtige Risikofaktoren positiv zu beeinflussen.
Besonders entscheidend ist dabei auch das LDL-Cholesterin. Sind die Werte erhöht, kann neben einer Ernährungsumstellung eine ärztlich verordnete Behandlung notwendig sein.
4. Warum Rauchen das Herz stärker belastet, als viele vermuten
Wenn Menschen über die Gefahren des Rauchens sprechen, denken sie häufig zuerst an die Lunge.
Doch auch das Herz und die Blutgefäße werden erheblich belastet.
Tabakrauch enthält Stoffe, die die Gefäßfunktion beeinträchtigen, Entzündungsprozesse fördern und die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigen können.
Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Das gilt nicht nur für Menschen, die besonders viele Zigaretten rauchen.
Auch ein geringer regelmäßiger Zigarettenkonsum ist nicht harmlos.
Die gute Nachricht ist, dass sich der Rauchstopp lohnt – unabhängig davon, wie lange jemand bereits geraucht hat.
Mit der Zeit sinkt das Herz-Kreislauf-Risiko.
Wer Schwierigkeiten hat, allein aufzuhören, kann ärztliche Unterstützung, Beratungsangebote oder geeignete Hilfsmittel nutzen.
Ein Rauchstopp gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, um das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko zu senken.
5. Was Schlaf, Stress und Erholung mit Ihrem Herzen zu tun haben
Viele Menschen achten auf ihre Ernährung und versuchen, sich regelmäßig zu bewegen.
Doch ein anderer Bereich gerät leicht in Vergessenheit: ausreichend Schlaf und Erholung.
Wer dauerhaft schlecht schläft, kann häufiger Probleme mit Blutdruck, Stoffwechsel und allgemeinem Wohlbefinden entwickeln.
Auch anhaltender Stress kann sich ungünstig auf die Herzgesundheit auswirken.
Dabei ist Stress nicht automatisch gefährlich. Kurzfristige Belastungen gehören zum Leben.
Problematisch kann es werden, wenn Erholung über längere Zeit kaum noch stattfindet.
Deshalb lohnt es sich, feste Schlafzeiten einzuhalten, abends etwas zur Ruhe zu kommen und regelmäßige Pausen in den Alltag einzubauen.
Für die meisten Erwachsenen werden ungefähr sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht empfohlen, wobei der individuelle Bedarf unterschiedlich sein kann.
Wer laut schnarcht, nachts Atemaussetzer hat oder trotz ausreichender Schlafdauer ständig erschöpft ist, sollte dies ärztlich abklären lassen.
Dahinter kann beispielsweise eine Schlafapnoe stecken, die ebenfalls mit Herz-Kreislauf-Risiken verbunden ist.
Diese Warnzeichen eines Herzinfarkts sollten Sie niemals ignorieren
Auch Menschen, die gesund leben, können einen Herzinfarkt erleiden. Deshalb ist es wichtig, mögliche Warnzeichen zu kennen.
Zu den typischen Beschwerden gehören ein starkes Druck- oder Engegefühl in der Brust, Schmerzen, die in Arm, Rücken, Schulter oder Kiefer ausstrahlen können, Atemnot, kalter Schweiß und plötzlich auftretende starke Schwäche.
Manche Betroffene verspüren auch Übelkeit oder Beschwerden im Oberbauch.
Nicht jeder Herzinfarkt verursacht die klassischen heftigen Brustschmerzen. Besonders bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes können die Symptome weniger typisch ausfallen.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte sofort der örtliche Rettungsdienst verständigt werden.
Warten Sie nicht darauf, dass die Beschwerden von allein verschwinden, und fahren Sie möglichst nicht selbst ins Krankenhaus.
Bei einem Herzinfarkt kann jede Minute entscheidend sein.
Kann man wirklich 80 Prozent aller Herzinfarkte verhindern?
Diese Behauptung klingt beeindruckend und wird deshalb häufig geteilt.
Sie sollte jedoch richtig eingeordnet werden.
Große wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein erheblicher Anteil des Herzinfarktrisikos mit Faktoren zusammenhängt, die sich grundsätzlich beeinflussen lassen.
Dazu zählen insbesondere Rauchen, Blutdruck, Cholesterin, Diabetes, Ernährung und Bewegung.
Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass fünf einfache Maßnahmen bei jedem Menschen genau 80 Prozent aller Herzinfarkte verhindern.
Auch Alter, genetische Veranlagung und weitere gesundheitliche Faktoren spielen eine Rolle.
Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken, aber niemals vollständig ausschließen.
Gerade deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig.
Wer seine Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte kennt, kann gemeinsam mit dem Arzt frühzeitig entscheiden, ob zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind.
Warum es nie zu spät ist, etwas zu verändern
Manche Menschen glauben, dass sich gesündere Gewohnheiten ab einem bestimmten Alter nicht mehr lohnen.
Doch das stimmt nicht.
Auch mit 50, 60 oder 70 Jahren kann es sinnvoll sein, körperlich aktiver zu werden, das Rauchen aufzugeben und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.
Niemand muss dafür von heute auf morgen perfekt leben.
Vielleicht beginnt die Veränderung mit einem täglichen Spaziergang.
Vielleicht damit, den Blutdruck endlich regelmäßig zu kontrollieren.
Oder damit, beim nächsten Einkauf etwas häufiger zu Gemüse, Vollkornprodukten und frischen Lebensmitteln zu greifen.
Wichtig ist, langfristig dranzubleiben.
Denn die Herzgesundheit wird nicht durch ein einzelnes Wundermittel bestimmt, sondern durch das Zusammenspiel vieler Faktoren.
