Bei Baumwolle und vielen synthetischen Materialien darf häufig die Waschmaschine ran. Ich würde trotzdem ein Feinwaschprogramm bei ungefähr 30 Grad wählen und den Schal am besten in einen Wäschesack geben. Dadurch reibt er während des Waschgangs weniger stark an anderen Kleidungsstücken.
Auch die Schleuderdrehzahl sollte nicht unnötig hoch sein. 600 bis 800 Umdrehungen reichen bei empfindlicheren Schals meistens vollkommen aus. Je stärker ein Schal während der Wäsche herumgeschleudert wird, desto mehr mechanische Belastung bekommen die Fasern ab.
Besonders ungünstig ist es, Schals zusammen mit Jeans, Jacken mit Reißverschlüssen oder Kleidung mit Klettverschlüssen zu waschen. Solche Teile können feine Fasern aufrauen und Fäden ziehen. Weiche Kleidungsstücke mit ähnlichen Farben sind die bessere Gesellschaft in der Trommel.
Warum Schals überhaupt fusseln
Die kleinen Knötchen auf der Oberfläche werden häufig als Pilling bezeichnet. Dabei lösen sich kurze Fasern aus dem Gewebe, verfangen sich miteinander und bilden kleine Kugeln.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Schal schlechte Qualität hat. Auch hochwertige Wolle kann mit der Zeit etwas pillen, besonders an Stellen mit viel Reibung. Typische Bereiche sind dort, wo der Schal am Mantelkragen, an einer Jacke oder am Sicherheitsgurt entlangreibt.
Vollständig verhindern lässt sich Pilling deshalb kaum. Man kann es aber deutlich reduzieren, indem man unnötige Reibung beim Waschen und Tragen vermeidet.
Hat sich bereits etwas Pilling gebildet, sollte man die Knötchen nicht einfach mit den Fingern herausreißen. Dadurch können weitere Fasern aus dem Material gezogen werden. Ein spezieller Fusselrasierer oder ein Kaschmirkamm ist dafür wesentlich besser geeignet.
Dabei immer vorsichtig und ohne starken Druck arbeiten. Besonders bei dünnen Materialien kann man sonst schnell ein Loch verursachen.
Weniger Waschmittel ist oft besser
Ein häufiger Fehler ist zu viel Waschmittel.
Mehr Waschmittel bedeutet nicht automatisch sauberere Kleidung. Bleiben Waschmittelreste im Gewebe zurück, kann sich der Schal sogar härter und unangenehmer anfühlen.
Bei einer kleinen Menge Wäsche reicht meist deutlich weniger, als viele automatisch verwenden.
Für Wolle sollte ein dafür geeignetes Waschmittel verwendet werden. Normale Vollwaschmittel enthalten oft Inhaltsstoffe, die für empfindliche Wollfasern nicht ideal sind.
Auch Weichspüler würde ich bei Wolle und Kaschmir weglassen. Die Fasern brauchen ihn nicht und bestimmte Pflegeprodukte können die natürlichen Eigenschaften des Materials verändern.
Flecken lieber gezielt behandeln
Ein kleiner Fleck bedeutet nicht, dass der komplette Schal sofort einen langen Waschgang braucht.
Oft reicht es, die betroffene Stelle vorsichtig mit etwas Wasser und einem geeigneten Waschmittel zu behandeln. Dabei nicht kräftig rubbeln, sondern lieber tupfen.
Je schneller man einen frischen Fleck behandelt, desto einfacher lässt er sich meistens entfernen.
Bei sehr empfindlichen oder teuren Materialien sollte man allerdings lieber keine Experimente mit aggressiven Hausmitteln machen.
Schals müssen nicht nach jedem Tragen gewaschen werden
Gerade Wolle muss überraschend selten komplett gewaschen werden.
Nach dem Tragen kann man den Schal zunächst einfach einige Stunden an der frischen Luft auslüften lassen. Viele Gerüche verschwinden dadurch bereits.
Das schont die Fasern und verlängert die Lebensdauer des Materials.
Natürlich gilt das nicht, wenn der Schal sichtbar verschmutzt ist oder stark nach Schweiß beziehungsweise Rauch riecht. Dann sollte er selbstverständlich gereinigt werden.
So lagert man Schals richtig
Auch die Lagerung entscheidet darüber, wie lange ein Schal schön bleibt.
Nach dem Winter sollte er nur vollständig sauber und trocken in den Schrank gelegt werden. Feuchtigkeit kann unangenehme Gerüche verursachen und bei längerer Lagerung sogar Schimmel begünstigen.
Wollschals am besten locker zusammenlegen und nicht über Monate an einem dünnen Kleiderbügel hängen lassen.
Außerdem sollten sie möglichst vor Motten geschützt werden. Ein sauberer, trockener Schrank ist dabei wichtiger als irgendwelche aufwendigen Tricks.
Lavendelsäckchen oder Zedernholz werden traditionell gerne verwendet, ersetzen aber keine regelmäßige Kontrolle.
Das Wichtigste ist eigentlich ganz einfach
Wer seine Schals möglichst lange behalten möchte, braucht keine komplizierte Spezialbehandlung.
Pflegeetikett beachten, niedrige Temperaturen wählen, Reibung reduzieren, nicht wringen und empfindliche Schals liegend trocknen – damit ist bereits sehr viel gewonnen.
Ein Schal, der jeden Winter richtig behandelt wird, kann tatsächlich viele Jahre gut aussehen und angenehm weich bleiben.
Und bevor man einen älteren Schal wegen ein paar Fusseln aussortiert, lohnt sich oft zuerst eine vorsichtige Pflege. Mit einem Fusselrasierer, einer sanften Wäsche und richtigem Trocknen sieht mancher Lieblingsschal danach fast wieder aus wie früher.
