13.10.2026

Wäschst du deine Bettwäsche immer bei 60 Grad? Warum das nicht in jedem Haushalt die beste Wahl ist

Hauptsache, alles ist in einem Waschgang erledigt.

Das Ergebnis war bei mir manchmal merkwürdig. Einzelne Stellen rochen nach dem Waschen nicht so frisch wie erwartet und große Bezüge hatten sich ineinander verknotet.

Heute lasse ich der Bettwäsche deutlich mehr Platz.

Die Textilien müssen sich während des Waschens bewegen können. Wasser und Waschmittel sollen überall hinkommen und anschließend wieder gründlich ausgespült werden.

Eine bis zum Anschlag vollgestopfte Trommel kann das erschweren.

Mehr Waschmittel bedeutet ebenfalls nicht automatisch sauberer

Das war mein zweiter Fehler.

Wenn Bettwäsche besonders frisch werden sollte, gab ich einfach etwas mehr Waschmittel hinein.

Klingt logisch.

Ist es aber nicht unbedingt.

Zu viel Waschmittel kann schlecht ausgespült werden und Rückstände auf Textilien hinterlassen. Die richtige Dosierung hängt unter anderem von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Wäschemenge ab.

Deshalb würde ich keine pauschale Menge wie „immer 35 ml“ empfehlen.

Die Dosierungsangaben des jeweiligen Waschmittelherstellers sind wesentlich sinnvoller.

Bei hartem Wasser kann eine andere Menge erforderlich sein als bei weichem Wasser. Eine halbvolle Maschine mit leicht verschmutzter Wäsche benötigt ebenfalls nicht dasselbe wie eine volle Trommel mit stärker verschmutzten Textilien.

Seit ich mich stärker an die tatsächliche Dosierung halte, funktioniert das bei mir deutlich besser.

Vollwaschmittel oder Colorwaschmittel?

Auch das hängt von der Bettwäsche ab.

Für weiße, robuste Baumwollbettwäsche eignet sich häufig ein entsprechendes Vollwaschmittel. Für farbige Bettwäsche verwende ich dagegen lieber ein geeignetes Colorwaschmittel, damit die Farben möglichst lange erhalten bleiben.

Bei empfindlichen Materialien gelten wiederum andere Regeln.

Deshalb lohnt sich dieser kurze Blick aufs Etikett wirklich.

Früher habe ich Pflegeetiketten fast grundsätzlich ignoriert. Heute denke ich mir: Der Hersteller hat das kleine Schild nicht aus Langeweile eingenäht.

Und wie sieht es mit Weichspüler aus?

Bei Bettwäsche scheiden sich daran die Geister.

Manche lieben diesen typischen intensiven Duft frisch gewaschener Wäsche. Andere können ihn überhaupt nicht ausstehen.

Notwendig für saubere Bettwäsche ist Weichspüler jedenfalls nicht.

Ich verwende ihn inzwischen entweder sehr sparsam oder lasse ihn ganz weg. Gerade Menschen mit empfindlicher Haut können außerdem von möglichst wenig unnötigen Duftstoffen profitieren.

Das klassische Gefühl wirklich frischer Bettwäsche entsteht für mich ohnehin stärker durch sauberes Waschen und vollständiges Trocknen als durch möglichst intensiven Parfümduft.

Wie oft sollte Bettwäsche eigentlich gewechselt werden?

Auch darauf gibt es keine Zahl, die für jeden Menschen perfekt passt.

Für viele Haushalte ist ein Wechsel ungefähr alle ein bis zwei Wochen eine praktische Orientierung.

Aber auch hier spielen die persönlichen Umstände eine große Rolle.

Wer nachts stark schwitzt, unbekleidet schläft oder Haustiere im Bett hat, möchte möglicherweise häufiger wechseln. Im Hochsommer wechsle ich meine Bettwäsche ebenfalls öfter als in kühleren Monaten.

Auch während beziehungsweise nach einer Erkrankung kann ein häufigerer Wechsel sinnvoll sein.

Wer dagegen wenig schwitzt und nachts Schlafkleidung trägt, kommt möglicherweise mit einem anderen Rhythmus gut zurecht.

Entscheidend ist für mich weniger, ob jemand exakt sieben oder vierzehn Tage wartet.

Wichtig ist, dass die Bettwäsche regelmäßig gewechselt wird und man auf die eigene Situation achtet.

Ein unterschätztes Problem: Bettwäsche nach dem Waschen in der Maschine vergessen

Das ist mir wahrscheinlich häufiger passiert, als ich zugeben möchte.

Die Maschine läuft fertig, man hört den Signalton und denkt:

„Hole ich gleich raus.“

Dann klingelt das Telefon, man beginnt zu kochen oder fährt kurz einkaufen.

Ein paar Stunden später fällt einem die Waschmaschine wieder ein.

Nasse Textilien sollten nach dem Waschen möglichst zeitnah herausgenommen und vollständig getrocknet werden. Bleiben sie lange feucht zusammengeknüllt liegen, kann sich dieser typische muffige Geruch entwickeln.

Dann hat man im schlimmsten Fall frisch gewaschene Bettwäsche, die trotzdem nicht frisch riecht.

Deshalb nehme ich sie inzwischen möglichst bald heraus, schüttele die großen Teile ordentlich aus und hänge sie mit ausreichend Abstand auf.

Draußen trocknen – wenn man die Möglichkeit hat

Ich liebe den Geruch von draußen getrockneter Bettwäsche.

Wenn Wetter, Wohnsituation und Material es zulassen, ist das für mich immer noch eine der angenehmsten Varianten. Die Wäsche trocknet luftig und fühlt sich anschließend wunderbar frisch an.

Allerdings ist das nicht für jeden ideal. Allergiker sollten beispielsweise auf den aktuellen Pollenflug achten.

Wer einen Trockner benutzt, sollte wiederum das Pflegeetikett kontrollieren. Nicht jede Bettwäsche verträgt dieselbe Trocknereinstellung.

Und auch hier gilt: Höchste Temperatur ist nicht automatisch die beste Einstellung.

Was ist mit 90 Grad?

Meine Großmutter hatte bei weißer Wäsche eine ziemlich einfache Philosophie:

„Wenn es richtig sauber werden soll, Kochwäsche.“

Damals war 90-Grad-Wäsche wesentlich verbreiteter.

Heute ist sie im normalen Alltag bei Bettwäsche meistens nicht notwendig. Moderne Waschmaschinen und Waschmittel haben sich verändert und viele Textilien sind außerdem gar nicht für solche Temperaturen ausgelegt.

Das heißt nicht, dass Programme mit sehr hohen Temperaturen grundsätzlich keinen Zweck mehr haben.

Aber normale Bettwäsche eines gesunden Haushalts jedes Mal bei 90 °C zu waschen, wäre in den meisten Fällen unnötig und würde mehr Energie verbrauchen sowie die Textilien stärker beanspruchen.

Warum Bettwäsche manchmal trotz Waschen unangenehm riecht

Wenn frisch gewaschene Bettwäsche schon nach kurzer Zeit muffig riecht, würde ich nicht sofort die Temperatur erhöhen.

Die Ursache kann an anderer Stelle liegen.

Vielleicht war die Trommel zu voll. Vielleicht wurde zu viel Waschmittel verwendet. Vielleicht blieb die Wäsche zu lange feucht liegen.

Oder die Waschmaschine selbst benötigt eine Reinigung.

Waschmittelreste, Feuchtigkeit und Ablagerungen können sich beispielsweise an Dichtungen und in verschiedenen Bereichen der Maschine sammeln. Deshalb sollte auch die Waschmaschine regelmäßig entsprechend der Herstelleranleitung gepflegt werden.

Nach dem Waschen lasse ich Tür und Waschmittelfach eine Weile offen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Das ist eine kleine Gewohnheit, die praktisch keine Arbeit macht.

Muss man neue Bettwäsche vor dem ersten Benutzen waschen?

Ich mache es grundsätzlich.

Neue Textilien haben Herstellung, Verpackung, Lagerung und Transport hinter sich. Außerdem können sich noch Rückstände aus Produktions- und Veredelungsprozessen darin befinden.

Deshalb kommt neue Bettwäsche bei mir zuerst in die Waschmaschine und erst danach aufs Bett.

Dabei halte ich mich an die Pflegehinweise.

Gerade kräftige Farben können bei den ersten Waschgängen außerdem etwas Farbe abgeben, weshalb ich neue dunkle Bettwäsche nicht unbedingt sofort zusammen mit meinen hellsten Textilien wasche.

Was ich inzwischen tatsächlich mache

Meine Routine ist heute viel weniger kompliziert, als ich anfangs dachte.

Normale, nicht besonders belastete Bettwäsche wasche ich je nach Material häufig bei 40 °C mit geeignetem Waschmittel.

Wenn erhöhte hygienische Anforderungen bestehen und das Textil dafür geeignet ist, greife ich eher zu 60 °C.

Empfindliche Materialien behandle ich entsprechend ihrem Pflegeetikett.

Ich überlade die Trommel nicht mehr, dosiere das Waschmittel nach Herstellerangaben und lasse die fertige Wäsche nicht stundenlang nass in der Maschine liegen.

Das klingt fast zu simpel.

Aber genau das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis.

40 oder 60 Grad – was ist nun richtig?

Wenn mir heute jemand diese Frage stellt, würde ich nicht mehr einfach „40“ oder „60“ antworten.

40 °C können für normal benutzte Bettwäsche in vielen Alltagssituationen vollkommen ausreichend sein. Das spart gegenüber höheren Temperaturen Energie und kann Farben und Textilien schonen.

60 °C haben aber weiterhin ihre Berechtigung, insbesondere wenn erhöhte Hygieneanforderungen bestehen und das Material diese Temperatur verträgt.

Deshalb finde ich auch die Aussage „60 Grad sind falsch“ zu extrem.

60 Grad sind nicht falsch.

Sie sind nur nicht automatisch bei jedem Waschgang und für jede Bettwäsche notwendig.

Und wahrscheinlich ist genau das der Punkt, den viele von uns früher anders gelernt haben.

Ich selbst habe jahrelang den Temperaturregler automatisch auf 60 gestellt, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Heute entscheide ich je nach Wäsche.

Manchmal sind es 40 Grad.

Manchmal 60.