Ein kleiner Ventilator, der in einiger Entfernung auf den Wäscheständer gerichtet wird, kann die Trockenzeit deshalb deutlich verkürzen. Dabei muss die Luft nicht warm sein. Bereits eine kontinuierliche Luftbewegung kann helfen. Gerade Menschen, die keinen Trockner besitzen, können damit im Winter gute Ergebnisse erzielen.
Man sollte allerdings vermeiden, nasse Kleidung direkt auf einen Heizkörper zu legen. Zwar wird ein kleines Kleidungsstück dort schnell warm, gleichzeitig wird die Feuchtigkeit sehr schnell in die Raumluft abgegeben. Außerdem wird die Wärmeabgabe des Heizkörpers behindert, wenn er vollständig mit Kleidung bedeckt ist.
Ein Wäscheständer in einem beheizten Raum ist normalerweise die bessere Lösung. Idealerweise steht er nicht direkt am Heizkörper, sondern mit etwas Abstand, damit sich die warme Luft im Raum bewegen kann.
Eine weitere Möglichkeit ist es, bereits beim Waschen darauf zu achten, die Maschine nicht zu stark zu beladen. Eine überfüllte Trommel kann dazu führen, dass die Wäsche schlechter gewaschen und anschließend weniger effektiv geschleudert wird. Die Kleidung sollte sich während des Programms noch bewegen können.
Nach dem Waschen sollte man die Teile außerdem möglichst schnell aus der Trommel nehmen. Bleibt feuchte Wäsche viele Stunden in der geschlossenen Maschine liegen, kann sie unangenehm riechen. Gerade bei warmen Temperaturen entsteht dieser typische muffige Geruch manchmal schneller, als man erwartet.
Der zusätzliche Schleudergang mit einem trockenen Handtuch ist deshalb vor allem eine Notlösung für einzelne Kleidungsstücke. Man sollte ihn nicht mit einem echten Trocknungsprogramm verwechseln. Eine normale Waschmaschine besitzt keine Heizung und Luftführung, mit der Kleidung nach dem Waschen vollständig getrocknet wird.
Waschtrockner sind etwas anderes. Diese Geräte kombinieren Waschmaschine und Trockner in einem Gehäuse. Nach dem Waschen können sie die Kleidung tatsächlich mit einem speziellen Trocknungsprogramm weiterbehandeln. Wer einen solchen Waschtrockner besitzt, findet entsprechende Einstellungen normalerweise deutlich sichtbar auf dem Bedienfeld.
Bei einer klassischen Waschmaschine bedeutet „Schleudern“ dagegen lediglich, dass Wasser durch die schnelle Drehbewegung der Trommel aus den Textilien entfernt wird. Genau genommen wird die Kleidung also nicht getrocknet, sondern stärker entwässert.
Trotzdem ist der Unterschied im Alltag erheblich. Je weniger Wasser nach dem Schleudern in den Fasern steckt, desto weniger muss anschließend verdunsten. Eine Jeans, die nach einem schwachen Schleudergang noch sehr nass ist, braucht wesentlich länger als dieselbe Jeans nach einem kräftigen zusätzlichen Schleudergang.
Der Handtuch-Trick nutzt zusätzlich die hohe Saugfähigkeit eines trockenen Frotteehandtuchs. Besonders gut funktioniert ein großes, dickes Baumwollhandtuch. Es sollte wirklich trocken sein. Ein bereits feuchtes Handtuch bringt verständlicherweise deutlich weniger.
Nach dem Schleudergang ist das Handtuch meistens feuchter als vorher. Das zeigt, dass es tatsächlich einen Teil des Wassers aufgenommen hat. Anschließend hängt man sowohl das Handtuch als auch die Kleidung zum vollständigen Trocknen auf.
Bei sehr empfindlichen Materialien sollte man diesen Trick allerdings nicht ohne Weiteres verwenden. Wolle kann sich beispielsweise durch starkes Schleudern verziehen oder verfilzen. Manche Kleidungsstücke dürfen laut Pflegeetikett überhaupt nicht oder nur sehr vorsichtig geschleudert werden.
Das Pflegeetikett bleibt daher immer wichtiger als jeder Haushaltstrick.
Wer häufig Probleme mit langsam trocknender Wäsche hat, kann außerdem schon beim Kauf einer Waschmaschine auf die maximale Schleuderdrehzahl achten. Maschinen mit 1.400 oder 1.600 Umdrehungen können bei geeigneter Wäsche deutlich mehr Wasser entfernen als Geräte, die nur sehr niedrig schleudern.
Noch wichtiger ist allerdings die sogenannte Schleuderwirkungsklasse beziehungsweise die tatsächliche Restfeuchte. Zwei Maschinen mit ähnlicher Drehzahl können durchaus unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Für den normalen Haushalt muss trotzdem nicht jede Wäsche maximal geschleudert werden. Wer Kleidung anschließend draußen in der Sonne trocknet, kann beispielsweise problemlos eine niedrigere Drehzahl verwenden. Wenn die Wäsche dagegen mitten im Winter in einer kleinen Wohnung trocknen muss, kann stärkeres Schleudern wesentlich sinnvoller sein.
Auch die Größe der einzelnen Kleidungsstücke beeinflusst die Trockenzeit. Dünne T-Shirts sind häufig bereits nach wenigen Stunden trocken, während Jeans, Kapuzenpullover oder dicke Baumwollhandtücher viel länger brauchen. Bei solchen schweren Textilien kann ein zusätzlicher Schleudergang besonders hilfreich sein.
Bettwäsche lässt sich ebenfalls besser trocknen, wenn man sie nach dem Waschen kräftig ausschüttelt und möglichst großflächig aufhängt. Werden Bettbezüge mehrfach gefaltet über einen kleinen Wäscheständer gelegt, bleibt die Innenseite lange feucht.
Handtücher sollten ebenfalls nicht dicht übereinanderhängen. Je mehr Oberfläche Kontakt mit der Luft hat, desto schneller kann die Feuchtigkeit verdunsten.
Manchmal hilft es bereits, den Wäscheständer nach einigen Stunden umzudrehen oder die Kleidung neu zu positionieren. Stellen, die anfangs schlecht belüftet waren, bekommen dadurch mehr Luft. Bei Hosen kann man beispielsweise zunächst die Beine nach unten hängen lassen und das Kleidungsstück später einmal drehen.
Wer besonders schnell ein einzelnes Kleidungsstück benötigt, kann mehrere Methoden kombinieren. Zunächst wird es mit einem trockenen Handtuch erneut geschleudert. Anschließend wird es möglichst weit geöffnet aufgehängt und ein Ventilator sorgt für Luftbewegung. Dadurch lässt sich die Trockenzeit häufig erheblich verkürzen, ohne dass ein Wäschetrockner notwendig ist.
Einen Föhn sollte man dagegen nur sehr vorsichtig einsetzen. Für kleine feuchte Stellen kann er kurzfristig helfen, ein komplettes Kleidungsstück damit zu trocknen ist jedoch ineffizient und unnötig zeitaufwendig. Außerdem können hohe Temperaturen empfindliche Materialien beschädigen.
Ähnliches gilt für Bügeleisen. Manche versuchen, noch leicht feuchte Kleidung einfach trocken zu bügeln. Bei bestimmten Baumwollstoffen funktioniert das teilweise, doch auch hier muss das Pflegeetikett beachtet werden. Synthetische Materialien vertragen hohe Temperaturen teilweise überhaupt nicht.
Der einfachste Weg bleibt deshalb, bereits möglichst viel Wasser in der Waschmaschine aus der Kleidung zu entfernen und anschließend für gute Luftzirkulation zu sorgen.
Dass dieser Trick im Internet häufig mit Aussagen wie „Jede Waschmaschine kann trocknen“ beschrieben wird, ist verständlicherweise sehr aufmerksamkeitsstark. Ganz korrekt ist die Aussage allerdings nicht. Eine normale Waschmaschine ersetzt keinen Trockner. Sie kann Kleidung durch zusätzliches Schleudern lediglich wesentlich trockener aus der Trommel kommen lassen.
Genau darin steckt aber die praktische Idee. Man nutzt eine Funktion, die ohnehin vorhanden ist, etwas gezielter.
Wer also das nächste Mal dringend eine frisch gewaschene Hose oder ein Shirt benötigt, kann Folgendes ausprobieren: Das betreffende Kleidungsstück nach dem Waschgang zusammen mit einem großen trockenen Badetuch zurück in die Trommel geben. Anschließend ein geeignetes Schleuderprogramm starten. Danach die Kleidung sofort herausnehmen, kräftig ausschütteln und luftig aufhängen.
Mit etwas Glück spart man dadurch überraschend viel Zeit.
Und manchmal sind genau solche kleinen Haushaltstricks am hilfreichsten. Man braucht dafür kein neues Gerät und kein besonderes Zubehör. Ein trockenes Handtuch, ein zusätzlicher Schleudergang und etwas Luftbewegung können bereits ausreichen, damit die Wäsche deutlich schneller einsatzbereit ist.
