Leute, ihr glaubt nicht, was mir passiert ist!
Ganz ehrlich, ich muss das einfach mal loswerden… Also, ich hab mir letztes Jahr ENDLICH meinen Traum erfüllt: So ein kleines Häuschen direkt am Meer. Wirklich selber aufgebaut, kein Quatsch – alles, was ich dafür bezahlen musste, kam nur aus meinem eigenen Konto. War nicht einfach, aber ich war so stolz! Richtiges Freiheitsgefühl, wisst ihr? Ich sitz also am ersten Abend total platt auf der Terrasse, voll fertig, und hör einfach nur den Wellen zu. Herrlich! Plötzlich, Mitternacht schon fast, klingelt mein Handy… Wer ist dran? Meine Stiefmutter! Kein „Hallo, wie geht’s?“ oder so, nein. Gleich rausgehauen: Sie und mein Vater ziehen morgen ein. Echt jetzt? Und dann auch noch, dass ihre Tochter natürlich das Zimmer mit dem besten Ausblick kriegt und ich mir halt was Neues suchen kann, falls mich das stört. Ich schwör, ich dacht, ich träum!
Ich hab da echt erstmal gar nix gesagt, nur zugehört, weil es so absurd war. Die Frau glaubte echt, sie kann einfach über mein Leben bestimmen. Das Haus über den Klippen sah so schön aus im Mondlicht, die Fenster spiegelten das Meer. Und ich hab nur so gedacht: „Ey, dieses Haus ist MEIN Ding, mein Beweis für alles, was ich geschafft hab.“ Meine Ma hat mir immer beigebracht, Reichtum ist nix, wenn man nicht frei ist. Ehrlich, ich war nie so ein Angeber. Andere kaufen Kram, ich hab Jahr für Jahr gearbeitet, gespart, immer vernünftig investiert, manchmal richtig klein gelebt. Und dann ruft die an und redet über Bettwäsche und Zimmer, als wär’s das Normalste auf der Welt. Ich musste fast lachen!
Naja, ich hab dann ruhig gesagt, dass ich niemanden eingeladen hätte. Sie wieder: Familie braucht keine Einladung. Und sie will natürlich, dass ich ne Haushälterin hole, damit alles „schicker“ ist. Falls es mir nicht passt, soll ich halt ausziehen – ich sei doch eh so unabhängig. Ich sag nur: „Okay, alles klar, das Zimmer kriegt ihr.“ Dann hab ich aufgelegt.
Klar, Papa angerufen. Der so: „Hä? Eingeladen? Von wegen, ich wusste gar nix!“ Ich hab direkt gemerkt, Gillian (das ist meine Stiefmutter) hat wieder ihre eigenen Geschichten erzählt. Er hat dann irgendwann auch nur noch gesagt: „Ich komm jetzt einfach mal.“ Ich wusste gleich – das gibt noch Ärger. Hab dann erstmal alles vorbereitet, so als würden sie wirklich beide einziehen. Ich kenn sie ja mittlerweile.
Das krasseste: Nach dem Tod von meiner richtigen Mutter hat Gillian immer dafür gesorgt, dass ich irgendwie rausgedrängt werde. Mein ehemaliges Zimmer hat sie zur Ankleide für ihre Tochter gemacht, das war schon damals bitter. Gleichzeitig hab ich nebenbei gejobt, um mein eigenes Geld zu verdienen – das hat ihr aber natürlich nie gereicht, immer nur mehr Luxus für sie. Und jetzt inszeniert sie sich einfach als Chefin meines neuen Zuhauses. Sogar ein Fahrer und lauter schicke Koffer kamen am nächsten Morgen. Noch vor Mittag waren meine Sachen in irgendeiner Abstellkammer, ohne dass jemand mit mir redet. Ich hab nix gesagt, nur alles fotografiert und meinen Anwalt informiert.
